Steinfunde

Zwei Steinfunde in Niedersfeld geben viele Rätsel auf

Diese Grauwacke mit englischer Inschrift ist auf dem Wanderweg X16 bei Niedersfeld gefunden worden.                        Foto:Privat

Diese Grauwacke mit englischer Inschrift ist auf dem Wanderweg X16 bei Niedersfeld gefunden worden.  Foto:Privat

Niedersfeld.   Entdeckt haben die mysteriösen Natursteine zwei Hundebesitzerinnen aus Niedersfeld unabhängig voneinander auf dem örtlichen Wanderweg X16.

Zwei beschriftete Steine geben Niedersfelder Einwohnern derzeit ein Rätsel auf. Hat sich hier jemand einen Spaß erlaubt oder haben die Funde einen ganz anderen Hintergrund? Entdeckt wurden sie von zwei Hundebesitzerinnen aus Niedersfeld unabhängig voneinander auf dem Wanderweg X16, ein Zubringer zum Rothaarsteig. Beide Inschriften enthalten altenglische literarische Worte, wie der langjährige Niedersfelder Waldpädagoge Hans Schild herausgefunden hat.

Aber der Reihe nach: Als Ruth Lange 2016 mit ihrem Hund Gassi geht, entdeckt sie eine Grauwacke (20 x 15 cm), die im Weg quasi eingebaut ist. Sie ist selbst überrascht, den Stein nie zuvor gesehen zu haben. Den Fund übergibt sie Hans Schild, der ihn in seiner Garage aufbewahrt. „Ich habe mir den Naturstein genau angeschaut und dann gesäubert. Er muss dort schon Jahre gelegen haben. Einen Reim konnte ich mir daraus nicht machen.“ Hellhörig wurde der ehemalige Lehrer, als ihm unlängst Anne Ricke, die ebenfalls mit ihrem Vierbeiner auf dem X 16 unterwegs war, auf einen weiteren Naturstein mit Inschrift aufmerksam machte. „Er lag rund 1 Kilometer von dem anderen Stein entfernt am Wegesrand. Er ist etwa 30 x 20 cm groß und schon recht verwittert. Das deutet darauf hin, dass auch er dort möglicherweise schon einige Jahrzehnte gelegen hat.“

Nachforschungen angestellt

Schild möchte es nun genauer wissen. Er stellt Nachforschungen an, zeigt die Funde Steinmetzmeister Carl Schlüter. Dieser kann einen Stein als Grauwacke identifizieren, der andere ist nicht genau bestimmbar. Vielleicht ein Diabas. Die Inschrift, so der Fachmann, muss mit einem Dremel (Werkzeug für Feinmechanik oder Modellbau), bestückt mit einem Diamantkopf, gefertigt worden sein. Das Alter der Schrift lässt sich nicht bestimmen, das Schriftbild erscheint aber noch nicht sehr alt. Hans Schild erkundigt sich im Dorf, ob es noch weitere Funde gegeben hat. Doch Fehlanzeige. Der ehemalige Lehrer versucht nun, dem Geheimnis des Textes auf den Grund zu gehen. „Die Worte könnten aus der englischen Literatur stammen. Ich habe aber noch keine entsprechenden Verse gefunden.“

Beide Texte, die vom Schriftbild her offenbar von einer Person stammen, sind mit Old Fox und Fox signiert. „Es sind düstere, depressive Verse, als wenn jemand des Lebens überdrüssig geworden ist“, meint Schild. Er forscht weiter und erinnert sich, dass noch bis in die 70er Jahre Soldaten der englischen Rheinarmee ihr Lager in der Niedersfelder Halle aufgeschlagen hatten. „Vielleicht hat einer der Soldaten aus Liebeskummer die Steine angefertigt und dort abgelegt. Die Armee jedenfalls verfügte damals schon über modernste Werkzeuge. Es könnten aber auch Naturbeobachtungen sein“, so der Waldpädagoge.

Düstere Verse

Es seien viele Möglichkeiten denkbar, meint Schild. „Vielleicht gehören die Steine auch zu einer neuen Art von Geocaching oder vielleicht möchte jemand, dass die Steine der Anfang eines Literaturweges in Niedersfeld sind“, meint er mit einem Augenzwinkern. Wer eine Idee hat, welches Geheimnis sich hinter den Funden verbirgt oder ähnliche Steine gefunden hat, sollte sich mit Hans Schild, 02985 589, oder schild-winterberg@t-online, in Verbindung setzen.

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