Meerschweinchen

86 Nager leben in der Arnsberger Meerschweinvilla Tierlieb

Meerschwein machen süchtig

Julia Schleep aus Holzen züchtet Meerschweinchen

Julia Schleep aus Holzen züchtet Meerschweinchen

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Arnsberg-Holzen.   Meerschweinchen-Züchterin Julia Schleep (34) aus Arnsberg-Holzen hat ihr Herz an die kleinen Nager verloren. 86 Tiere leben in eigener Villa.

Das geräumige Gartenhaus steckt voller Leben – und erinnert ein wenig an das Dorf der Hobbits aus J.R.R. Tolkiens Roman. Doch wir sind nicht in Mittelerde, sondern in Holzen – und bei den Bewohnern der Holzhütte handelt es sich nicht um kleine Hobbits, sondern um Meerschweinchen.

Exakt 86 bevölkern derzeit das Haus sowie ein angebautes Außengehege – und alle sind ihrer „Chefin“ Julia Schleep namentlich bekannt!

Das bunte Treiben in der „Meerschweinvilla Tierlieb“

„Meerschweinchen machen süchtig“, meint Julia mit Blick auf ihr Hobby, das sie mit einer beeindruckenden Sorgfalt betreibt – wer als Nager bei der Holzenerin lebt, hat echt Schwein gehabt: Die aus Holz gebauten Gehege in der „Meerschweinvilla Tierlieb“ sind aufgeteilt in Männer- und Frauen-WG’s, in Mutter-Kind­Zimmer und „eheliche Schlafzimmer“ – damit Julia Schleep den Überblick nicht verliert, denn die 34-Jährige ist seit über zehn Jahren auch als Züchterin aktiv; und das mit Akribie und Sachverstand: „Rassetiere müssen es schon sein“, sagt sie, „von den über 50 verschiedenen Meerschweinchen-Rassen die es gibt, findet man bei mir fünf.“ Glatthaar (mit kurzem, glatten Fell), „English Crested“ (mit Wirbel auf dem Kopf), Rosette (mit vielen Wirbeln am Körper), „US-Teddy“ (mit Plüschfell) und Peruaner-Meerschweinchen ((langhaarig); auch der Laie erkennt die verschiedenen Tierchen bei genauerem Hinsehen sofort.

Meerschweinchen sollten nicht mit Kaninchen zusammen leben

„Ich züchte vor allem für mich“, sagt die Meerschweinchen-Expertin – übrigens auch Mutter zweier kleiner Kinder – mit Blick auf diese Facette ihres Hobbys. Wer ein Schweinchen aus Holzen haben möchte, muss sich zunächst ihrem – wenn nötig, auch kritischen – Blick stellen. „Am liebsten habe ich es, wenn die Leute zu mir kommen“, meint sie, denn das Wohl jedes einzelnen ihrer Lieblinge liegt Julia am Herzen.

Mit Halbwissen und falschen Vorstellungen räumt sie auf: „Meerschweinchen sollten immer wenigstens zu zweit, besser noch zu viert gehalten werden. Die Lebenserwartung liegt bei sechs bis acht Jahren – und wer möchte schon sein Leben lang allein sein?“ Kommunikation unter den Tieren sei wichtig – da reiche nur der Besitzer allein nicht aus. „Und mit Kaninchen zusammen geht gar nicht – das führt unweigerlich zu Konflikten!“

Von 250 auf 86 Meerschweinchen reduziert

Doch wie kommt es eigentlich, dass es im Laufe der Jahre immer mehr Meerschweinchen wurden?

„Mein erstes Schweinchen hatte ich mit neun Jahren“, erinnert sich die gebürtige Hüstenerin, „es hieß Bommel und war für mich der Hund, den ich damals nicht haben konnte.“ Ein guter „Ersatz“, denn: „Sie sind wie kleine Hunde“, hat Julia im Laufe der Jahre festgestellt. 2008 fing sie dann an zu züchten, „verschlang“ einschlägige Literatur; 2010 – inzwischen wohnte sie bereits in Holzen – zogen ihre damals etwa 30 Tiere aus dem Haus in die Gartenhütte, die wiederum zwei Jahre später um das Außengehege erweitert wurde.

Beim (Aus)bau packt Ehemann Raphael mit an, der seiner Frau ansonsten aber nicht dazwischen funkt. „Die Schweinchen sind mein Baby“, stellt Julia klar. Um die 250 (!) waren es noch vor etwa fünf Jahren, doch als zweifache Mutter tritt sie inzwischen ein wenig kürzer.

Premiere für die Meerschweinchenbörse

Allerdings nicht am Wochenende – dann steht ihre erste in Eigenregie organisierte Meerschweinchenbörse auf dem Plan: Am Samstag, 20. Oktober (15 bis 18 Uhr), und Sonntag, 21. Oktober (10 bis 17 Uhr), sind Schweinchen-Fans, und die es werden möchten, in die Holzener SGV-Hütte (Bremkestraße, den bunten Luft­ballons folgen) eingeladen. Für das leibliche Wohl und Kinderprogramm (u.a. Stockbrot) ist gesorgt.

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