Gesundheit

Arnsberg: Beamte zählen ihre Schritte per Fitness-Tracker

Schrittzählwettbewerb bei der Bezirksregierung: Anna Tenner überprüft am Fitness-Tracker, den sie am Handgelenk immer mit sich trägt, ihre Tagesleistung.

Schrittzählwettbewerb bei der Bezirksregierung: Anna Tenner überprüft am Fitness-Tracker, den sie am Handgelenk immer mit sich trägt, ihre Tagesleistung.

Foto: Jochem Ottersbach

Arnsberg.  Mehr Bewegung im Arbeitsalltag ist das Ziel: Mitarbeiter der Bezirksregierung treten in einem internen Wettbewerb an.

Beamtenmikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. In einer Beamtenstadt wie Arnsberg macht ein solcher vorurteilsbeladener Witz natürlich schnell die Runde.

Die rund 1800 Mitarbeiter der Arnsberger Bezirksregierung arbeiten vorwiegend im Sitzen, was langfristig nicht gut für Körper und Geist ist. Der Arbeitgeber reagierte darauf, indem er innerhalb des Personaldezernates eine Stelle für behördliches Gesundheitsmanagement einrichtete.

Deren Leiterin Monique Schröder erklärt: „Ausgehend von der Frage, was gesund hält, entwickeln wir Angebote zur Erhaltung der Fitness für jeden im Haus dezernatsübergreifend und unabhängig vom persönlichen Trainingszustand.“ Ein Beispiel dafür ist der Schrittzählwettbewerb, für den sich 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemeldet haben, um in über 30 Teams zeitversetzt daran teilzunehmen.

Eins dieser Teams ist in der vergangenen Woche zusammengekommen. Sieben Frauen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen haben sieben Tage lang ihre Schritte gezählt. Die Behörde hat ihnen dazu einen Fitness-Tracker in Form einer Armbanduhr gestellt, der neben der Zeit die Anzahl ihrer Schritte, die zurückgelegten Kilometer, die Pulsfrequenz, den Kalorienverbrauch, die aktiv verbrachte Tageszeit und den nächtlichen Schlafverlauf registrierte, um sie an eine spezielle Smartphone-App zu senden.

27.000 Schritte an einem Tag

Mit viel Eifer sind die Teilnehmerinnen die Aufgabe angegangen, trafen sich in den Pausen, wanderten in Grevenstein und absolvierten ausgedehnte Exkursionen am Wochenende. „Wir hatten richtig Spaß“, sagt Stephanie Giesen, „in der Wettbewerbssituation gab es eine ungeheure Motivation, sich zu bewegen, und es hat sich ein starkes Zusammenhaltsgefühl entwickelt.“ Das ist genau das, was Monique Schröder mit ihrer Arbeit und ihrem Angebot erreichen will: Anregung zu mehr Bewegung im Alltag und in der Freizeit, Förderung des Teamgeists.

Am Wochenende kam dann das Ergebnis. Die erfolgreichste Teilnehmerin hatte an ihrem besten Tag 27.253 Schritte gemacht – 10.000 Schritte pro Tag war die vorgeschlagene Zielvorgabe – und insgesamt wies sie 117.915 Schritte in einer Woche auf, was 80,53 Kilometern entspricht, eine Fußstrecke etwa von Arnsberg nach Remscheid. Giesen bekannte abschließend: „Ohne Fitness-Tracker kam ich mir zunächst nackt vor.“ Anderen aus der Gruppe ging es ähnlich, drei von den sieben haben eine solche Uhr inzwischen angeschafft und zwei haben es vor.

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