Winterdienst

Wie der Winterdienst in Brilon für sichere Straßen sorgt

Der Winterdienst in Brilon setzt vor allem auf das Streuen von Salz, um vereiste Streckenabschnitte sicher befahrbar zu machen. Aber es ginge auch anders.

Der Winterdienst in Brilon setzt vor allem auf das Streuen von Salz, um vereiste Streckenabschnitte sicher befahrbar zu machen. Aber es ginge auch anders.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Brilon.  Der Winterdienst in Brilon soll für sichere Straßen sorgen und nutzt dafür Salz zum streuen. Es gäbe aber auch umweltfreundliche Alternativen

Die Schonfrist für Autofahrer und Fußgänger ist vorbei: In dieser Woche soll es in Brilon ungemütlich werden, die Straßen können glatt sein und auch Schnee ist angekündigt. Damit der Kälteeinbruch nicht gleich zum Verkehrschaos führt, ist an diesen Tagen der Winterdienst des Bauhofs im Stadtgebiet im Einsatz. Mit tonnenschwerer Ladung und Vorsicht im Gepäck.

Denn die Bauhof-Mitarbeiter sind häufig die ersten, die bei glatten und vereisten Straßen unterwegs sind. Dass die Verkehrswege dann noch nicht gestreut worden sind, versteht sich von selbst. Und eben diese Tatsache birgt ein gewisses Gefahrenpotenzial. Die Streufahrzeuge müssen die teils steilen Straßen hoch- und runterfahren, sich um enge Kurven schlängeln und immer bremsbereit sein. Der Briloner Bauhof weiß aber um die Qualitäten seiner Mitarbeiter. „Die Situationen sind bekannt und der Winterdienst erkennt, wie er sich zu verhalten halt. Nach Bedarf können unsere Fahrzeuge auch mit Schneeketten ausgerüstet werden“, heißt es.

Salz verätzt Pflanzen am Wegesrand

Zwischen dem 1. November und 30. März wird auf dem rund 250 Kilometer umfassenden Straßennetz im Stadtgebiet der Winterdienst durch drei Großfahrzeuge des Bauhofs und zwölf Fahrzeuge von Fremdunternehmen sichergestellt. Auch die Reinigung von Gehwegen an städtischen Gebäuden und Grundstücken wird vom Bauhof durchgeführt. Ziel ist es, Fahrbahnen und Wege in der Zeit von 7 bis 20 Uhr zu räumen.

In Brilon wird mit Salz gestreut. Daher streut der Winterdienst aus Umweltgründen nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Eine Vorsorgestreuung findet nicht statt. Salz als Streumittel ist unter anderem umweltschädlich, weil das Spritzwasser Pflanzen am Wegesrand verätzt und Mikroorganismen und Pilze im Boden zerstört.

500 Tonnen Salz eingelagert

Die Salzdepots der Stadt sind vor dem herannahenden Winter bestens gefüllt. Rund 500 Tonnen sind derzeit eingelagert, 380 Tonnen stammen davon aus der milden Vorsaison. Durchschnittlich 1000 Kilogramm Salz werden pro Fahrzeug auf eine Tour mitgenommen. Je nach Bedarf können diese Werte aber variieren, heißt es von Seiten des Bauhofs.

Wie viel nötig ist, hängt vom Wetter und dem Zustand der Straßen ab. Die Streckenkontrollen erfolgen grundsätzlich am frühen Morgen, noch bevor die Mehrheit der Pendler auf die Strecke geht. „Bei kritischer Wetterlage kontrollieren wir auch zwischendurch oder am Abend. Außerdem finden Überprüfungen in den Höhenlagen, am Flusslauf oder anderen markanten Stellen statt“, teilt der Bauhof auf Anfrage mit. Autofahrern rät die Stadt zu Winterreifen mit ausreichend Profiltiefe und Fußgängern zu festem Schuhwerk.

Große Unterschiede je Stadtgebiet

Da Brilon eine hügelige Stadt, mit Höhenlagen von 300 bis 600 Metern ist, können die Unterschiede im Winter durchaus immens sein. Während es in Alme regnet, kann der Niederschlag in Gudenhagen zeitgleich als Schnee herunterkommen. Die Wetterdaten erhält der Winterdienst unter anderem über den Dienst Ubimet, der von der Provinzial bereitgestellt wird. Die Experten der Stadt rechnen aktuell mit einem insgesamt durchschnittlichen Winter. Sollte sich dies bewahrheiten, dann profitieren nicht nur Autofahrer und Winterdienst, sondern auch die Umwelt in Brilon vom Wetter der nächsten Wochen.

Umweltschonende Alternativen statt Streusalz

Da der Einsatz von Streusalz für Bäume, Pflanzen, Tiere, Gewässer, Fahrzeuge und Gebäude (insbesondere Beton) schädlich ist, bieten sich Sand, Split und Granulat als umweltschonende Alternativen an. Diese sogenannten abstumpfenden Mittel schmelzen das Eis nicht ab, sondern erhöhen die Griffigkeit, indem sie sich mit der Glätteschicht verzahnen.

Für diesen Zweck, so schreibt es das Umweltbundesamt, werden vor allem gebrochene Gesteine (Split) eingesetzt, die nach dem Abtauen mit dem Straßenkehricht eingesammelt und weiterverwendet werden. Allerdings sind abstumpfende Mittel wie Sand, Split oder Granulat nicht ohne Nachteile: Um eine ausreichende Wirkung zu erzielen, müssen sie mit einer hohen Streudichte (circa 100 Gramm pro Quadratmeter) ausgebracht werden.

Höhere Kosten gegenüber Streusalz

Die Kosten sind im Vergleich zu Streusalz höher, auch die Energiebilanz müsse laut Umweltbundesamt noch berücksichtigt werden, da die Mittel am Saisonende eingesammelt bzw. entfernt werden müssen. Anwohner können sich mit Sand und Split allerdings gut helfen, zudem ist der regelmäßige Einsatz der Schneeschippe empfohlen.

Zeitnahes Schneeschippen nach dem Schneefall hat zwei Vorteile: Zum einen erfüllen Anwohner damit ihre gesetzliche Räumungspflicht, die meist eine Räumung bis spätestens 7 Uhr werktags vorsieht. Zum anderen macht es damit in den meisten Fällen den zusätzlichen Einsatz von Streumitteln überflüssig.

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