Gesundheit

Zahl der Krätze-Fälle im HSK steigt um 53 Prozent

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Ein Mann zeigt auf einem Smartphone ein Foto seines von Krätze befallenen Fußes. Die Fallzahlen im HSK sind gestiegen

Ein Mann zeigt auf einem Smartphone ein Foto seines von Krätze befallenen Fußes. Die Fallzahlen im HSK sind gestiegen

Foto: Henning Kaiser / dpa

Hochsauerlandkreis.  Lange Zeit schien die Krätze in Deutschland kaum noch aufzutreten. Im Hochsauerlandkreis ist 2019 die Zahl der Krätze-Fälle stark gestiegen.

1510 Krätze-Fälle wurden verzeichnet, im Jahr zuvor waren es 984. Das ist eine Zunahme um 53,5 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK Nordwest hervor. „Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Parasiten ausgelöst wird. Um sie schnell wieder los zu werden, ist eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.

Lange Zeit schien Krätze (Skabies) vergessen zu sein. Doch die Zahlen belegen, dass die Erkrankung wieder auf dem Vormarsch ist. Typische Symptome sind starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut mit kleinen Knötchen. Durch den starken Juckreiz ist die Haut oft mit blutigen Kratzspuren übersät. Die Symptome entstehen vor allem durch eine Hautentzündung. Denn wenn Krätzmilben die Haut besiedeln, wird die Haut geschädigt. Dadurch reagiert das Immunsystem und es kommt zu entzündlichen Prozessen mit den typischen Hautveränderungen.

Eine Milbe reicht aus

Die Übertragung einer einzigen Milbe reicht schon aus, um Krätze zu verursachen. Daher kann eine Ansteckung mit Krätze jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit mangelnder Hygiene zu tun. Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je mehr Krätzmilben sich auf der Hautfläche befinden.

Direkt von Mensch zu Mensch ist die gewöhnliche Krätze nur dann ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über mindestens fünf bis zehn Minuten besteht. Dementsprechend sind Handschütteln, Umarmungen oder eine Untersuchung der Haut von Patienten mit gewöhnlicher Skabies ohne Risiko. Auch eine indirekte Übertragung über Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche ist möglich. So kann es auch in Kindergärten, Gemeinschaftseinrichtungen oder in Alten- und Pflegeheimen zur Ansteckung kommen.

Wäsche täglich wechseln

Im Erkrankungsfall ist eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls Tabletten notwendig. Diese zielen vor allem darauf ab, die Milben mitsamt Larve und Eiern abzutöten. „Hygiene und ein gestärktes Immunsystem spielen für den Verlauf eine große Rolle“, so Schneider. Häufiges Duschen oder Baden und ein guter Immunstatus erschweren die Vermehrung der Milben. Sinnvoll ist es, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Geht dies bei bestimmter Kleidung nicht, kann diese für mindestens zwei Stunden im Gefrierschrank bei mindestens Minus 25 Grad aufbewahrt werden. Nicht waschbares Spielzeug sollte zwei Wochen lang luftdicht verpackt werden. Außerdem sollten Polstermöbel und Matratzen täglich abgesaugt werden.

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