Naturschutz

Arnsberg: BI „Rettet den Spreiberg“ kritisiert NABU-Stiftung

Möchten den Spreiberg retten (von links), Dirk Schlatzer, Peter Ditz, Ansgar Leonhardt, Martina Geilker, Beate Hieronymus und Matthias Hieronymus, Mitglieder der gleichnamigen Bürger-Interessengemeinschaft.

Möchten den Spreiberg retten (von links), Dirk Schlatzer, Peter Ditz, Ansgar Leonhardt, Martina Geilker, Beate Hieronymus und Matthias Hieronymus, Mitglieder der gleichnamigen Bürger-Interessengemeinschaft.

Foto: Torsten Koch / WP

Müschede/Arnsberg.  BI „Rettet den Spreiberg“ ist mit Faktencheck der NABU-Stiftung zum Müscheder Naturschutzgebiet unzufrieden und hat neue Fakten recherchiert.

„Das ganze Ding ist nicht durchdacht!“ Mit diesem (Zwischen-)Fazit zum von der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ geplanten Naturschutzgebiet auf dem Spreiberg hat sich die Bürger-Interessengemeinschaft (BI) „Rettet den Spreiberg“ am Freitag an die Öffentlichkeit gewandt.

Vor allem mit einem kürzlich auf der Internetseite der Stiftung ver­öffentlichten „Faktencheck“ (wir berichteten) sind die heimischen Naturfreunde – sie plädieren u. a. für Naturschutz ohne Zäune – nicht einverstanden.

Die NABU-Stiftung wolle – nach einem Ortstermin und mehreren Informationsgesprächen, zuletzt am 1. Oktober in Hüsten – den Eindruck vermitteln, jetzt sei ja alles in bester Ordnung, so die BI. Doch seien weder die Kernaussagen des „Checks“ korrekt, noch trügen diese „Fakten“ dazu bei, die Bedenken der Anwohner und Erholungsuchenden zu zerstreuen.

Während die NABU-Stiftung inzwischen den Eindruck vermittele, es gebe nur noch wenige Gegner des Projektes, weiß die BI von zahlreichen Kritikern zu berichten.

Ihre Kritik an den Planungen der „professionellen Naturschützer“ fokussieren die ehrenamtlich arbeitenden BI-Mitglieder auf das vorliegende Beweidungsprojekt. Dieses weise „gravierende Mängel“ auf. Um diese zu dokumentieren, haben die „BI’ler“, in deren Reihen mit dem Hüstener Ansgar Leonhardt auch ein professioneller Wald- und Umweltplaner vertreten ist, eifrig und gewissenhaft recherchiert. Hier einige wesentliche Punkte:

Mit Blick auf den von der Stiftung oft zitierten Artenschutz-Aspekt irritiere es, dass weder eine Effizienzkontrolle noch das dazu gehörige Monitoring über alle Arten (Fledermäuse/Käfer/Schnecken/Säugetiere/Vögel) vorgenommen worden sei. Zudem fehle vermutlich eine artenschutzrechtliche Prüfung – als Voraussetzung für die geplanten Rodungen/Waldumwandlungen.

Es fehle außerdem die Prüfung eines alternativen, kostengünstigeren Konzepts zur Erreichung der naturschutzfachlichen Ziele.

Die Beweidung mit Rindern sei für das Terrain weder geeignet noch in der Vergangenheit jemals von Nutzern des Spreibergs praktiziert worden. Ähnliche Beweidung habe in der Vergangenheit an vielen Orten in Deutschland immer wieder Tierleid verursacht. Artgerechte Rinderhaltung sehe anders aus.

Hochwassergefahr

Gefahr im Verzug: Nach Rodung und Auslichtung von Gehölzen drohe Hochwassergefahr.

Kleinere Zugeständnisse – z.B. den von der NABU-Stiftung nun angekündigten Erhalt der örtlichen Wetterstation – begrüßt die BI ausdrücklich, passen sie doch gut zum Ziel, das sich die Initiative setzt: „Wir hoffen, das Projekt der NABU-Stiftung durch unser Engagement ver­bessern zu können“, formuliert es BI-Mitglied Ansgar Leonhardt.

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