Einsatz

Weshalb immer mehr Fehlalarme die Feuerwehren belasten

Zu 80 Fehlalarmen - wie hier am Kreishaus Brilon - rückte die Feuerwehr Brilon 2018 aus.      

Zu 80 Fehlalarmen - wie hier am Kreishaus Brilon - rückte die Feuerwehr Brilon 2018 aus.      

Foto: Feuerwehr

Brilon.   Die Feuerwehr Brilon rückte 2018 im Schnitt pro Tag zu einem Einsatz aus. Immer häufiger sind es Fehlalarmierungen. Weshalb steigt die Zahl?

Mehrere Einsatzwagen der Feuerwehr rücken aus, sie fahren mit Blaulicht zum Einsatzort. Dort angekommen steht schnell fest: Es war ein Fehlalarm. Allein 80 Mal ist die Briloner Feuerwehr im vergangenen Jahr zu solchen Fehlalarmen ausgerückt. Jedes Mal fährt die Feuerwehr mit der vollen notwendigen Stärke an Einsatzkräften aus. Auch wenn schon eine Fehlalarmierung vermutet wird – jedes Mal muss der Ernstfall angenommen werden. Aber weshalb steigt in den vergangenen Jahren die Zahl solcher Einsätze – und wann muss für den Einsatz gezahlt werden und wann nicht?

Kaum böswillige Fehlalarme im Raum Brilon

Oft sind es, so Pressesprecher Marc Heines, Brandmeldeanlagen von Firmen, die die Feuerwehr auf den Plan rufen – nicht immer steckt ein Brand dahinter. Immer wieder sind es private Rauchmelder, die in Wohnungen Pflicht sind, die zur Alarmierung führen: zum Beispiel, wenn ein Nachbar hört, dass in einer Wohnung nebenan ein Rauchmelder piept und niemand reagiert. „Und es ist auch gut so, dass der Nachbar dann reagiert. Uns ist es lieber, wenn wir einmal zu viel alarmiert werden als einmal zu wenig. Da muss niemand fürchten, dass Kosten wegen einer Falschalarmierung auf ihn zukommen“, sagt Heines: „Böswillige Fehlalarme haben wir hier so gut wie nicht.“

Blick auf Brandmeldeanlagen – 2018 ein Rekordjahr

In der Industrie sind oft technische Defekte Ursache dafür, dass ein Brandmelder auslöst und eine automatische Alarmierung der Feuerwehr erfolgt. „Mit Blick auf die Brandmeldeanlagen war 2018 ein Rekordjahr.“ Allein 40 Fehlalarme wurden durch einen technischen Defekt in einer Brandmeldeanlage ausgelöst.

Da die Verbreitung dieser Anlagen zugenommen habe, steige die Zahl der Fehlalarme. Nicht immer seien die Ursachen vor Ort feststellbar: „Rauchmelder unterscheiden z,B. nicht zwischen Staub und Rauch und so können auch Handwerkerarbeiten einen Brandmelder auslösen“.

Wer wann und wie viel für den Einsatz zahlen muss

Für Fehlalarme in Brandmeldeanlagen (meist in Gewerbe- und Industrieanlagen) werden Gebühren erhoben. Kommt es in Folge einer nicht bestimmungsgemäßen oder missbräuchlichen Auslösung zum Einsatz fallen pro volle Einsatzstunde 446 Euro an. m Sind Krankenhäuser, Wohn- oder Altenheime oder Hotels betroffen, wird es teurer. Die Feuerwehrgebührensatzung sieht eine Gebühr von 988 Euro pro Stunde vor – abgerechnet wird im 15-Minuten-Takt.

Mehr technische Hilfeleistung im vergangenen Jahr

Zunehmend ist die Feuerwehr auch bei technischen Hilfeleistungen gefragt. 2018 leistete die Briloner Feuerwehr 123 Mal entsprechende Hilfe. Die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. 2017 waren es „nur“ 80. Ursache für den Anstieg war unter anderem, so die Feuerwehr, der Orkan Friederike am 18. Januar 2018, denn typische Einsätze der technischen Hilfe sind beispielsweise Wasser und Sturmschäden – 52 mal wurden die Feuerwehrleute deshalb im vergangenen Jahr aktiv – sowie Verkehrsunfälle und – störungen (34). Außerdem gab es 20 ABC- und 18 Ölspureinsätze.

Die Feuerwehr hilft aber auch, wenn eine Tür geöffnet werden muss, weil sich eine hilflose Person in einer Wohnung befindet oder wenn der Rettungsdienst vor Ort allein nicht klar kommt, weil z.B. ein Treppenhaus zu eng ist, um jemanden mit einer Trage zum Rettungswagen zu transportieren. „Dann kommt auch schon mal unsere Drehleiter zum Einsatz“, erzählt Pressesprecher Marc Heines.

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