Umwelt

Wolfgangsee bei Madfeld wird noch ein zweites Mal abgefischt

So sah der Wolfgangsee noch Mitte vergangener Woche aus. Mittlerweile ist er zu gut zwei Dritteln zugekippt. Als erstes war das Ufer verwallt worden (Hintergrund), weil dort Wasser durch den Damm drückte.

So sah der Wolfgangsee noch Mitte vergangener Woche aus. Mittlerweile ist er zu gut zwei Dritteln zugekippt. Als erstes war das Ufer verwallt worden (Hintergrund), weil dort Wasser durch den Damm drückte.

Foto: Jürgen Hendrichs

Madfeld.   Eine kleine Wasserfläche ist vom Wolfgangsee noch vorhanden. Die Verfüllung schreitet voran. 2018 soll die Anlage neu hergerichtet werden.

Braune Brühe. Verrottetes Treibholz. Ein paar Plastikflaschen. Zu etwa zwei Dritteln ist der Wolfgangsee bei Madfeld verfüllt. Jetzt ist ein paar Tage Pause. Der Wasserspiegel soll sacken. Durch das Zukippen war der Wasserstand gestiegen, Wasser hatte sich durch den Damm auf den Wirtschaftsweg gedrückt und floss dort ab.

Alarmstufe rot: Denn mit dem Wasser könnte auch der eventuell vorhandene Krebspest-Erreger verschleppt werden und in die Zuläufe der Aabachtalsperre gelangen. Deshalb hatte man das Ufer zunächst mit Schüttmaterial aus dem Steinbruch verstärkt - eine „Verwallung“, wie der Gewässer-Ökologe Dipl.-Ing. Wolfgang Klein (Allagen) die Baumaßnahme nennt. Eine vorsorgliche Maßnahme. Eventuell habe es sich bei diesem Wasser aber auch einfach bloß um Niederschläge gehandelt.

2500 cbm Verfüllmaterial

Insgesamt rund 2500 cbm Schüttgut müssen nach den bisherigen Berechnungen in den See eingebaut werden. Ob noch mehr Material erforderlich sein wird, bleibt abzwarten. Es wird letztlich vom Grundwasserstand und -druck abhängen, ob der See so hoch verfüllt bleiben muss wie derzeit oder ob von dort Material abgeschoben werden kann, wenn sich der Wasserstand gesenkt hat.

Dienstag kommender Woche soll der See ein zweites Mal abgefischt werden. Vor allem dürften sich dort noch Giebel aufhalten, eine extrem anspruchslose Fischart, die das Hauptvorkommen in dem sauerstoffarmen Grundwasser des Wolfgangsees ausmacht. An diesem Donnerstag steht das Thema im Kreisumweltausschuss (17 Uhr, Kreishaus Meschede) auf der Tagesordnung. Laut Sitzungsvorlage ist geplant, den Teich eventuell abzupumpen. Das Wasser soll zum Versickern in den südlich gelegenen Wald geleitet werden.

Das allerdings hat Stadtforst-Chef Dr. Gerrit Bub untersagt. Grund: Es könne nicht ausgeschlosssen werden, dass sich noch im See vorhandene Signalkrebse von dort auf den Weg zu den nördlich des Wolfgangsees gelegenen Zuflüssen der Aabach machen. Das Gelände südlich des Sees, so meinen die Organisatoren der Maßnahme, gehöre im Gegensatz zur nördlichen Seite nicht zum Einzugsbereich der Aabachtalsperre.

Auch Kontrolle in zwei Bächen

Seit den sieben vor einem Jahr entdeckten und den beiden, unmittelbar vor der Bürgerversammlung im September in den Reusen vorgefundenen Signalkrebsen gibt es keine weiteren Hinweise auf den ungebetenen Wasserbewohner. Parallel zu der im Mai begonnenen Bereusung des Wolfgangsees hatte auch die Biologische Station des Hochsauerlandkreises mit der Suche nach dem Signalkrebs begonnen.

In zwei Aabach-Zuflüssen wurden jeweils zwei Reusen ausgelegt, die jeden zweiten Tag neu beködert und kontrolliert werden, und zwar bis zur endgültigen Verfüllung des Sees. Einen Signalkrebs, so der Leiter der Biologischen Station, Werner Schubert, habe man bisher nicht gefangen.

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