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Weiße Kuhle Marsberg: Früher hielten Bären dort Winterschlaf

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Die Geoparkführer mit Kim Peis, M.A. der Geologie und Leiterin des Geoparks, und Bürgermeister Thomas Schröder an der neuen Geostation „Weiße Kuhle“.

Die Geoparkführer mit Kim Peis, M.A. der Geologie und Leiterin des Geoparks, und Bürgermeister Thomas Schröder an der neuen Geostation „Weiße Kuhle“.

Foto: Christine Zeitler

Marsberg.  Die „Weiße Kuhle“ in Marsberg ist durch den Geopark Grenz-Welten als Geotop 2022 ausgezeichnet worden. Jetzt gibt es dort eine Geostation.

Trotz schlechten Wetters besuchten 50 interessierte Bürger, Vertreter der Politik sowie Studenten der Paläontologie der Uni Bonn die Übergabe der neuen Geostation „Weiße Kuhle“ bei Marsberg und deren Auszeichnung als Geotop des Jahres 2022 des nationalen Geoparks Grenz-Welten.

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Zeugnis der Erdgeschichte

Kim Peis, M.A. der Geologie und Leiterin des Geoparks, stellte die Bedeutung aller Geotope als Zeugnis der Erdgeschichte sowie als unverzichtbarer Informant früherer klimatischer Verhältnisse heraus.

Geoparkführer Gerd Rosenkranz legte die Bedeutung der „Weißen Kuhle“ aus Sicht der vielen Marsberger dar, welche die Höhle zu früheren Zeiten besuchten. Zahlreiche Wissenschaftler haben die Höhle untersucht und umfangreiche Funde des Höhlenbären, anderer eiszeitlicher Tiere, sowie menschlicher Knochen gemacht. Hans Morlo aus Münster hat ein ganzes Buch dieser Zechsteinhöhle gewidmet.

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Die Geschichte der versuchten Unterschutzstellung 1952 durch Prof. Maasjost bis zum heutigen Tag wurde ebenfalls thematisiert. Mit der Entstehungsgeschichte des umgebenden Gesteins vor 250 Millionen Jahren, der Höhlenbildung vor ca. 800.000 Jahren durch einen Nebenbach der Glinde sowie des Steinbruchbetriebes ab dem 13 Jahrhundert endete der erste Überblick.

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Nutzung des Mehlsteins

Ulrich Kaplan aus Gütersloh, versierter Kenner der Nutzung der Natursteine im westfälischen Raum und Autor wissenschaftlicher Abhandlungen, referierte zu der Nutzung des Mehlsteins, eines relativ weichen Gesteins, welches an der „Weißen Kuhle“ und in einem nicht mehr zugänglichen Steinbruch bei Giershagen als Werksteine abgebaut wurden. Die Bildhauerfamilie Papen schuf daraus im 17. Jahrhundert imposante Bildhauerarbeiten, die noch heute in der Obermarsberger Stiftskirche sowie im Paderborner Dom stehen. Geoparkführer Manfred Pauly stellte die Lebensweise des Höhlenbären heraus und machte deutlich, dass dieser die Höhlen nicht bewohnte, sondern ausschließlich zur Winterruhe aufsuchte. Manche Bären gingen mit zu wenig Fettreserven in den Winterschlaf und verendeten in den Höhlen. So sammelten sich über einen Zeitraum von mehr als 400.000 Jahren große Mengen an fossilen Knochen und Zähnen an. Ursache für sein Aussterben vor 30.000 Jahren waren nicht nur klimatische Veränderungen, sondern in besonderer Weise führte die Ausbreitung des modernen Menschen in Europa zu einem Konkurrenzkampf um die Höhlen, der zum Nachteil der Höhlenbären ausging.

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Attraktivität wird gesteigert

Der Bürgermeister der Stadt Marsberg bedankte sich bei allen Beteiligten und freute sich über diese weitere Attraktivitätssteigerung in der Stadt. Mit einem Dank an die Referenten, die Mitarbeiter des Bauamtes und des Betriebshofes, sowie an den Geopark Grenz-Welten, welcher die Geostation finanzierte, und an die Geoparkführer durch Gerd Rosenkranz ging der Tag in den gemütlichen Teil über.

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