Umwelt

Wolfgang Finke kippt „seinen“ See nach 45 Jahren wieder zu

Der Wolfgangsee bei Madfeld wird wegen der angeblich von den dort vorkommenden Signalkrebsen ausgehenden Gefahr für die Edelkrebse in der Aabachtalsperre verfüllt. Das macht der Namensgeber des Sees, Wolfgang Finke (72), der den See Anfang der 70er Jahre auch auskofferte

Foto: Jürgen Hendrichs

Der Wolfgangsee bei Madfeld wird wegen der angeblich von den dort vorkommenden Signalkrebsen ausgehenden Gefahr für die Edelkrebse in der Aabachtalsperre verfüllt. Das macht der Namensgeber des Sees, Wolfgang Finke (72), der den See Anfang der 70er Jahre auch auskofferte Foto: Jürgen Hendrichs

Madfeld.  Anfang der 70-er Jahre kofferte er den Wolfgangsee bei Madfeld aus, jetzt kippt er ihn wieder zu - eine Schutzmaßnahme wegen des Signalkrebses.

Vor gut 45 Jahren hatte er schon einmal mit schwerem Gerät am Prinzknapp zu tun. Damals saß Wolfgang Finke im Führerstand eines Baggers, heute bedient er eine Planierraupe. Damals kofferte er dort eine Kuhle aus, zurzeit verfüllt er sie wieder. Sisyphus lässt grüßen. Dabei hat Wolfgang Finke, anders als die griechische Sagengestalt, gar nichts verbrochen. Im Gegenteil. Wolfgang Finke, das ist der Namensgeber des Wolfgangsees bei Madfeld. „Unser Bürgermeister Jostmeier hat den See so getauft“, erinnert sich der 72-Jährige mit einem Schmunzeln. Obwohl: Zum Schmunzeln ist dem Madfelder Jungen - wie vielen seiner Mitbewohner - eigentlich gar nicht zu Mute.

Rund 5000 Tonnen Material benötigt

Seit einer Woche karren Lastzüge Vorabsiebung aus dem Mühlenbein-Steinbruch bei Rösenbeck heran. Rund 100 Fuhren sind bis gestern abgeladen worden. Etwa 1800 Tonnen Material hat Wolfgang Finke bereits in den See geschoben; rund 5000 sollen es insgesamt werden. Doch jetzt ist erst einmal Pause. „Der Wasserspiegel muss jetzt erst einmal sacken“, sagt Dipl.-Ing. Wolfgang Klein, Inhaber des gleichnamigen Ingenieurbüros für Wasserwirtschaft und Gewässerökologie in Warstein-Allagen. Bei dem Wasser handelt es sich um Grundwasser, der See hat weder einen Zu- noch einen Abfluss. Im Uferbereich ist eine rote Markierung angebracht, mit der das Absinken des Wasserspiegels beobachtet werden kann.

Das Grundwasser ist dort so ergiebig, dass es sich durch die Uferböschung und sogar durch ein angrenzendes Wäldchen durchdrückt, um als Rinnsal wieder zutage zu treten. Das ist auch der Grund für die Verfüllung des Teichs. Der Aabachverband befürchtet, dass es trotz des Abfischens (wir berichteten) im Wolfgangsee weitere ausgesetzte Signalkrebse geben könnte, die eine potentielle Gefahr für das Edelkrebsvorkommen in der Luftlinie keine fünf Kilometer entfernte Trinkwassertalsperre darstellen würden (siehe Kasten).

Entstanden ist der rund 1200 qm große und bis zu drei Meter tiefe See, als die damals noch selbstständige Gemeinde Madfeld Anfang der 70er Jahre eine neue Kläranlage errichtete und Material für die Baustraße benötigte. Da kam das Schiefergestein vom Prinzknapp gerade recht. Zumal, der ortskundigen Weitsicht sei Dank, das dort besonders ergiebige und früher über den Wirtschaftsweg abfließende Grundwasser gleich für einen Löschteich inmitten der weitläufigen Waldgebietes benutzt werden sollte.

Bauunternehmen reaktivierte seinen Baggerführer

Das Altenbürener Bauunternehmen, für das Wolfgang Finke 45 Jahre als Baggerführer tätig war und für das er auch schon damals den See ausgehoben hat, sprach seinen Ruheständler auf den besonderen Aushilfs-Job an „seinem“ See an. Und das Ausheben, das würde er glatt auch noch einmal übernehmen...

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