Freibad-Saison

Weshalb das Waldfreibad Gudenhagen Kultstatus genießt

Traumwetter erwartete die ersten Besucher am Eröffnungstag des Waldfreibades Gudenhagen. Aber: 12 Grad Wasserteamperatur sind schon noch recht frisch.

Traumwetter erwartete die ersten Besucher am Eröffnungstag des Waldfreibades Gudenhagen. Aber: 12 Grad Wasserteamperatur sind schon noch recht frisch.

Foto: Monika Wiegelmann

Brilon.  Das Waldfreibad ist mit 12 Grad Wassertemperatur in die Saison gestartet. Nicoletta Koegler ist das egal. Sie kauft immer die erste Saisonkarte.

„Oh“...Oh“...Hui“, juchzen die drei Frühschwimmerinnen, die am Wochenende zur Saisoneröffnung um neun Uhr zuerst in das Wasser des städtischen Waldfreibades Gudenhagen steigen – und nach einer Minute wieder heraus flüchten. Der Start in die Sommersaison beginnt bei eisigen 12 Grad Wassertemperaturen.

Saisonkarte Nr. 1

„Bewegen, bewegen“ ruft ihnen Schwimmmeister Dietmar Michel zu. Kurz raus und abtrocknen, dann trauen sich alle noch einmal ins kalte Nass und halten es beim zweiten Mal länger aus. Zwei Brilonerinnen schwimmen sogar eine kurze Strecke. „Wenn der erste dicke Zeh im Wasser ist, geht es ja“, meint eine. „Nach einer Minute sollte man bei den niedrigen Temperaturen das Wasser verlassen“, rät der Schwimmmeister. „Wenn die Nächte jetzt nicht mehr so kalt sind, kühlt das Wasser nicht mehr so ab und kann die Tagestemperatur halten.“

Die Saisonkarte mit der Nr. 1 ergattert die Brilonerin Nicoletta Koegler – und dafür wartet sie jedes Jahr auch gerne eine Weile, bis die Tore sich öffnen. „Ich mache das kultmäßig“, lacht sie. „Das ist mein Tag und dafür nehme ich mir auch Urlaub“. Seit Jahren ist sie die erste Saisonkartenkäuferin und notiert sich jedesmal die Wasser- und Wettertemperaturen. „Die letzten Jahre hatten wir keinen Regen bei der Eröffnung, nur Sonne. Aber heute habe ich zum ersten Mal einen Bademantel dabei.“

Immer frischer Wasserzulauf

Das kalte Quellwasser stört die begeisterte Frühschwimmerin nicht, sie träumt nicht von einem Warmwasserfreibad. „Das ist ja das Schöne am Waldfreibad: Immer frischer Wasserzulauf. Nur Weicheier gehen nach Alme“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Ähnlich denken auch viele andere Besucher, von denen einige sogar regelmäßig aus dem Ruhrgebiet anreisen, um in dem idyllisch gelegenen, großen Waldfreibad zu entspannen. Zumal „die Eintrittspreise seit rund 15 Jahren konstant geblieben sind“, so der Schwimmmeister.

Eines der größten Freibäder in NRW

Allerdings: „eine Sauna wäre jetzt toll und eine schöne Erweiterung für das Freibad“, finden die Frühschwimmerinnen und wärmen sich nach dem kurzen Erfrischungsbad mit einem heißen Cappuccino aus dem Kiosk wieder auf.

„Die ersten drei Badegäste waren da und gleich gibt es die erste Fundsache“, lacht Schwimmmeister Michel und hebt eine warme Strickjacke von einer Bank auf. Es gibt eigentlich nichts, was Badegäste nicht vergessen: Liegestühle, Sonnenschirme und sogar Fahrräder.

Das wunderschön gelegene Waldfreibad Gudenhagen (Baujahr 1936) „ist mit 130 Metern Länge, 50 Metern Breite und 6400 Quadratmeter Wasserfläche eines der größten Freibäder in NRW“, sagt Dietmar Michel. „Ich habe hier 1976 meine Ausbildung zum Schwimmmeister gemacht. Ich war als Kind schon hier, ich war als Jugendlicher hier und ich bin immer noch hier.“

Schon seit 19 Jahren jeden Tag im Sommer dabei ist auch das Kiosk-Team Annelie und Norbert van Oyen.

Für die kommende Saison hat der Schwimmmeister den Wunsch, dass die Stadt einige Wasserspielgeräte für den Kleinkinderbereich anschafft. Es gibt schon vier kleine rote Boote für die Jüngsten, „die super angenommen werden“. Die Großen nutzen begeistert eine aufblasbare große Rutsche.

Nachdem es am Samstag stündlich wärmer wird, kommen immer mehr Badegäste, kaufen eine Saisonkarte und steigen ins Wasser. Sogar ein Anruf von Urlaubern aus der Oberpfalz kommt. Sie erkundigen sich nach der Wassertemperatur und meinen: „Wir haben mit sechs Grad weniger gerechnet.“

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