Tierschutz

Arnsberg: Keine vorsätzlich ausgesetzten Tiere in den Ferien

Zur Ferienzeit werden viele Tiere ausgesetzt – und landen im Tierheim. Die Stadt Arnsberg hat seit Jahren einen Vertrag mit dem Tierheim in Iserlohn, kann z.B. herrenlose Hunde dort unterbringen.

Zur Ferienzeit werden viele Tiere ausgesetzt – und landen im Tierheim. Die Stadt Arnsberg hat seit Jahren einen Vertrag mit dem Tierheim in Iserlohn, kann z.B. herrenlose Hunde dort unterbringen.

Foto: Franz LUTHE

Arnsberg.  Erfreulich: In diesem Sommer sind der Arnsberger Stadtverwaltung bislang keine vorsätzlich ausgesetzten Tiere gemeldet worden.

Seinen Hund einfach an den nächsten Baum binden, um in den Urlaub fahren zu können? Geht gar nicht! Glücklicherweise scheinen die Arnsberger an ihren Haustieren zu hängen, denn: Die Ferien sind fast zu Ende – und „bisher sind der Verwaltung in diesem Sommer keine vorsätzlich ausgesetzten Tiere gemeldet worden“, wie Stephanie Schnura auf Anfrage erklärt.

Doch in der Vergangenheit hat es natürlich immer wieder mal „Hund, Katze, Maus“ erwischt. Vor allem um ausgesetzte „Fellnasen“ kümmerte sich dann meist Brigitte Strojnowski, aber die ehrenamtlich für die Stadt aktive Tierschützerin hat sich inzwischen in den wohlverdienten Ruhestand begeben.

Brigitte Strojnowski nicht mehr Ansprechpartnerin

„Ja, Frau Strojnowski hat sich seit geraumer Zeit als Ansprechpartnerin für Fundhunde zurückgezogen“, bestätigt Stephanie Schnura. Doch es gebe inzwischen zwei eng mit der Stadt zusammenarbeitende Personen, die sich bei Meldung eines Fundhundes kümmern, sprich, die Tiere vorübergehend in Gewahrsam nehmen, sie artgerecht betreuen, die Besitzer ermitteln und die Tiere eventuell an diese zurückgeben, so die Stadt-Pressesprecherin weiter.

Im Bereich der Fundkatzen und Kleintiere arbeite die Verwaltung „sehr eng und erfolgreich – gegen eine finanzielle Entschädigung – seit Jahren mit dem Katzenschutzbund Arnsberg zusammen“. Dieser kümmert sich nicht nur um Fundkatzen und Kleintiere, sondern auch um herrenlose Katzen im Stadtgebiet.

Doch was passiert, wenn die Fundtiere vorsätzlich ausgesetzt wurden – und die angesprochene Rückgabe an den/die Besitzer folglich keine Option ist?

Mit dem Tierheim Iserlohn besteht seit Jahren ein Vertrag, für den die Stadt jährlich 11.000 Euro an den Trägerverein (siehe Infokasten) überweist Dieser Vertrag ermöglicht es der Stadtverwaltung, jederzeit Fundtiere in Iserlohn unterbringen zu können. „Diese werden vor Ort artgerecht versorgt und gegebenenfalls an einen Interessenten vermittelt, sofern der Besitzer nicht zu ermitteln ist“, gibt Stephanie Schnura Auskunft. Sollte jemand dabei erwischt werden, wenn er sein Tier aussetzt, werden diese Fälle an den Hochsauerlandkreis als zuständige Tierschutzbehörde gemeldet, da es sich um einen Verstoß nach dem Tierschutzgesetz handelt.

„Sanktionsmöglichkeiten liegen aber nicht bei der Stadt“, stellt deren Sprecherin fest.

Bis zu 25.000 Euro Geldstrafe

Doch aufgepasst: Haltern, die ihr Haustier einfach aussetzen, drohen trotzdem empfindliche Strafen!

Tiere einfach auszusetzen, ist nicht nur moralisch äußerst fragwürdig, sondern kann auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Gemäß Tierschutzgesetz ist es verboten, „ein in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen.“

Wer ein Haustier vorsätzlich oder auch grob fahrlässig aussetzt, macht sich also strafbar. Ein solches Vergehen kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro bestraft werden, sagt dazu der Deutsche Tierschutzbund.

Verhungert zum Beispiel ein Hund, weil er an einem Baum festgebunden wurde, sei das Tierquälerei – und sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren denkbar. Allerdings müsste der Tierquäler quasi auf frischer Tat ertappt werden.

Das Problem ist aber: Die Täter sind kaum zu verfolgen, deshalb bleibt es in den meisten Fällen nur bei einer Anzeige gegen Unbekannt.

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