Salus-Klinik Oeventrop

Abriss der Salus-Klinik in Oeventrop rückt näher

„Lost Places“-Filmer zieht die seit 2017 teilweiseausgebrannte frühere Salus-Klinik in Oeventrop immer wieder an –  Kaufinteressenten allerdings nicht. Der Abriss des maroden Gebäudes rückt näher... Foto:Wolfgang  Becker

„Lost Places“-Filmer zieht die seit 2017 teilweiseausgebrannte frühere Salus-Klinik in Oeventrop immer wieder an – Kaufinteressenten allerdings nicht. Der Abriss des maroden Gebäudes rückt näher... Foto:Wolfgang Becker

Oeventrop.   Salus-Klinik: Verhandlungen zwischen Inhaber und Versicherung in etwa drei Monaten abgeschlossen. Gebäude oft im Fokus von „Lost Places“-Filmern.

„Lost Places“ – verlorene Orte – unter diesem Begriff kursieren immer häufiger You Tube-Filmchen oder Fotogalerien im Internet. Die ­Salus-Klinik in Oeventrop gehört zu den gefragten Motiven in der Szene. Vielleicht jedoch nicht mehr lange, denn der Abriss der Immobilie rückt näher – aber der Reihe nach:

„Einsam und verlassen auf dem Berg liegt diese rote Backstein­klinik, die schon seit 2009 ver­lassen ist. Der Zugang war mehr als abenteuerlich – durch eine ca. 30x40 Zentimeter große Öffnung quetschte ich mich durch“, ­kommentiert einer der Hobby­filmer sein dreieinhalbminütiges Werk, das seit 2017 immerhin fast 2400 mal ­geklickt wurde.

Hausfriedensbruch

Doch genau da „liegt der Hase im Pfeffer“: Juristisch betrachtet ist es Hausfriedensbruch.

Allerdings ist die Gefahr, erwischt zu werden, relativ gering – das riesige Gebäude liegt relativ abgelegen und ist durch zahlreiche Schlupflöcher zu betreten – spätestens seit einem verheerenden Brand Mitte Juli 2017. „Es handelt sich um Privatgelände, wir als Polizei greifen nur ein, wenn uns konkrete Hinweise auf unbefugtes Betreten vorliegen“, erklärt Sebastian Held auf Anfrage. Zum Beispiel, wenn ein Passant anrufe und seine Beobachtung mitteile, so der Sprecher der Kreispolizeibehörde.

Vandalismus im Gebäude nimmt zu

Dann würde das Gebäude aufgesucht und wegen Hausfriedensbruch ermittelt. „Aber gezielt dort Streife fahren können wir natürlich nicht“, stellt Sebastian Held fest. Gezielt eingreifen kann auch der Besitzer der Immobilie nicht. Was die Gebäudesicherung ­betreffe, habe man als Eigentümer des Komplexes alles nur Mögliche getan, teils sogar Türen und Fenster mehrfach mit Brettern vernageln lassen, hatte die Salus Kliniken GmbH bereits im Sommer 2018 erklärt. Damals war die Oeventroper ­Immobilie wegen alter, teils sensibler Patientenakten in die Schlagzeilen geraten, die seinerzeit dort entdeckt wurden (wir berichteten).

Letztlich könne sich vor dem ­immer stärker werdenden Vandalismus niemand schützen, meinte Alfons ­Domma schon damals – vor allem mit Blick auf den Großbrand im Juli 2017. Die Täter wurden zwar gefasst, doch für den Schaden konnten die Jugendlichen nicht haftbar gemacht werden.

Ein Problem, wie Domma, Gesellschafter der „Salus Kliniken GmbH“, auf erneute Nachfrage erklärt. Bis heute habe man sich mit der Versicherung nicht einigen können, wer nach dem Feuer welche ­Kosten bezahlen muss. „Allerdings stehen wir inzwischen in den Endverhandlungen“, so Domma, dessen GmbH heute von Hürth bei Köln aus operiert – auch der Grund dafür, dass eine Beaufsichtigung in Oeventrop nicht möglich ist. „Es wir dauernd etwas aufgebrochen“, ärgert sich der Rheinländer, „doch eigens einen Wachdienst zu bemühen, ist aus unserer Sicht keine Option. Eine Option bleibt aber der Abriss – und dieser könnte nun zeitnah erfolgen.

Keine Kaufinteressenten

In zwei bis drei Monaten rechnet Alfons ­Domma mit einer Einigung. Der Vertrag sehe vor, dass die Versicherung die Abrisskosten komplett trägt – doch bisher wolle diese nur den Mittelteil des aus drei Trakten bestehenden Klinikgebäudes abreißen lassen... „Wir sind sehr an einer Lösung interessiert“, so der Salus-Gesellschafter. Man sei guter Hoffnung, den mehr als zweijährigen Versicherungsstreit bald beenden zu können. An dessen Ende wird unausweichlich das Ende des Gebäudekomplexes stehen. Kaufinteressenten für die Immobilie gibt es keine – spätestens seit dem Brand sind alle Initiativen zur Veräußerung ­gescheitert.

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