Energiewende

Windkraftanlagen zwischen Liesen und Züschen geplant

Auf den Bergen in der Mitte des Bildes möchte die Firma Juwi 210 Meter hohe Windkraftanlagen bauen.Fünf Anlagen sollen  laut den derzeitigen Verträgen entstehen. Rechts ist der Bollerberg von Hesborn zu sehen.

Foto: Rita Maurer

Auf den Bergen in der Mitte des Bildes möchte die Firma Juwi 210 Meter hohe Windkraftanlagen bauen.Fünf Anlagen sollen laut den derzeitigen Verträgen entstehen. Rechts ist der Bollerberg von Hesborn zu sehen. Foto: Rita Maurer

Liesen/Züschen.   Firma Juwi will fünf Anlagen mit 210 Metern Höhe bauen. Großteil der Grundstücke ist angepachtet. Info-Abend in der Schützenhalle

Fünf Windkraftanlagen mit 210 Metern Höhe im Lieser Wald. Das geht aus Verträgen von Grundstückseigentümern mit der Firma Juwi aus Rheinland-Pfalz hervor. Vier Anlagen sollen nach jetzigem Stand auf der Wacht oberhalb der B 236 entstehen, die unmittelbar an der Grenze zu Züschen verläuft – grob gesehen am Berg gegenüber der Firma Küster Seiltechnik - sowie auf dem benachbarten Schling und dem Kohlhagen. Eine weitere Anlage ist im hinteren Bereich des Steinschabs geplant, der sich ab der Lieser Brücke ebenfalls entlang der B 236 zieht.

In Liesen findet daher am 8. November ein Info-Abend statt, bei dem der aktuelle Planungsstand sowie einige grundsätzliche Dinge zum Thema Windkraft und Artenschutz erläutert werden sollen.

Umweltgutachten läuft bereits

Die Firma Juwi hat bereits einen Großteil der entsprechenden Flächen und Zuwegungen angepachtet. Zudem hat die Projektgruppe aus Bochum ein Umweltverträglichkeits-Gutachten in Auftrag gegeben, das noch bis März 2018 läuft. Genaue Angaben zur Anzahl und Höhe der Windkraftanlagen wolle man noch nicht machen, so lange diese Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien, erklärte Juwi-Pressesprecher Felix Wächter auf Nachfrage der WP. Er bestätigte, dass die Firma sich seit 2010 in dem Gebiet nach geeigneten Flächen umschaue und Gespräche mit Grundstückseignern führe.

Die Grundstücke, die nun zur Debatte stehen, sind - im Gegensatz zu einem Großteil der Hallenberger Flächen - keine Naturschutzgebiete. Im Jahr 2013 standen sie daher neben zwei anderen Arealen zur Diskussion, als die Hallenberger Ratsmitglieder darüber zu entscheiden hatten, ob sie im Stadtgebiet Windkraft-Vorrangzonen ausweisen oder nicht.

Die Untere Naturbehörde hatte diese Region seinerzeit als „unzerschnittenen verkehrsarmen Raum“ und im „Zentrum der touristischen Landschaftsnutzung“ beurteilt und damit als „landschaftlich unpassende Flächenauswahl“ eingestuft. Der Stadtrat beschloss daraufhin im August 2013, keine eigene Vorrangzone für Windkraft auszuweisen mit dem Risiko, dass Investoren Anträge für andere Flächen stellen und auf eigene Kosten Gutachten einholen.

Stadt will keine Genehmigung erteilen

Sollte ein Bauantrag für die fünf Anlagen eingereicht werden, so rechnet Bürgermeister Michael Kronauge damit, dass die Stadt das gemeindliche Einvernehmen hierzu verweigern wird. Gegen eine Ablehnung des Bauantrages durch den Hochsauerlandkreis stände der Firma Juwi dann der Klageweg offen“. Den juristischen Ausgang müsse man abwarten.

Diese Schritte sind momentan jedoch noch Zukunftsmusik. Markus Hilgenberg und Carmen Henze aus Liesen wollen alle Interessenten am 8. November über mögliche Schritte und Auswirkungen sowie die derzeitige rechtliche Lage informieren. Bürgermeister Kronauge wird vor Ort sein, außerdem zwei Biologinnen der Uni Marburg, die sich zum Arten- und Naturschutz in Bezug auf die geplanten Anlagen äußern werden.

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