Buchprojekt

Arnsberg: Journalist und Illustrator unterstützen das Hospiz

Illustrator Werner Towara und Autor Theo Hirnstein unterstützen mit ihrem gemeinsamen Buchprojekt die Arbeit im Hospiz Raphael in Arnsberg.

Illustrator Werner Towara und Autor Theo Hirnstein unterstützen mit ihrem gemeinsamen Buchprojekt die Arbeit im Hospiz Raphael in Arnsberg.

Foto: Frank Albrecht

Arnsberg.  Mit ihrem gemeinsamen Buch sammeln Theo Hirnstein und Werner Towara Spenden für das Hospiz Raphael in Arnsberg.

Seit etwa einem Jahr erfreuen sich Menschen aus Arnsberg bereits an den Geschichten aus Arnsberg: In seinem Buch „Ja, das ist nicht schön…“ hat der ehemalige Redaktionsleiter Theo Hirnstein seine Geschichten erzählt, die vom Künstler Werner Towara illustriert wurden. Das Gemeinschaftswerk wird für den guten Zweck verkauft, jetzt konnte eine erste Summe aus dem Verkaufserlös, der von der Volksbank Sauerland eins zu eins weiter gegeben wird, an das Hospiz Raphael in Arnsberg gespendet werden.

Die 6600 Euro sind in den schwierigen Corona-Zeiten ein wirkliches Geschenk für den Leiter der Einrichtung, Gunnar Brandt. „Die Corona-Pandemie ist nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeit im Hospiz geblieben“, erzählt Brandt beim Ortstermin, der nur unter Wahrung der Corona-Schutzbestimmungen in einem separaten Raum statt finden kann.

Erschwerte Bedingungen in der Pandemie

Seit Mitte März arbeitet das Hospiz nun schon ohne die Hilfe der 25 aktiven Ehrenamtlichen, die zuvor bei der Versorgung der Gäste im Haus geholfen haben. Doch die Mehrarbeit ohne Ausgleich im Personal ist nur die eine Seite, der Wegfall sämtlicher öffentlicher Veranstaltungen, bei denen sonst immer wieder für die Arbeit des Hospiz gesammelt wird, die andere. „Für die Stiftung bleibt die Aufgabe, rund 50 Prozent der Betriebskosten für das Haus aus eigenen Mitteln für den Träger aufzubringen“, beschreibt Dr. Wilhelm Geldmacher vom Stiftungsvorstand.

Für Theo Hirnstein und Werner Towara bestätigt diese Herausforderung ihr Engagement für das Hospiz. Für den Autor Theo Hirnstein durfte der Spaß beim Schreiben der Geschichten aber nicht fehlen. „Nach 37 Jahren als Lokaljournalist gibt es viele erlebte Geschichten, die es wert sind, noch einmal erzählt zu werden“, sagt Hirnstein mit einem Augenzwinkern. Um wenigstens einige von ihnen für die Nachwelt zu erhalten, habe er 20 von ihnen aufgeschrieben, die jetzt die ersten Menschen zum Schmunzeln gebracht haben. Vor allem auch durch die passenden Illustrationen von Werner Towara.

Zum Jahreswechsel 2019 entschied sich die Volksbank das Buch und sein Anliegen zu unterstützen und finanzierte die Produktion des Werkes in einer Arnsberger Druckerei. „Jetzt ist das Buch seit einem Jahr auf dem Markt und der Verkauf durch die Corona-Pandemie etwas gebremst worden“, erklärt Jörg Werdite von der Volksbank Sauerland.

Tod soll kein Tabu-Thema sein

Ein Buch als Unterstützung für das Hospiz zu schreiben, ist Hirnstein auch aus persönlichen Gründen wichtig gewesen. „Ich hätte mir gewünscht, dass es so etwas wie ein Hospiz beim Tode meines Vaters schon gegeben hätte“, sagt er. Jetzt sei es erforderlich, das bestehende Hospiz zu unterstützen und über die Arbeit der Einrichtung für die Menschen in der Öffentlichkeit zu berichten. „Wir müssen den Tod zurück ins Leben holen und nicht zu einem Tabu werden lassen“, gibt sich Hirnstein überzeugt.

Einen Beitrag dazu soll der Verkauf des Buches leisten. Etwa 300 Bücher seien schon für diesen Zweck verkauft worden, aber es seien noch genug Bücher da. Geschichten aus seiner 37-jährigen Tätigkeit als Lokaljournalismus übrigens auch, so dass durchaus auch eine Neuauflage des Buches denkbar sein könnte. „Ich habe mir das Buch schon im letzten Jahr selber geschenkt“, sagt Georg Schelle aus dem Stiftungsvorstand. In dem Werk seien die Stadt Arnsberg und die dort geschilderten Typen gut wieder zu erkennen.

Auch wenn sich die Arbeit im Hospiz durch Corona verändert habe, ein Einfluss auf die Unterstützungsbereitschaft der Menschen für das Hospiz gebe es aber kaum. Wichtig sei, das Hospiz weiter als ruhigen und angenehmen Rückzugsort der Menschen auf ihrem letzten Weg zu gestalten. „Das Hospiz ist nicht nur ein Ort zum Sterben“, so Schelle.

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