Luftsport

Willkommen auf Echo Delta Kilo Oscar

Der Luftsportverein Brilon feierte auf dem Flugplatz Thülendessen  50-Jähriges. Foto: Hendrichs

Der Luftsportverein Brilon feierte auf dem Flugplatz Thülendessen 50-Jähriges. Foto: Hendrichs

Foto: WP

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Brilon. (hjh) Viele Glückwünsche und Gäste, gutes Wetter und ein mit leichter Hand dargebotenes fliegerisches Begleitprogramm. Kurzum: Ein entspanntes Wochenende im Thülener Bruch, wo der Luftsportverein Brilon den 50. Geburtstag seines Flugplatzes feierte.

Zum Flugplatzfest am Pfingstsonntag herrschte reges Treiben auf und neben der Landebahn. Zu Gast war zum Beispiel das Acro-Team vom Schürener Flugplatz mit drei kunstflugtauglichen Doppeldeckern vom Typ Pitts und Skybold. Loopings, Rollen, Turns und Rückenflug riefen Bewunderung und Staunen hervor. Dem standen die Modellbauer des Briloner Modellflugclubs und befreundete Bastler in nichts nach. Vor allem die kerosinbetriebenen Jets wie der F 16-Nachbau im Maßstab von 1:5,5 lieferten eine beeindruckende Demonstration. Bis zu 380 km/h schnell sind die Flieger. Die Tankfüllung von sechs Litern reicht für acht bis zehn Minuten Flug.

Aus Schmallenberg waren einmal mehr die Fallschirmspringer zu Gast, die bunte Tupfer an den blauweißen Himmel zauberten.

190 Mitglieder stark ist der Luftsportverein Brilon, etwa die Hälfte davon sind aktive Flieger. Sie feierten schon am Samstagabend in der Flugzeughalle. Mit dabei einer, der es vom Thülener Bruch ins Cockpit der Boeing 747 geschafft hat: Lufthansa-Pilot Uwe Badow, nebenbei auch am Steuerknüppel der historischen „Tante Ju“ anzutreffen.

Mit dabei auch jemand, dem der Vater aufgrund der schulischen Leistungen als Kind den Traum vom Fliegen im Thülener Bruch stoppte, und der sich diesen Traum deshalb erst vor wenigen Jahren, erstaunlicherweise unbemerkt von der Öffentlichkeit, erfüllt hat: Friedrich Merz, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter und Finanzexperte aus Brilon.

Er hatte wegen seiner persönlichen Verbundenheit zu dem Club und einigen Fliegern die Schirmherrschaft über den Geburtstag übernommen. In seinem Festvortrag griff er am Beispiel der Avionik die Bedeutung der Spitzentechnologie für den Industriestandort Deutschland auf. Und auch auf das Fliegen als Traum des Menschen nach Freiheit ging er am Beispiel der Sage von Daedalus und Ikarus. Und Merz wäre nicht Merz, wenn er das Ende des Abgestürzten nicht zu einem Seitenhieb auf die Piloten der aktuellen Politik genutzt hätte: „Heute wird nicht zu hoch, sondern eher zu tief geflogen.“

Mit dem Erwerb des Pilotenscheins hat Brilon für Merz nicht nur Postleitzahl und Vorwahl, sondern auch eine Flugplatzkennung. Ob er sie parat hat? Die Antwort kommt, na klar, spontan und ohne Versprecher im korrekten Flieger-Buchstabier-Code: „Echo Delta Kilo Oscar“, kurz: EDKO.

Am 30. September 1961 hob das erste Segelflugzeug im Thülener Bruch ab. LSV-Vorsitzender Franz Harding erinnerte an jene Wiederaufbaujahre, nachdem das Fluggelände des 1923 gegründeten Vereins am Gretenberg nach dem Krieg nicht mehr genutzt werden konnte. Zwei Namen stellte Harding besonders heraus: die beiden Ehrenvorsitzenden des Vereins, Bernd Hollekamp sen und Robert Glatz.

Träger des Platzes ist die von Stadt und LSV gebildete Flugplatz Brilon GmbH. Mit der Stadt habe der Verein einen zuverlässigen Partner an der Seite, sagte stv. Bürgermeister Horst Weidtkamp. Diese Konstruktion ist wichtig für die Förderung der Anlage.

Und was wünscht sich der LSV für die Zukunft? „Dass uns die Politik das Leben nicht zu schwer macht“, sagte Vorsitzender Franz Harding. Denn Vereinsflieger seinen kein exklusiver Zirkel. Harding: „Das ist Breitensport.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben