Infrastruktur

Winterberg: Behörden stellen sich gegen akustisches Signal

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Walter Hoffmann, Vorsitzender Seniorenbeirat Winterberg, wollte Ampeln wie in der Straße Im Hohlen Seifen für Menschen mit Beeinträchtigung des Seh- und Hörvermögens sicherer machen.

Walter Hoffmann, Vorsitzender Seniorenbeirat Winterberg, wollte Ampeln wie in der Straße Im Hohlen Seifen für Menschen mit Beeinträchtigung des Seh- und Hörvermögens sicherer machen.

Foto: Benedikt Schülter

Winterberg.  Der Seniorenbeirat der Stadt Winterberg wollte in der Innenstadt Ampeln mit akustischen Signalen ausstatten. Doch die Behörden stellen sich quer:

In die vergangene Sitzung des Winterberger Seniorenbeirates brachte Bürgermeister Michael Beckmann die Stellungnahme vom Landesbetrieb Straßen NRW und des Straßenverkehrsamtes des Hochsauerlandkreises bezüglich der Umrüstung der Ampeln im Stadtgebiet Winterberg mit. Vor einiger Zeit hatte der Seniorenbeirat den Antrag gestellt, die ampelgeschalteten Fußgängerüberwege in der Kernstadt mit akustischen Signalen nachträglich auszustatten. Nach einem Ortstermin mit dem Vorsitzenden des Seniorenbeirates, dem Ortsvorsteher der Kernstadt, Bernhard Selbach, dem Leiter des städtischen Bauhofs, Alexander Vonnahme und Bürgermeister Michael Beckmann, wurde dann der Antrag des Seniorenbeirates an die zuständigen Stellen weiter geleitet.

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Sowohl der Landesbetrieb Straßen NRW als auch das Straßenverkehrsamt des Hochsauerlandkreises als zuständige Behörden sehen allerdings keine Notwendigkeit alle Ampelanlagen pauschal umzurüsten. Die meisten Ampeln im Stadtgebiet seien bereits mit einem Vibrationsalarm ausgestattet. Das heißt, der Drücker an der Ampel beginnt zu vibrieren, sobald die Fußgängerampel grün ist. Dieser Vibrationsalarm sei heute für sehbehinderte Menschen bei der Querung der Straße hilfreich und vor allem auch bekannt, so in der Stellungnahme ausgeführt. Ist eine zusätzliche Akustik aufgrund besonderer Bedürfnisse einer sensorischen Einschränkung eines Fußgängers nötig, wird diese natürlich nachgerüstet.

Der Seniorenbeirat habe die Ausführungen der Behörden zur Kenntnis genommen, sagt Walter Hoffmann, Vorsitzender des Seniorenbeirats Winterberg. Nach der persönlichen Einschätzung von Hoffmann werde nach diesem Statement eine zusätzliche Akustik nur dann nachgerüstet, wenn ein „besonderes Bedürfnis“ von mobilitätseingeschränkten Personen bei denen unter anderem eine sensorische Einschränkung vorliege. Nach Aussage der Stadtverwaltung lagen aber keine Anfragen vor. „Der Seniorenbeirat kann jetzt in der Sache nur noch tätig werden, wenn uns entsprechende Anträge unter anderem von sehbehinderten Bürgern erreichen“, erklärt Walter Hoffmann.

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Eigentlich seien akustischen Signale unverzichtbar für Blinde und Sehbehinderte, hatte Hoffman noch Anfang des Jahres gegenüber der WP gesagt. Er sei etwas verwundert darüber, dass diese nicht von vorneherein mit dieser Unterstützung ausgerüstet worden seien. Er habe gedacht, dass dies bei neuen oder umgerüsteten Ampeln, wie beispielsweise die Im Hohlen Seifen, Standard sei. Möglicherweise müsse man außerdem noch die Verlegung von Rippen- beziehungsweise Noppenplatten als ein Blindenleitsystem in Betracht ziehen.

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