Verwaltungsbeschluss

Am Hüstener Kirmesplatz werden acht Bäume gefällt

Acht Linden aus einer Baumreihe längs des Kirmesplatzes dürfen gefällt werden. Dies entschied die Stadtverwaltung. Die Linden sind etwa 30 Jahre alt.

Acht Linden aus einer Baumreihe längs des Kirmesplatzes dürfen gefällt werden. Dies entschied die Stadtverwaltung. Die Linden sind etwa 30 Jahre alt.

Foto: Ted Jones

Hüsten.   Stadtverwaltung folgt der Bitte der Hüstener Kirmesgesellschaft, wonach Linden auf der Riggenweide entfernt werden sollen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Auf Wunsch der Hüstener Kirmesgesellschaft erlaubt es die Stadtverwaltung Arnsberg, dass acht städtische Linden am Hüstener Kirmesplatz gefällt werden. Die Verwaltung hatte bei ihrer Entscheidung zwischen Belangen der Ökologie und des Landschaftsschutzes einerseits und der Beibehaltung einer attraktiven Hüstener Kirmes andererseits abzuwägen. Letztlich entschied sich die Verwaltung im Sinne der Kirmesgesellschaft - unter der Auflage, dass die Kirmesgesellschaft für gleichwertigen und möglichst gleichartigen Ersatz (Linden) an anderer Stelle auf dem Gelände oder im räumlichen Bezug dazu sorgen muss.

Neuanpflanzungen notwendig

Als mögliche Standorte für die Neuanpflanzungen nennt die Verwaltung eine Baumreihe oder Baumgruppen entlang des parallel zum RLE-Gleis geführten Radwegs zwischen Hüsten und Bruchhausen oder Baumpflanzungen, die die Fläche des früheren Schrottplatzes Rump gliedern.

Diese Entscheidung wird die Verwaltung in der nächsten öffentlichen Sitzung des Bezirksausschusses Hüsten am 21. Februar um 18.30 Uhr im Schnellenberg-Saal des Rathauses erläutern. Wegen des bevorstehenden Beginns der Vegetationsperiode ist die Baumfällung bis 28. Februar nötig. Die Verwaltungsentscheidung ist schon jetzt im Internet einsehbar, siehe Verwaltungsvorlagen für den Bezirksausschuss Hüsten: https://ratsinfo.arnsberg.de/termine

Öffentliche Diskussion

Die Verwaltung betont in der Vorlage, dass die Baumfällung nicht eines politischen Beschlusses bedürfe. Die Entscheidung gehöre zu einer laufenden Angelegenheit der Verwaltung. Die Tatsache, dass nun noch eine reine Berichtsvorlage (ohne Abstimmung) für den Bezirksausschuss erarbeitet worden sei, begründet die Verwaltung damit, dass eine öffentliche Diskussion über das Für und Wider der Baumfällungen entstanden sei. Deshalb sah sich die Verwaltung zu einer dreiseitigen Erläuterung ihrer Entscheidung veranlasst.

Platzproblem der Kirmesgesellschaft

Die Hüstener Kirmesgesellschaft hatte die Bitte um Baumfällung an die Stadtverwaltung herangetragen, weil acht Linden in der Nähe der DRK-Unterkunft am Kirmesplatz mittlerweile so groß geworden seien, dass große Fahrgeschäfte unter den Baumkronen nicht mehr platziert werden konnten. Denn ein Fahrgeschäft muss rund sechs Meter Abstand zur Baum-Achse einhalten, damit hochgeschwenkte Fahrgastgondeln in der Luft nicht mit Baumkronen kollidieren. Das Fahrgeschäft darf aber auch nicht sechs Meter weiter in den Besucherweg gebaut werden, ganz im Gegenteil: Wegen verschärfter Sicherheitsvorschriften müssen heute viele Wege zwei Meter breiter sein als in früheren Zeiten. So ergab sich für die Kirmesgesellschaft an dieser Kirmesplatz-Stelle ein akutes Platzproblem, wenn dort weiterhin große, attraktive Fahrgeschäfte aufgebaut werden sollen.

Widerspruch seitens der Grünen

Thomas Wälter, der für die Grünen Mitglied im Bezirksausschuss Hüsten ist, verwies im Vorfeld der Verwaltungsentscheidung auf WP/WR-Anfrage darauf, dass die bisherige Kirmes auch nicht unattraktiv gewesen sei. „Warum also die Eile? Die Platz-Überplanung einschließlich des früheren Schrottplatzes Rump sollte abgewartet werden“, so Wälter, während sich Vertreter von CDU, SPD, FDP, Linke und AfD im Vorfeld der Verwaltungsentscheidung für die Baumfällung aussprachen.

Nutzungskonzept für Nicht-Kirmes-Zeit noch offen

Für die Riggenweide (einschließlich der Fläche, auf der sich der Schrottplatz befand) will die Verwaltung noch in diesem Jahr ein Nutzungskonzept erarbeiten, insbesondere für die Zeiten, wenn der Platz durch die Kirmes nicht belegt ist. Welche Art von Nutzung dies sein könnte, steht noch nicht fest. Die Verwaltung berichtet, dass die Kirmesgesellschaft keine räumliche Ausweitung der Kirmes anstrebe und eine solche sogar eher als schädlich angesehen werde.

Mit Blick auf die Wegeverbindungen strebt die Verwaltung eine verbesserte fußläufige Anbindung des Platzes an die benachbarten Wohn- und Sieldungsbereiche an.

Früherer Schrottplatz ist städtisches Gelände

Beim früheren Schrottplatz Rump, der sich direkt anschließend hinter dem Hüstener Kirmesplatz befindet, handelt es sich um städtisches Gelände. Die Stadt hatte es an die Ruhr-Lippe Eisenbahn (RLE) verpachtet, von der es an Stefan Rump unterverpachtet wurde. Mit Verkauf seines Recyclingbetriebs hat Rump den Pachtvertrag mit der RLE gekündigt. Rump ist noch verpflichtet, Firmenaufbauten auf dem Ex-Schrottplatz zu beseitigen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik