Justiz

Widerstand bei Polizeikontrolle in Brilon kostet 2500 Euro

Das Amtsgericht Brilon.

Das Amtsgericht Brilon.

Foto: Hendrichs Jürgen

Brilon.   Weil er bei einer Polizeikontrolle davonlief und mit einem Polizisten hinfiel, kassierte ein Autofahrer am Amtsgericht Brilon eine Geldstrafe.

Die blöde Geschichte kostete ihn bereits den Job im öffentlichen Dienst und brachte ihm jetzt auch noch eine Geldstrafe von 2500 Euro wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung ein. An einem Sommertag im vergangenen Jahr war der 27-Jährige mit zwei jungen Mädchen im Auto unterwegs. In Höhe des Briloner Golfplatzes hielt eine Polizeistreife den Wagen an, weil die Nebelscheinwerfer grundlos eingeschaltet waren. „Da gucken wir dann schon mal nach“, sagte der Polizeibeamte am Amtsgericht.

Als die Beamten bei der Fahrerkontrolle dem 27-Jährigen mit der Taschenlampe ins Gesicht leuchteten, wurden sie stutzig: „Die Augen waren gerötet und die Pupillen zeigten keine Reaktion“ - ein Indiz für Drogenkonsum. Was folgte, war Routine.

Romberg-Test angeordnet

Der Fahrer sollte per Urinprobe an Ort und Stelle einen Drogenvortest vornehmen, zudem unterzogen die Beamten ihn dem Romberg-Test. Dabei muss der Proband mit ausgestreckten Armen, in den Nacken gelegtem Kopf und geschlossenen Augen möglichst genau eine Zeitspanne von 30 Sekunden abschätzen. Bei ihm waren es 42 Sekunden und das ging, so der Polizeibeamte, „schon etwas über die Toleranz hinaus“.

Bis dahin, so der Polizist, habe es „das ganz normale Spielchen“ gegeben: Mal sei der 27-Jährige umgänglich gewesen, dann mal aufmüpfig. Die Stimmung kippte, als ihm offenbart wurde, wegen des positiven Drogenvortests mit zur Wache kommen zu müssen. Der 27-Jährige wollte solange warten, bis ein Bekannter da wäre, um den Wagen und die Mädchen abzuholen. Als sich eines der Mädchen einmischte und von einem der Polizisten an der Schulter gepackt wurde, habe er ihr helfen wollen und sich weggedreht. Die Beamten drohten ihm daraufhin „einfache körperliche Gewalt“ an, und als einer dazu den Pfefferspray herausholte, „bin ich abgehauen“.

„Enorme Kräfte entwickelt“

Der Angeklagte sagt, er sei nach etwa 50 m freiwillig stehen geblieben, der Polizeizeuge sagte, dass man den 27-Jährigen nach etwa 200 bis 300 m eingeholt habe. Da griff die Polizei natürlich nicht mehr ganz so sanft zu, zumal der eher schmächtig wirkende Angeklagte sich zwar nicht aktiv wehrte, wohl aber sperrte und dabei „enorme Kräfte entwickelt“ habe. Er habe lediglich versucht, sich „da rauszuwinden“, sagte der Angeklagte. Dabei stürzten der 27-Jährige und ein Polizist. Der Beamte zog sich leichte Prellungen und Schürfwunden an Schulter, Arm und Bein zu. Auf diesen Verletzungen fußte die Körperverletzung.

Geständnis wirkt sich positiv aus

Richter Härtel sagte, dass es mehrere Stufen der Körperverletzung gebe. Hier liege die mildeste Form vor, die der billigenden Inkaufnahme. Dafür käme bei einem Geständnis eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 50 Euro in Frage. Das war für den Angeklagten „o.k.“ und auch für Staatsanwältin Daldrup.

Im übrigen, so Richter Härtel, könne der 27-Jährige froh sein, dass der Drogenkonsum nicht weiter zur Sprache gekommen sei.

Davon war in der Tat in der Anklageschrift ebenso keine Rede mehr wie von der in der damals im Polizeibericht erwähnten angeblichen weiteren Aggressivität auf der Polizeiwache Brilon.

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