Schule

Arnsberg: CO2-Ampel regelt den Alltag in der Schule

Raphael, Nele und Romina freuen sich über frische Luft im Klassenzimmer der Sauerschule, für Schulleiterin Kirsten Braukmann ist das Lüften nach der letzten Verordnung aus dem Schulministerium ohnehin eine Verpflichtung.

Raphael, Nele und Romina freuen sich über frische Luft im Klassenzimmer der Sauerschule, für Schulleiterin Kirsten Braukmann ist das Lüften nach der letzten Verordnung aus dem Schulministerium ohnehin eine Verpflichtung.

Foto: Frank Albrecht

Arnsberg.  Nach den Herbstferien kommt es vor allem auf das Lüften an: In der Adolf-Sauer-Schule in Arnsberg helfen dabei sogenannte CO2-Ampeln.

Bis zum Wiederbeginn des Unterrichts nach den Herbstferien sind es nur noch ein paar Tage. Gespannt wird stets auf die Entwicklung der Infektionszahlen im Land geblickt, die Hoffnung ist groß, dass der Unterricht einen normalen Beginn hat. In den Schulen und allen öffentlichen Räumen soll entsprechend gut gelüftet werden, eine CO2-Ampel an der Adolf-Sauer-Schule hilft dabei.

Schulleiterin Kirsten Braukmann hat ihre Erfahrungen damit schon seit Jahren gemacht: Seit 2017 hängen die Anzeiger in allen vier Klassenräumen und schalten auf Rot, wenn sich die Luftqualität verschlechtert hat.

Schüler und Lehrer bilden dazu an der Schule schon ein eingespieltes Team und passen gemeinsam auf. In der Grundschule ist natürlich auch schon die neue Verordnung aus dem Schulministerium angekommen, die nach den Herbstferien umgesetzt werden soll. „Das Lüften der Schulräume hat nachweislich großen Einfluss auf die Verminderung der Viruslast und trägt zur maßgeblichen Reduzierung des indirekten Infektionsrisikos bei“, heißt es förmlich in dem Schreiben an die Schulen.

Doch auch wie an anderen Schulen in im Land, lässt sich das technisch nicht an jeder Stelle umsetzten. „An einigen Stellen ließen sich die Fenster zunächst nicht so einfach öffnen“, beschreibt die Schulleiterin, ein Problem, das jetzt aber abgestellt ist. Zudem gebe es auch noch die Fürsorgepflicht der Lehrkräfte. „Weit geöffnete Fenster stellen in der Schule eine große Verantwortung dar“, sagt die Schulleiterin. So würden die Kinder in der Schule stets sensibilisiert und zur Vorsicht ermahnt, bei den geöffneten Fenstern aufzupassen.

Wann in den Klassenräumen gelüftet werden sollte, zeigt in der Sauerschule schon seit rund drei Jahren eine so genannte CO2-Ampel an. Der kleine Kasten hängt neben der Tafel und ist vor allem von den Schülerinnen und Schülern beim Blick in Richtung Tafel und Lehrerpult gut zu beobachten. Von Grün über Orange bis Rot wechselt die Ampel wie an der Kreuzung. Ihre Farbe und zeigt den (zu) hohen CO2-Wert im Klassenraum an.

Durchzug ist wichtig beim Lüften

Die Schulkinder kennen das Gerät und seine Funktion, und keinem Kinderauge entgeht, wenn die Ampel zum Lüften mahnt. „Das ist bislang stets eine gute Erinnerung gewesen, die Fenster zu öffnen“, so Kirsten Braukmann. In der Mail aus dem Ministerium wird eine Zeitspanne von 20 Minuten vorgeschlagen, innerhalb derer die Fenster im Klassenraum geöffnet werden sollen. Das wäre zweimal pro Schulstunde, rechnet Braukmann vor.

Was bei den warmen Temperaturen im Sommer eine Selbstverständlichkeit war, bedeutet im Herbst und erst recht Winter eine Herausforderung. „Lüften ist ja nicht gleich lüften“, sagt die Schulleiterin, es komme auch darauf an, für entsprechenden Durchzug vom Fenster zur Klassentür zu sorgen. Keine einfache Situation bei unter zehn Grad Außentemperatur.

Eltern sollen Kinder im Zwiebellook kleiden

Bereits nach den Sommerferien hat die Sauerschule zum Start in das neue Schuljahr einen Elternbrief mit Empfehlungen verschickt. „Unser Rat ist, die Kinder im Zwiebellook zur Schule zu schicken“, so Braukmann. Wie sich die dringende Empfehlung zum Lüften auf die Erkältungssituation in den Schulen im Winter auswirken könne, daran mag die Schulleiterin noch nicht denken.

Dabei gäbe es auch noch anderen Möglichkeiten – die der Luftfilter, hat sich Braukmann informiert. Die könnten Schadstoffe und Viren zum Teil aus der Luft filtern. So lange es in den Klassenzimmern keine Luftreiniger gebe, bleibe der Schule nur die Beachtung aller vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. „Wir hoffen dazu weiter auf eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern“, sagt Braukmann. Familien, die aus dem Urlaub kommen, sollten sich an die Regeln halten, Kinder mit Erkältungssymptomen die Schule gar nicht erst besuchen.

Und so blickt die Arnsberger Schulleiterin auch nach Bayern, wo aus einem Corona-Topf von 50 Millionen Euro die Anschaffung von Luftreinigern und CO2-Ampeln finanziert werden soll. Inzwischen freut sich aber auch die Johannesschule in der Nachbarschaft der Sauerschule: Auch hier hängen die CO2-Ampeln und erinnern jetzt an das regelmäßige Lüften.

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