Brauchtum

Arnsberg: Berni Grüne schnitzt Figur für Hubertus-Bildstock

Berni Grüne mit den beiden von ihm geschnitzten Hubertus-Figuren. Der Vorstand des Heimatbundes hat sich für das rechte Exemplar entschieden.

Berni Grüne mit den beiden von ihm geschnitzten Hubertus-Figuren. Der Vorstand des Heimatbundes hat sich für das rechte Exemplar entschieden.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.  Das Arnsberger Urgestein erklärt sich spontan bereit, den Arnsberger Heimatbund bei einem Bildstock-Projekt am Ruhrtalradweg zu unterstützen.

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Stecheisen, Sägen und Feilen in jeder erdenklichen Größe liegen wohl geordnet in den Schubladen, auf dem Fensterbrett stehen Farbtöpfe sowie Dosen mit Spachtelmasse.

Rechts ein Radio aus den 1960ern, links die Arbeitslampe. Eine Heizung gibt es nicht, ein elektrischer Radiator sorgt im Winter für die notwendige Wärme. Mittendrin in dieser „Werkstatt“ sitzt Bernhard Grüne. Der 80-jährige Hobbyschnitzer hat seit vielen Jahren alle erdenklichen Kunstwerke selbst gefertigt. Einzige Bedingung: Nur bestes Holz wird verarbeitet.

Heimatbund plant Hubertus-Bildstock am Ruhrtalradweg nahe der Jägerbrücke

Seine beiden neuesten Prachtexemplare sind zwei Figuren des Heiligen Hubertus für den vom Arnsberger Heimatbund geplanten Bildstock am Ruhrradweg unweit der Jägerbrücke.

Im Frühjahr habe er von der Idee des Heimatbundes erfahren, erzählt „Berni“ bei Kaffee und Kuchen im Wintergarten seines Hauses an der Hellefelder Straße. Und dass man auf der Suche nach einem neuen Hubertus sei. Da habe er sich spontan bei dessen Vorsitzenden Werner Bühner gemeldet und zugesagt: „Den schnitze ich euch“.

Berni Grüne lässt sich das bestgeeigneteste Holz aus Bayern zuschicken

Berni Grüne machte sich dann schon wenig später auf die Suche nach dem passenden Holz. Dabei gebe es, so Fachmann Grüne, allerdings drei Qualitätskategorien: „Den Rohling habe ich in Bayern bei einer Schnitzerfirma bestellt, denn als bestes Holz für Figuren eignet sich nur Rindenholz der ersten Wahl“.

„Was einmal weggehobelt ist, ist unwiederbringlich weg“

Nachdem das Holzstück und auch die bildliche Vorlage eingetroffen waren, machte sich Berni Grüne mit Stecheisen und Messer munter ans Werk.

Am schwersten zu formen, so der Experte, seien bei Figuren immer die Hände und das Gesicht, hier müsse man auf jeden Millimeter achten. „Da braucht man schon eine ruhige Hand, denn was einmal weggehobelt ist, ist unwiederbringlich weg“.

Im letzten Arbeitsschritt werden die Figuren gewachst und gebürstet

Im letzten Arbeitsgang werden die Kunstwerke schließlich gewachst und nach fünf Stunden Einwirkzeit abgebürstet. Glatte Flächen wie Rücken oder Vorderteil einer Figur könne man mit normalen Bürsten bearbeiten.

„Bei den feinen Rillen an Gesicht oder Füßen kommt auch schon mal die Zahnbürste zum Einsatz“, erzählt Hobbyschnitzer Grüne mit einem verschmitzten Augenzwinkern.

Ein Hubertus mit klassischer Lanze, ein zweiter mit Armbrust

Die Arbeitsstunden für eine Figur könne er allerdings nicht exakt nennen: „Denn mal höre ich nach zehn Minuten wieder auf, mal schnitze ich den ganzen Nachmittag“. Das würde immer von seiner persönlichen Tagesform abhängen, nennt er den Grund.

Aber warum gibt es nun zwei Hubertus-Figuren? Ganz einfach: Nachdem das erste Hubertus-Exemplar mit klassischer Lanze fertig war, habe er zufällig eine Abbildung mit Armbrust gesehen. „Das gefiel mir so gut, dass ich gleich einen zweiten, einen etwas größeren Hubertus geschnitzt habe“.

Hubertus-Bildstock soll Anfang 2020 am Ruhrtalradweg aufgestellt werden

Beide Figuren hat Berni Grüne jetzt dem Heimatbund vorgestellt, in einer Vorstandssitzung entschied sich dieser sich für die schmalere Figur mit der Lanze.

Geht es nach den Plänen des Heimatbundes, soll der neue Bildstock bereits Anfang kommenden Jahres am Ruhrtalradweg unweit der Jägerbrücke aufgestellt und im Frühling eingeweiht werden. Die Geschichte des Heiligen Hubertus kann dann übrigens direkt vor Ort über einen QR-Code abgescannt werden.

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