Yoga-Festival

Alexander Böer bringt „Shivas Auge“ auf den Teller

Alexander Böer, Chef des „Wald-Cafés“ im Wildwald Voßwinkel, verwöhnt die Teilnehmer des Yoga-Festivals am Samstag mit speziellen Speisen. Weitere Gäste dürfen gerne probieren – müssen aber nicht auf Fleisch verzichten.Foto:Torsten Koch

Alexander Böer, Chef des „Wald-Cafés“ im Wildwald Voßwinkel, verwöhnt die Teilnehmer des Yoga-Festivals am Samstag mit speziellen Speisen. Weitere Gäste dürfen gerne probieren – müssen aber nicht auf Fleisch verzichten.Foto:Torsten Koch

Voßwinkel.   Wildwald-Gastronom Alexander Böer bekocht am Samstag die Teilnehmer des Yoga-Festivals im Wildwald Voßwinkel.

Schon mal „Shivas ­Auge“ probiert? Keine Sorge, die hinduistische Gottheit wird nicht gleich erblinden! Hinter diesem exotischen Snack verbirgt sich ein Haferflockenkeks mit Kern aus Marmelade (das „Auge“).

Diese und weitere Köstlichkeiten zaubern Alexander Böer und sein Team am kommenden Samstag auf die Teller hungriger „Yogis“: Zum „Yoga-Festival Sauerland“ werden fast 300 Teilnehmer im Wildwald Voßwinkel erwartet – und der Chef des dortigen „Wald-Cafés“ kümmert sich um das Catering. „Es wird wild!“ lautet das Motto der vierten Auflage dieses Events – und: „Es wird vegan!“ Dafür sorgt der rührige Gastronom höchstpersönlich. Obwohl Böer und sein Team am Samstag zweigleisig kochen: „Otto-Normal-Wildwaldbesucher“ stehen halt mehr auf Currywurst und Pommes.

„Artgerechte“ Verköstigung

Seit Januar hat sich der 45-jährige gelernte Koch und Hotelkaufmann Gedanken über „artgerechte“ Verköstigung der „Yogis“ gemacht, Gerichte kreiert und Probe gekocht. Im Mai folgte die Feinabstimmung mit den fünf veranstaltenden ­Damen, und die waren begeistert.

Völliges Neuland ist vegane Küche für Alexander Böer übrigens nicht: „Seit etwa zehn Jahren ist es bei uns Standard, jedes Buffet mit mindestens einem solchen Gericht zu bestücken“, berichtet er. Gäste des Cafés im – von der Natur geprägten – Wildwald fragen auch immer wieder einmal nach dieser Art von Kost. Das Angebot am Samstag ist aber zu 80 bis 90 Prozent vegan – und zu 100 Prozent vegetarisch!

Ob „Power-Frühstück“ mit Sesam und Kurkuma, Ayurvedische Ka­rottensuppe oder hausgebackene Tofu-Quiche im Rosmarin-Dinkel-Mantel mit Pflücksalaten (!), Alexander Böer und seine Mitarbeiter – 14 sind im Einsatz – geben alles; ­alles frisch, wohlgemerkt, denn ayurvedische Küche setzt ausschließlich auf frische Produkte.

Ab 7 Uhr ist Gemüse schnippeln und mehr angesagt, ab 8 Uhr geht es mit dem Frühstück los – so lange der Vorrat reicht. Diese Prämisse gilt auch für die übrigen Angebote: „Ich mache jeweils 50 bis 60 Gerichte“, erklärt der Waldcafé-Chef; die Teilnehmer haben keine Vollpension gebucht, und eine Überproduktion wäre ein Fall für die Tonne – viel zu schade für solch ausgefeiltes Essen.

Gern auch mal ohne Fleisch

Apropos ausgefeilt – sorgt ein solch spezieller Arbeitstag selbst bei einem erfahrenen Gastronomen für ein wenig Kribbeln im Bauch? „Eine Herausforderung ist es schon“, meint der Küchenchef mit Blick auf das üppige Yogi-Buffet. Aber wer wie Alexander seit über 30 Jahren den Kochlöffel schwingt, kann solch einer Herausforderung gelassen entgegen schauen. Und wie hält er es persönlich mit gesunder Ernährung?

Gesund ja, gern auch mal ohne Fleisch – aber immer vegetarisch oder gar vegan, „das wäre nichts für mich“, sagt der in Dortmund aufgewachsene Gastronom. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass sein Papa Metzger ist...

Selbst kein „Yogi“

Wer das Café im Wildwald besucht, darf sich also auch weiterhin auf Wunsch sein Stück Fleisch ­gönnen. Da ist der Chef de Cuisine ebenso flexibel wie aufgeschlossen.

Gilt das auch für Yoga? „Meine Frau macht das seit fast zehn Jahren, aber ich selbst bin nicht dabei“, begnügt sich der Koch, auch am Samstag, mit der Zuschauerrolle; aber natürlich nur, wenn er nicht gerade den Kochlöffel schwingt oder Shivas Augen backt; natürlich ohne Eier als Zutat – vegan halt...

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