Heimatbund-Antrag

Altbau der Neheimer Grimmeschule soll Denkmal werden

Für das 128 Jahre alte Gebäude der Grimmeschule an der Schwester-Aicharda-Straße in Neheim haben Heimatbund Neheim-Hüsten und der Neheimer Ortsheimatpfleger Denkmalschutz bei der Stadt beantragt. Der Bezirksausschuss Neheim wird über den Antrag beraten.

Für das 128 Jahre alte Gebäude der Grimmeschule an der Schwester-Aicharda-Straße in Neheim haben Heimatbund Neheim-Hüsten und der Neheimer Ortsheimatpfleger Denkmalschutz bei der Stadt beantragt. Der Bezirksausschuss Neheim wird über den Antrag beraten.

Foto: Martin Schwarz

Neheim.  Damit der Altbau der Grimmeschule nach dem Schulumzug nicht abgerissen wird, beantragten Heimatbund und Ortsheimatpfleger Denkmalschutz fürs Haus

Der Heimatbund Neheim-Hüsten und der Neheimer Ortsheimatpfleger Karl-Georg Wuschansky haben bei der Stadtverwaltung gemeinsam beantragt, das historische Gebäude der Grimmeschule (die neueren Anbauten ausgenommen) unter Denkmalschutz zu stellen. Mit diesem Antrag wollen Heimatbund und Ortsheimatpfleger verhindern, dass das Schulgebäude abgerissen werden könnte. Denn die Grimmeschule soll in einen noch zu errichtenden Neubau in Hüsten umziehen und anschließend soll das nicht mehr genutzte Schulgebäude samt Grundstück verkauft werden. Denn der Finanzierung des Schulneubaus am Hüstener Vogelbruch soll auch der Erlös durch den Verkauf des alten Grimmeschulgebäudes dienen. Wenn aber das 128- Jahre alte Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, ist ein Abriss für eine Neunutzung des Grundstücks nicht mehr zulässig.

Wesentlicher Grund für Antrag: „Grimmeschule ist stadtbildprägend“

Der Heimatbundvorsitzende Peter M. Kleine und Ortsheimatpfleger Karl-Georg Wuschansky begründen ihren Denkmalschutz-Antrag wie folgt: „Die Grimmeschule an der Schwester-Aicharda-Straße ist stadtbildprägend und erhaltenswert. Sie wird volkstümlich wegen der Farbe ihrer Ziegelfassade auch liebevoll ,Gelbe Schule’ genannt. (...) An der Erhaltung und Nutzung des Grimmeschul-Gebäudes besteht ein öffentliches Interesse.“

Das öffentliche Interesse am Erhalt des 128 Jahre alten Gebäudes, das der Paragraf 2 des Denkmalschutzgesetzes NRW erfordert, sehen die Antragsteller als gegeben an. Denn öffentliches Interesse ist laut Gesetz vorhanden, „wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen (...) sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.“ Mit Bezug auf diesen Gesetzestext gehen Heimatbund und Ortsheimatpfleger davon aus, dass die Grimmeschule mit ihrem stadtbildprägenden Gebäude und ihrer langjährigen Schulgeschichte die gesetzlichen Anforderungen an Denkmalschutz erfüllt. Für eine Unterschutzstellung des historischen Gebäudes wird allerdings ein Gutachten nötig sein, das in Absprache Experten der unteren und oberen Denkmalbehörde zu erstellen hätten. Die Experten prüfen darin die Denkmalwürdigkeit.

Klärungsbedarf bei Verkaufserlös

Mit dem Denkmalschutz-Antrag von Heimatbund und Ortsheimatpfleger werden sich noch Kommunalpolitiker aus dem Bezirksausschuss Neheim befassen, der sich nach der Kommunalwahl neu formieren wird. Unsere Zeitung bat den amtierenden Bezirksausschussvorsitzenden Klaus Humpe (CDU) um ein erste Einschätzung des Denkmalschutzantrags. Humpe sieht noch Klärungsbedarf hinsichtlich des künftigen Immobilien-Marktwerts des alten Grimmeschulgebäudes, wenn es unter Denkmalschutz gestellt wird. Denn zur Finanzierung des Grimmeschul-Neubaus hat die Stadtverwaltung Verkaufserlöse von vier Gebäuden eingerechnet.

Für vier Gebäude sollen acht Millionen Euro zusammenkommen

So sollen insgesamt rund acht Millionen Euro zusammenkommen, wenn die Grundstücke der früheren Hüstener Petrischule, der Neheimer Grimmeschule, der Neheimer Villa Brökelmann sowie der ehemaligen Neheimer Realschule verkauft werden. „Das Immobilienmanagement der Stadt sollte prüfen, ob dieser Gesamtbetrag noch haltbar ist, wenn die Grimmeschule unter Denkmalschutz gestellt wird“, so Humpe.

Die Erstberatung des Denkmalschutz-Antrags erfolgt im kommenden Dezember im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Arnsberg. Von da aus werden Anträge zur weiteren Beratung üblicherweise in den Fach- oder Bezirksausschuss verwiesen.

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