Verbraucherberatung

Abzocke wird in Arnsberg immer dreister

Petra Golly, Leiterin der Verbraucherzentrale (VZ) in Neheim, übergibt Bürgermeister Ralf Paul Bittner den VZ-Jahresbericht 2017; mit im Bild: Energieberater Carsten Peters (links) und Verbraucherberater Volker Mahlich, der in die Beratungsstelle an der Neheimer Burgstraße  zurückgekehrt ist

Petra Golly, Leiterin der Verbraucherzentrale (VZ) in Neheim, übergibt Bürgermeister Ralf Paul Bittner den VZ-Jahresbericht 2017; mit im Bild: Energieberater Carsten Peters (links) und Verbraucherberater Volker Mahlich, der in die Beratungsstelle an der Neheimer Burgstraße zurückgekehrt ist

Foto: Martin Schwarz

Arnsberg.   Dubiose Anbieter schieben Bürgern Verträge unter. Neheimer Verbraucherzentrale setzt sich für Geprellte ein. Berater stellen Bilanz 2017 vor

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„Die Fälle dreister Abzocke reißen nicht ab. Unser Arbeitsaufwand pro Fall wird allerdings deutlich größer, wenn ich an die 1060 Rechtsberatungen und Rechtsvertretungen im vergangenen Jahr denke“, berichtet Petra Golly, Leiterin der Verbraucherzentrale (VZ) Arnsberg, in ihrer Jahresbilanz 2017.

Wenn der „Strom-Mann“ klingelt...

Dreiste Abzocke machte Golly an dubiosen Haustürgeschäften deutlich. Golly schilderte folgende Masche: „Ein Mann drückt willkürlich auf alle Haustürklingeln eines Mehrfamilienhauses, bis endlich jemand öffnet. Dann ruft er durch den Hausflur oder sagt per Sprechfunk: „Strom ablesen!“ Wenig später geht er mit einem Formular zum Hausbewohner, der ihm geöffnet hatte, und bittet ihn, die Zählerdaten per Unterschrift zu bestätigen. Der Mann schaut sich das Formular aber nicht genau an und fällt später aus allen Wolken, als er eine Mitteilung bekommt, er habe mit seiner Unterschrift den Stromanbieter gewechselt!“

14-tägiges Widerrufsrecht

Grundsätzlich rät Petra Golly: „Niemals ein Schriftstück ohne Durchlesen unterschreiben!“ Wer dennoch voreilig unterschrieben habe, solle sich möglichst schnell die überreichte Kopie durchlesen und dann sein 14-tägiges Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften geltend machen. Selbst wenn diese Frist abgelaufen sei, könne die Verbraucherberatung eventuell doch noch helfen, indem ein Unternehmen auf Kulanz-Ebene auf einen Anruf der Verbraucherberatung reagiere.

In vielen Fällen kommt es zur Einigung

In mehr als 90 Prozent aller Rechtsberatungen und Rechtsvertretungen kann die Verbraucherzentrale Arnsberg eine Einigung zwischen Verbraucher und betroffener Firma erreichen. Das heißt allerdings nicht, dass in nahezu allen Verfahren die Verbraucher ihre Ansprüche zu 100 Prozent durchsetzen konnten. Es gibt durchaus auch Fälle, in denen Verbraucher schwerwiegende Fehler gemacht haben, die nicht mehr zu korrigieren waren.

Bei allen Rechtsberatungen und Rechtsvertretungen seitens der Verbraucherzentrale handelt es sich um außergerichtliche Verfahren (Schriftverkehr zwischen den Beteiligten). Es geht um eine Einigung, bevor es zu einem Prozess kommt. Kommt es zu einem Prozess, endet die Rechtsvertretung der Verbraucher-Zentrale. In 58 Prozent aller Rechtsberatungen und Rechtsvertretungen im Jahr 2017 ging es um Telefon/Internet und Energie. 2016 betrug der Anteil dieser beiden Bereiche 62 Prozent - trotz eines Rückgangs von 4 Prozent liegt die absolute Anzahl der Fälle aber weiterhin hoch.

Aufklärung über Verbraucherrechte

Neben Individualberatungen setzt die Verbraucherzentrale auch stark auf Veranstaltungen, um Bürger oder spezielle Zielgruppen wie Schüler besser über Verbraucherrechte zu informieren. In diesem Jahr will Energieberater Carsten Peters insbesondere auf das Thema „Betankung von Elektro-Pkw mit Sonnenenergie vom eigenen Dach“ eingehen. Die Verbraucherberater werden den Bürgern ihre Verbraucherrechte bei der Datenschutz-Grundverordnung (Recht auf Datenlöschung) aufzeigen und informieren über „Inkasso-Kosten“ sowie „Was heißt schneller Internet-Anschluss?“.

Personalie: Volker Mahlich kehrt zurück

Ein neues „altes“ Gesicht gibt es in der Neheimer Verbraucher-beratungsstelle. Nach zwölf Jahren Tätigkeit in einem anderen Ort kehrte der frühere Umwelt- und Abfallberater Volker Mahlich bereits zum 1. Februar 2018 in die Neheimer Verbraucherberatungsstelle an der Burgstraße 5 zurück. Er arbeitet jetzt als Verbraucherberater und teilt sich eine Stelle mit der Verbraucherberaterin Angelika Walter.

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