Justiz

Ziegenhof bei Brilon – PETA zeigt Veterinäramt des HSK an

Die Organisation PETA hat Strafanzeige gegen Mitarbeiter des Veterinäramts im HSK gestellt.

Die Organisation PETA hat Strafanzeige gegen Mitarbeiter des Veterinäramts im HSK gestellt.

Foto: Oliver Müller

Brilon.   PETA hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche des Veterinäramtes Hochsauerlandkreis erstattet. Der Kreis reagiert gelassen.

Trotz mehrerer Anzeigen aus der Bevölkerung habe die Behörde die vermeintlichen Missstände an einem Ziegenhof bei Brilon monatelang geduldet, schreibt die Organisation in einer Mitteilung.

Hochsauerlandkreis reagiert gelassen auf Anzeige

Nach Ansicht der PETA-Aktivisten hat sich das Veterinäramt der Tierquälerei durch Unterlassen schuldig gemacht. Nach dem Tierschutzgesetz und dem Strafgesetzbuch sei das Veterinäramt verpflichtet, einzugreifen und künftige Verstöße gegen tierschutzrechtliche Vorschriften zu verhindern, wenn es von Mängeln in der Tierhaltung erfahre. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, den Eingang der Strafanzeige. „Wir prüfen das jetzt“, sagte Behördensprecher Oberstaatsanwalt Werner Wolff.

Das Veterinäramt verweist weiterhin darauf, dass auf dem Ziegenhof bei Brilon keine nennenswerten Mängel bei der Tierhaltung festzustellen seinen. Im vergangenen Jahr wurde der Hof sechs Mal kontrolliert. Auch in diesem Jahr hatte es Vor-Ort-Kontrollen gegeben. „Wir sehen der Angelegenheit daher gelassen entgegen“, sagte Kreissprecher Martin Reuther.

Demonstration am Wochenende in Nähe des Hofes geplant

Die Organisation PETA beruft sich in Vorwürfen gegen den Betreiber des Ziegenhofs – und jetzt gegen Mitarbeiter des Veterinäramts – auf Filmaufnahmen, die Ende vergangenen Jahres heimlich auf dem Gelände bei Brilon gemacht worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob tatsächlich alle Aufnahmen von dem Areal stammen. Laut PETA sind die Bilder Sommer und Herbst 2016 entstanden. Die Aktivisten kritisieren eine nicht artgerechte Haltung. „Die Missstände sind in den Videos deutlich zu erkennen. Daher ist es vollkommen unverständlich, wieso das Veterinäramt nicht bereits vor Monaten eingegriffen und den Betrieb endgültig geschlossen hat“, so Sophie Nouvertné, PETA-Syndikusrechtsanwältin.

Unterdessen ist für kommenden Sonntag, 26. Februar, eine Mahnwache angemeldet worden. Tierschutz-Aktivisten treffen sich ab 10 Uhr in der Nähe des Ziegenhofs. Laut Veranstalter wird mit mindestens 100 Teilnehmern gerechnet.

Folgen Sie der Westfalenpost im Altkreis Brilon auch auf Facebook.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben