Schulentwicklungsplanung

Ab Jahr 2022/23 steigen Schülerzahlen in Arnsberg wieder an

Grundschule St. Michael Neheim: Hier wird der Platz bald nach den Erkenntnisse des Berichts nicht mehr ausreichen.

Grundschule St. Michael Neheim: Hier wird der Platz bald nach den Erkenntnisse des Berichts nicht mehr ausreichen.

Foto: Martin SchwaRZ

Monitoringdaten 2018 über die Entwicklung der Schülerzahlen sollen Grundlage für schulpolitische Entscheidungen in der Stadt Arnsberg sein.

Die Verwaltung hat einen umfassenden Bericht zur Entwicklung der Schülerzahlen erarbeitet. Wichtigste Aussage: Perspektivisch wird es bald wieder mehr Schülerinnen und Schüler an den Arnsberger Schulen geben. Insgesamt werden die Gesamtschülerzahlen in den städtischen Schulen bis zum Schuljahr 2021/22 demnach zwar noch abnehmen und ab dem Schuljahr 2022/23 erneut ansteigen.

Um die Auswirkungen veränderter Schülerzahlen weiter zu analysieren wurde ein verwaltungsinterner Arbeitskreis gebildet. Auf der Grundlage der Arbeitsergebnisse dieses Arbeitskreises werde in Abstimmung mit der Schulabteilung der Bezirksregierung an einem auf fünf Jahren ausgelegten Schulentwicklungskonzept gearbeitet.

Es geht ums Geld und um Gebäudemanagement: Auch finanzielle Auswirkungen werden zu erwarten sein. „Aufgrund der Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung müssen Maßnahmen erarbeitet werden, deren Finanzierung Auswirkungen auf die Haushaltsplanungen der nächsten Jahre haben wird“, so der Verwaltungsbericht. Dabei seien die Vorgaben des Stärkungspaktgesetzes weiterhin strikt einzuhalten. Die Politik wird ein Wort mitzusprechen haben. „Wir warten aber jetzt erst einmal die Vorschläge der Verwaltung ab“, so Schulausschussvorsitzende Nicole Jerusalem (CDU). Im Bericht kommen ihr die weiterführenden Schulen etwas zu kurz. „Das ist ja eigentlich viel spannender“, sagt sie. Mit der Entscheidung, die Hauptschule schnell ins Zentrum des Stadtgebiets nach Hüsten zu ziehen und die Realschule Hüsten baulich „nach vorne zu bringen“, habe die Politik hier ja bereits schon einen Weg geebnet.

Grundschulen legen zu

Die Schülerzahlen in den Grundschulen werden nach den Ergebnissen des Monitorings bis zum Schuljahr 2021/22 auf einem gleichbleibenden Niveau bleiben. Erst in den Schuljahren 2022/23 bis 2023/24 werden die Zahlen im Bereich der gesamten Grundschulen mit rund 100 Schülern pro Schuljahr ansteigen. Die Klassenanzahl wird demzufolge auch ansteigen. Die Grundschule Voßwinkel wird die für eine Fortführung benötigte Mindestschülerzahl von 92 spätestens zum Schuljahr 2021/22 unterschreiten und voraussichtlich nicht mehr erreichen. „Hier ist eine schulorganisatorische Maßnahme zu treffen“, heißt es in dem Bericht.

Was immer das bedeutet: CDU-Schulausschussvorsitzende Nicole Jerusalem sieht das Thema Voßwinkel noch relativ entspannt. Hier gelte, was für das gesamte Thema gilt: „Von einfachen Lösungen sind wir weit weg!“.

Graf-Gottfried-Schule begrenzt

Die Graf-Gottfried-Schule ist vom Rat bereits mit der Aufhebung der Schulbezirke auf eine Einzügigkeit festgelegt worden. Aufgrund des sehr knappen Raumangebots wird zwingend beginnend mit dem Schuljahr 2019/20 nur noch eine Eingangsklasse eingerichtet. Die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung wurde entsprechend angepasst.

Zuwachs auf Bergheim und St. Michael

In der Grundschule St. Josef-Bergheim ist eine steigende Anzahl von Schülern im gesamten Zeitraum der Prognose zu verzeichnen. Ein Teil des Anstiegs liegt auch in der Begrenzung der Graf-Gottfried-Schule. Nach Festlegung eines „eigenen“ Raumprogramms ist festzustellen, ob die räumlichen Kapazitäten ausreichen. Auch in der Grundschule St. Michael wird ein Anstieg zu verzeichnen sein, der jedoch voraussichtlich zu keiner Veränderung der Klassenanzahl führen wird. Aber auch hier sind die vorhandenen Raumkapazitäten nach der Festlegung eines Raumprogramms zu untersuchen.

Müggenbergschule wird zu klein

Die Grundschule Röhrschule ist vom Rat ebenfalls bereits in 2007 auf eine Einzügigkeit festgelegt worden. Auch hier wird zukünftig nur noch eine Eingangsklasse eingerichtet. Dies hängt auch mit der Unterbringung der OGS im Schulgebäude zusammen. Bei der Grundschule Mühlenberg ist davon auszugehen, dass die Raumkapazitäten spätestens zum Schuljahr 2022/23 nicht mehr ausreichend sein werden. Für die Grundschulen im Ortsteil Arnsberg ist nach dem Umzug der Grundschule Johannesschule an den neuen Standort von einem ausreichenden Raumangebot auszugehen.

Jerusalem: „Sanierung geht mir nicht schnell genug“

Die Schulentwicklungsplanung ist für die Schulausschussvorsitzende Nicole Jerusalem (CDU) ohnehin nur die eine Schiene des Verwaltungshandelns. Es gebe aus ihrer Sicht aktuell noch dringenderen Handlungsbedarf bei der Umsetzung des Projekts „Arnsberg investiert in Schulen“, für das viele Fördergelder für Schulsanierungen und Modernisierungen bereit liegen. „Wir reden über Dinge, die den Kindern sofort zu Gute kämen“, sagt sie, „hier liegen Millionen auf dem Konto und es passiert nichts. Das geht mir nicht schnell genug!“.

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