Gericht

Wegen Tod eines Jungen: Sozialarbeiterin aus HSK angeklagt

Einer Mitarbeiter des Jugendamtes im Hochsauerland

Einer Mitarbeiter des Jugendamtes im Hochsauerland

Foto: Uwe Schaff-Meister

Hochsauerlandkreis.   Eine Mitarbeiterin des Jugendamts im HSK soll den Tod eines Jungen (2) fahrlässig mitverschuldet haben. Der Staatsanwalt klagt sie an.

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Die Staatsanwaltschaft Arnsberg klagt beim Amtsgericht Medebach eine Mitarbeiterin des Jugendamtes des Hochsauerlandkreises wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung an. Der Frau wird vorgeworfen, mitverantwortlich für den Tod eines zwei Jahre alten Jungen aus dem Raum Winterberg zu sein.

Damit geht die Staatsanwaltschaft von einem hinreichendem Tatverdacht aus, dass die Angeklagte es von Mitte Dezember 2013 bis zum 25. Februar 2014 fahrlässig unterlassen hat, sich in zeitlich engen Abständen davon zu überzeugen, dass das Wohl der Kinder nicht gefährdet war, obwohl ihr die Kindeswohlgefährdung ausdrücklich von dem vorher zuständigen Jugendamt mitgeteilt worden war.

Im Prozess gegen Mutter geriet Sozialarbeiterin ins Visier

Tanja S., die Mutter der Kinder, muss sich vor dem Landgericht Arnsberg verantworten. Anfang des vergangenen Jahres stand die damals neunfache Mutter schon einmal in Medebach wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht. Amtsrichter Ralf Fischer hatte dieses Verfahren aber ans Landgericht Arnsberg verwiesen. „Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass wir hier von Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge reden“, so Amtsrichter Ralf Fischer im Januar 2016. Beides soll unter „bedingtem Vorsatz“ passiert sein. In dem Prozess war auch die jetzt angeklagte Mitarbeiterin des Jugendamts ins Visier geraten.

Zwei Jahre alter Junge war extrem ausgehungert und ausgetrocknet

Am 24. Februar 2014 war das am 20. Januar 2012 geborene Kind Anakin Avery S. aufgrund extremer Unterversorgung in einem Krankenhaus in Arnsberg gestorben. Es war extrem ausgehungert und ausgetrocknet. Serenity Seraphina S., geboren am 23. Mai 2013 konnte im Krankenhaus gerettet werden.

Die Anklage gegen die Mitarbeiterin des Jugendamtes ist zugestellt, heißt es in einer Mitteilung des Amtsgerichts Medebach. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens sei noch nicht entschieden.

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