Haus „Bremers Park“

Altenpflege: Digitaler Datentransfer statt vieler Telefonate

Stellen das Projekt vor: (von links) Daniel Jozic (Projektleiter MicroNova), Iris Christiansen (Geschäftsführerin  DAN-Produkte), Thorsten Vlatten (Geschäftsführer „Am Bremers Park“) und Patrick Wennemers (Sales Manager DAN-Produkte) 

Stellen das Projekt vor: (von links) Daniel Jozic (Projektleiter MicroNova), Iris Christiansen (Geschäftsführerin DAN-Produkte), Thorsten Vlatten (Geschäftsführer „Am Bremers Park“) und Patrick Wennemers (Sales Manager DAN-Produkte) 

Neheim.   Neheimer Gesundheits- und Seniorenzentrum „Am Bremers Park“ verbessert Kommunikation des Pflegepersonals mit Ärzten der Hausbewohner

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Im Gesundheits- und Seniorenzentrum Am Bremers Park in Neheim hat das Faxgerät für die Kommunikation mit den betreuenden Haus- und Fachärzten seit Kurzem weitgehend ausgedient. „Wir arbeiten seit Jahren mit einer digitalen Pflegedokumentation und sind für die Abstimmung von Medikation und Behandlung endlich nicht mehr auf ein aufwändiges Hin- und Her per Ausdruck und Telefon angewiesen“, erklärt Geschäftsführer Thorsten Vlatten.

Thorsten Vlatten initiiert Projekt

Das Haus war Initiator und Entwicklungspartner einer bislang einzigartigen Schnittstelle zwischen der digitalen Pflegedokumentation DANtouch und den verschiedenen Praxisinformationssystemen der örtlichen Ärzte. Im täglichen Einsatz erhöht die Lösung inzwischen die Sicherheit der Pflegebedürftigen, vereinfacht die Kommunikation mit den Ärzten und entlastet die Pflege in ihrer täglichen Arbeit. Die Einrichtung „Am Bremers Park“ ist somit deutschlandweit die erste Senioreneinrichtung, die dieses System anwendet und jetzt auch aktuell schon einsetzt.

Eineinhalb Jahre Entwicklungszeit

Rund eineinhalb Jahre haben die Dokumentationsspezialisten der DAN Produkte GmbH und die EDV-Fachleute des Software- und Systemhauses MicroNova an dem mühelosen Datenaustausch zwischen der Pflegeeinrichtung und den ganz unterschiedlichen Systemen der beteiligten Arztpraxen gearbeitet. „Die Herausforderung war, eine Lösung zu entwickeln, die unser weit verbreitetes Pflegedokumentationssystem mit den rund 170 verschiedenen Verwaltungssystemen der Ärzte verbindet und gleichzeitig auf beiden Seiten den Aufwand verringert“, beschreibt DAN-Geschäftsführerin Iris Christiansen die Besonderheit des Projektes.

Dass Pflege und Ärzte weiterhin in ihren gewohnten Systemen arbeiten und die spezielle Schnittstelle im Hintergrund geräuschlos für den sicheren Datenaustausch sorgt, hält auch die Neheimer Pflegedirektorin Regina Bachmann für einen der wichtigsten Erfolge. „Unsere Pflegefachkräfte müssen sich in keine neue Software einarbeiten, sondern spüren direkt die Entlastung, wenn Vitaldaten und Untersuchungsunterlagen aus der Hausarztpraxis automatisch in der digitalen Dokumentation vorliegen.“

Mit Pflegedokumentation vernetzt

Zeitraubende Telefongespräche mit den Praxismitarbeiterinnen entfielen völlig, weil auch die Arztkommunikation digital über die Pflegedokumentation erfolgen kann. „Die Ärzte sehen unsere Anfragen und sind froh, dass sie sich darum kümmern können, wenn es in ihren Arbeitsablauf passt. Mit unseren Anrufen kamen wir naturgemäß während der Sprechstunde immer ungelegen“, so Bachmann.

Während auf einem Fax ein wichtiger Wert höchstens einmal dick unterstrichen werden konnte, sorgen heute Pop-Up-Fenster in den Arztinformationssystemen dafür, dass keine wichtigen Entwicklungen übersehen werden. „Dazu können Pflege und Ärzte individuell für jeden Bewohner wichtige Schwellenwerte definieren, die eine Alarmierung auslösen“, erklärt MicroNova-Projektleiter Daniel Jozic. „Gerade weil es sich bei Vitaldaten oder Krankheitsverläufen um wichtige und sehr persönliche Daten handelt, haben wir die Schnittstelle von Anfang an besonders sicher konzipiert und sie inzwischen von mehreren Fachstellen zertifizieren lassen.“ Die Daten könnten durch dezentrale Speicherung beispielsweise weder verloren gehen noch verfälscht werden.

Krankheitsverläufe im Blick

Egal, wo ein Wert nun erhoben oder ein Bericht geschrieben wird, alle Informationen stehen Pflegenden und Ärzten zeitgleich zur Verfügung. „Das macht es auch viel leichter, Krankheitsverläufe im Blick zu behalten und die Situation eines Bewohners mit allen behandelnden Ärzten abzustimmen“, berichtet Pflegedirektorin Bachmann. Auch könnten Schmerzprotokolle und Krankenhausberichte als Scans hinterlegt und allen Netzwerkpartnern zugänglich gemacht werden. „Das ersetzt keine Visite, verringert aber den alltäglichen Abstimmungsaufwand zu einem großen Teil und bereitet die Besuche der Ärzte bei uns im Haus optimal vor. Damit sparen wir viel Zeit, in der wir uns direkt um unsere Bewohnerinnen und Bewohner kümmern können“, so Bachmann.

Ziel: Auch Apotheken einbinden

Künftig soll die Schnittstelle auch Apotheken, Therapeuten und ambulanten Pflegediensten zur Verfügung stehen. „Pflegeeinrichtungen müssen die Schnittstelle für die digitale Dokumentationslösung DANtouch lediglich freischalten lassen“, erklärt DAN-Geschäftsführerin Iris Christiansen. „Dies wäre ein Schritt, der sich für alle Beteiligten lohnt“, unterstreicht Seniorenzentrum-Geschäftsführer Thorsten Vlatten. „Wer die Qualität seiner Arztkommunikation erhöhen, die medizinische Begleitung seiner Bewohnerinnen und Bewohner sichern und seine Pflegefachkräfte gleichzeitig entlasten will, sollte möglichst schnell mit den örtlichen Hausärzten sprechen und die Schnittstelle aktivieren.“

Senioreneinrichtung setzt neues System schon um

Mehr als 25 Senioren im Gesundheits- und Seniorenzentrum Am Bremers Park haben sich mit ihren behandelnden Ärzten bereits in das System eingeschrieben und dem sicheren Datenaustausch zugestimmt. „Alle Bewohner und Angehörigen sind dankbar für dieses Plus an Kommunikation und Sicherheit“, sagt Geschäftsführer Thorsten Vlatten. Er ist nun dabei, diese Zusammenarbeit auch auf viele Fachärzte der Region auszuweiten. „Dazu haben wir die Kassenärztliche Vereinigung im Boot, die die Arbeitserleichterung für Ärzte und Praxisteams klar erkannt hat“, so Vlatten.

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