Wald und Holz NRW

70 Jahre Forstliches Bildungszentrum in Neheim

Lernen im Waggon: Zwischen 1952 und 1957 wurden Waldarbeiter u.a. in „Lehrwagen“ geschult, die in vielen NRW-Bahnhöfen Halt machten. Foto:WALD UND HOLZ NRW

Lernen im Waggon: Zwischen 1952 und 1957 wurden Waldarbeiter u.a. in „Lehrwagen“ geschult, die in vielen NRW-Bahnhöfen Halt machten. Foto:WALD UND HOLZ NRW

Neheim.   70 Jahre Forstliches Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik in Neheim: Feierstunde mit zahlreichen Experten.

Wenn angehende Waldarbeiter in Nordrhein-Westfalen in den 1950er Jahren „nur Bahnhof verstanden“, war das nicht ungewöhnlich: zwischen 1952 und 1957 wurden sie u.a. in „Lehrwagen“ geschult: spezielle Eisenbahn-Waggons mit 15 Arbeitsplätzen und Wohnraum, die an Bahnhöfen in NRW zum Einsatz kamen! Nur eines von zahlreichen interessanten Details des Vortrags von Thilo Wagner, Leiter Forstliches Bildungszentrum, zum Jubiläum seiner Einrichtung. Seit 70 Jahren bildet Wald und Holz NRW aus, Anfangs in Münster, heute in Neheim.

Dort, am Alten Holzweg, fand jetzt die offizielle Feierstunde statt, unter dem Motto „Durch Innovationen in die Zukunft – 70 Jahre Forstliches Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik“.

Anfänge im Münsterland

Was einst im Münsterland begann – 1949 wurde die nordrhein-westfälische Waldarbeitsschule in Rinkerode gegründet – wird inzwischen im Sauerland erfolgreich und hoch technisiert fortgesetzt:

Die Berufsbilder in der Forstwirtschaft haben einen enormen Wandel – von einfachen landwirtschaftlichen Saisonarbeitern hin zu digital ausgestatteten Smart-Forest-Workern – durchlebt.

Allerdings hat sich nicht nur das Berufsspektrum radikal verändert, sondern auch der Arbeitsplatz Wald. Darauf gingen die zahlreich anwesenden Experten aus Forstwirtschaft und Forstwissenschaft in verschiedenen Fachvorträgen ein. Unter dem Aspekt „Zukunft der Branche“ wurden Klimawandel, Digitalisierung im Wald und Innovationen in der Forsttechnik thematisiert. Außerdem gingen die Anwesenden der Frage nach, wie ein Forstbetrieb in der Zukunft aufgestellt sein muss, um den genannten Anforderungen (weiterhin) gerecht werden zu können.

Sicherung des Fachkräftebedarfs

Galten in den 1950ern die „Lehrwagen“ als innovativ, sei in der heutigen Zeit stellvertretend die Digitalisierung der Motorsäge genannt. Der „Klassiker“ unter den Arbeitsgeräten im Wald kommt inzwischen als digitales Produkt-System daher. Ein schwäbischer Hersteller bietet u.a. Vernetzung mit dem Smartphone und Auswertung am Computer an. Teilweise sieht die Realität jedoch (noch) anders aus – bedeutet forstliche Gegenwart „Technologie von Gestern trifft auf die Ansprüche von Morgen...“.

Gut aufgestellt

Mit Blick auf die nächsten 70 Jahre fällt der Ausblick trotzdem positiv aus: „Das forstliche Bildungszentrum ist auch für die Zukunft mit seiner Ausrüstung und seinem Personal gut aufgestellt und kann die Sicherung des Fachkräftebedarfs für 4500 Betriebe mit 6000 Beschäftigten in der nordrhein-westfälischen Forstwirtschaft sicherstellen“, gibt FBZ-Chef Thilo Wagner die Marschrichtung vor.

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