Preis

Zweiter Kunstpreis in Bredelar übergeben

Preisträgerin Nicole Sommer mit Peter Engels (links) und Alfred Hammer, deren Organisationen den Preis ins Leben gerufen haben.

Preisträgerin Nicole Sommer mit Peter Engels (links) und Alfred Hammer, deren Organisationen den Preis ins Leben gerufen haben.

Foto: Annette Dülme

Bredelar.   Mit ihrem Werk holt Nicole Sommer aus Hamm den 2. Kunstpreis HSK. Sonderpreis für zehn Bilder der betreuten Wohngruppe der Caritas Brilon.

Nicole Sommer, Lehrerin für Kunst und Erdkunde in Hamm, hat den 2. Kunstpreis HSK 2019 zum Thema „Menschenrechte“ gewonnen. Überglücklich nahm die gebürtige Marsbergerin (29) die Auszeichnung verbunden mit einem Preisgeld von 1500 Euro entgegen für ihr Werk „Menschenrechte – Du“. Die Preisverleihung fand am Samstagnachmittag im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Ausstellung zum Kunstpreis im gläsernen KunstRaum Sauerland im Kloster Bredelar.

Anschließend fuhren viele Gäste mit einem Bus zu den beiden anderen Ausstellungsorten, evangelischen Emmauskirche in Marsberg und Erlöserkirche in Westheim, um sich dort die Werke anzuschauen.
Die Arbeit von Nicole Sommer besteche durch vordergründige Einfachheit, würdigte Peter Engels, Vorsitzender des Kunstkreises Papengesellschaft, die klare reduzierte Formensprache, mit der die Künstlerin die komplexe Thematik leicht und frei präsentiere: 29 blaue Fußabdrücke in Digitaldruck auf einem rahmenlosen Plakat stehen symbolisch für den jeweiligen Artikel der Charta der Menschenrechte. Personifiziert werden die Fußabdrücke durch die jeweilig betreffenden Personengruppen der Artikel.

Der 30. Fußabdruck fällt aus der Norm heraus. Er ist gelb und bildet das Gegenstück zu den 29 linken Fußabdrücken. Darunter steht das Wort „Du“, das sich an jeden richtet, „weil jeder sich dafür einsetzten sollte, dass die Menschenrechte angewendet und eingehalten werden“, so Nicole Sommer. Es sei eine „Mahnung und Erinnerung an unsere Menschlichkeit und unseren gesellschaftlichen Auftrag.“

27 Kunstschaffende mit dabei

Eine besondere Würdigung, dotiert mit 200 Euro, erhielt die betreute Wohngruppe der Caritas Brilon für ihre Gemeinschaftsarbeit: Zehn Bilder haben die Mitglieder der Wohngruppe anlässlich eines Wortgottesdienstes zum Neujahrsempfang der Stadt Brilon zum Thema Menschenrechte gemalt.
Insgesamt haben sich 27 Kunstschaffende mit über 40 Werken um den 2. Kunstpreis HSK beworben. Ausgeschrieben hatte ihn der Kunstkreis Papengesellschaft Marsberg und die Stiftung „Evangelisch in Marsberg“. Zum Zeitpunkt der Ausschreibung feierte die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen ihren 70. Geburtstag. Sie bildete die Grundlage des Grundgesetzes. „Grund genug, um dieses Thema zur künstlerischen Umsetzung freizugeben“, verdeutlichte Peter Engels. Er frage sich, so Alfred Hammer, Superintendent i. R. und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung „Evangelisch in Marsberg“, in seiner Festrede, was aus den Menschenrechten geworden sei, „in einer Zeit, in der Trump sie eingemauert hat und die Türkei sie in Zellen sperrt.“

Tolle Beiträge auch aus der Region

Bemerkenswert findet Hammer, dass sich Künstler aus ganz Deutschland beteiligt haben, auch Nichtprofis mit Exponaten aus den Bereichen Rauminstallation, Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie und Collage.
So verbindet Renate Becker aus Padberg in ihrem Gemälde Glück, reine Luft und Freiheit mit dem Thema. Mechthild Bickmann (Münsterland) lässt die Person auf ihrem Gemälde alle Fesseln abwerfen. Sonnia Jannssen aus Arnsberg hat die Flucht in ihren Gemälden thematisiert. Gudrun Kreft auf Grönebach stellt den Menschen in seiner Empfindlichkeit dar. Ezéchiel Mehomez verwandelt in seinen Installationen materielle Realität in spirituelle. Angela Ortkemper-Wagner aus Brilon hat die Menschenrechte einlaminiert. Klaus Rahmann (Arnsberg) schuf eine Friedenstaube aus Marmor, Granit, Edelstahl und Schiefer . Angelika Welters (Berlin) stellt Flüchtlinge in Silhouettenschnitt in Metallimitation plastisch dar und Erika Zoll aus Hallenberg in ihrer Collage den Totalumbau der Lebensgrundlage, was die Erde wahrscheinlich unbewohnbar machen werde.

Zur Ausstellung gibt es einen begleitenden Katalog, in dem alle Werke und die Kunstschaffenden präsentiert werden.

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