Ermittlungen

Ziegenhof Brilon: Kein Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Bick in den Briloner Stall: Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat die Ermittlungen im Fall „Ziegenhof Brilon“ eingestellt. Dem Betreiber des Hofs und dem Veterinäramt sind demnach keine  strafrechtlichen Vorwürfe zu machen.

Bick in den Briloner Stall: Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat die Ermittlungen im Fall „Ziegenhof Brilon“ eingestellt. Dem Betreiber des Hofs und dem Veterinäramt sind demnach keine strafrechtlichen Vorwürfe zu machen.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon/Arnsberg.   Der Verein PETA stellt vor einem Jahr einen Ziegenhof bei Brilon an den Pranger. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg stellt jetzt alle Verfahren ein.

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat die Akte „Ziegenhof Brilon“ geschlossen. Nach monatelangen Ermittlungen sieht die Behörde kein Anzeichen für ein strafbares Handeln nach dem Tierschutzgesetz.

Das Verfahren gegen den Inhaber des Hofes und seine Mitarbeiter wurde eingestellt. Die Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Veterinäramts Hochsauerland, die ebenfalls von der Organisation PETA angezeigt worden waren, werden auch eingestellt.

PETA hatte den Fall ins Rollen gebracht

„Es wurde umfangreich ermittelt. Die Vorwürfe ließen sich nicht erhärten“, sagte Thomas Poggel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Arnsberg der Westfalenpost. Die Organisation PETA, die das Verfahren durch einen heimlich gedrehten Film ins Rollen gebracht hatte, legte Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft ein. Die Generalstaatsanwältin entscheidet, ob das Verfahren nach Arnsberg zurückverwiesen und weiter ermittelt werden muss – sofern sie erhebliche Mängel feststellt – oder ob der Einstellungsbeschluss bestehen bleibt.

„Das dauert in der Regel ein bis drei Monate“, so Poggel. Bestätigt die Generalstaatsanwältin die Arnsberger Entscheidung, würde PETA nur noch eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Justizministerium bleiben.

Was den Falls ins Rollen brachte

Die Organisation PETA hatte Anfang 2017 ein Video veröffentlicht, dass angebliche Missstände auf dem Bio-Hof bei Brilon zeigt. Sie erstattete Anzeige gegen den Inhaber des Hofs, seine Mitarbeiter und Mitarbeiter des Veterinäramts wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Die Tiere wurden von PETA als krank und abgemagert bezeichnet. Dieser Darstellung hatten sowohl das Veterinäramt als auch der Inhaber des Hofes von Anfang an widersprochen: Ein Großteil der Tiere sei zwar erkrankt, es handele sich um ein häufig vorkommendes Krankheitsbild bei Ziegenherden: Pseudo-Tuberkulose – eine chronische, bakterielle Infektionskrankheit, die im fortgeschrittenen Stadium einen sukzessiven Austausch der Herde notwendig macht.

Amtstierarzt bezog vor Kreistagsmitgliedern Stellung

Amtstierarzt Dr. Thomas Delker musste vor Kreistagsmitgliedern Stellung zu den Vorwürfen beziehen.

Er hatte stets betont, der Hof sei mehrfach kontrolliert worden – relevante Beanstandungen habe es nie gegeben.

In einer weiteren Sequenz des PETA-Films ist zu sehen, wie ein Mann Tiere im Melkstand schlägt. Auch an dieser Stelle sieht die Staatsanwaltschaft Arnsberg keinen Anlass die Ermittlungen fortzuführen. „Die Schläge wurden von dritten Personen ausgeführt. Der Betreiber des Hofes konnte glaubhaft versichern, dass es von den Vorfällen nichts wusste. Es ist auch nicht ersichtlich, welches Motiv ein Eigentümer dieser Tiere, der mit seinen Ziegen ja wirtschaftliche Interessen verfolgt, daran haben könnte, dass sie geschlagen werden. Die entsprechenden Personen konnten darüber hinaus nicht ermittelt werden“, so Poggel.

Viele Tierärzte wurden vernommen

Im Rahmen der Ermittlungen wurde das Filmmaterial ausgewertet, der Hof wurde in Augenschein genommen und es wurden zahlreiche Zeigen vernommen – darunter auch eine Reihe von Tiermedizinern.

„Es gab eine Reihe Tierärzte, die in den vergangenen Jahren auf dem Hof tätig waren. Keiner konnte dieser Doktoren konnte von relevanten Verstößen berichten“, sagte Poggel.

„Wir haben von Anfang an damit gerechnet, dass die Verfahren ein gestellt werden“, sagte Kreissprecher Martin Reuther. Der Hof sein auch 2017 mehrfach kontrolliert worden – ohne Beanstandungen.

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