Schulen im Corona-Herbst

Arnsberg: Ohne Stoßlüften wird es in Schulen nicht gehen

Lüftung im Gymnasium Laurentianum (im Bild: Schulleiterin Beate Nordmann).

Lüftung im Gymnasium Laurentianum (im Bild: Schulleiterin Beate Nordmann).

Foto: Imrana Malik

Arnsberg/Sundern.  Corona: Arnsberg und Sundern kontrollieren Lüftungsmöglichkeiten an Schulen. Einbau von Lüftungsanlagen im Bestand kurzfristig nicht umsetzbar.

Die Schülerinnen und Schüler in Arnsberg und Sundern dürfen sich auf einen kalten Winter gefasst machen. Schulgebäude werden aufgrund der Corona-Pandemie gut gelüftet sein müssen. „Wir müssen schauen, dass wir in allen Gebäuden für eine gute Durchlüftungen sorgen können“, sagt Fachbereichsleiter Michael John von der Stadt Arnsberg als Schulträger, „Lüftungsanlagen in den baulichen Bestand einzuplanen, wird kurzfristig nicht umzusetzen sein“.

2000 Räume begutachtet

Der Schulträger steht seit Beginn der Corona-Krise im laufenden Austausch mit den Schulen. „Keiner hat vorher eine solche Krisenkonstellation gekannt, wie sie jetzt die Corona-Krise darstellt“, so Michael John, „daher müssen wir ständig neue Lösungen finden und an die aktuelle Situation anpassen“. War zu Beginn der Fokus auf das Desinfizieren von Oberflächen und Hände gelegt, dreht sich nun alles um die Aerosole in der Raumluft. „Daher stellt sich jetzt und vor allem mit dem Blick auf den nahenden Winter die Frage, wie gut Räumlichkeiten gelüftet werden können“, so John. Das Gebäudemanagement der Stadt habe dazu alle schulischen Räume (aber auch die der Kitas) betrachtet. Unter den 2000 begutachteten Räumen wurden in Bezug auf die Lüftungsmöglichkeiten nur geringe Probleme an einzelnen Stellen gefunden. Unter anderem an Grundschulen, bei denen Fenster oft mit Schlössern versehen sind und auch von Lehrkräften nicht komplett geöffnet werden können. „An diesen Stellen wird nun schnell nachgebessert“, verspricht die Stadt Arnsberg.

Weiter mit Maske

„Langsam wird es aber kalt“, stellt Verena Verspohl, stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums Laurentianum Arnsberg, fest. In der Praxis an ihrer Schule würden Fenster geöffnet, wo es geht, und die Türen offen stehen gelassen. „Dadurch sind die Schüler auf den Fluren ganz nebenbei auch leiser“, so Schulleiterin Beate Nordmann. Wie es am besten weitergehen könne, werde schulintern derzeit noch überlegt. Schon nach dem Wegfallen der Maskenpflicht haben sich am Laurentianum wie an einigen anderen Schulen auch Lehrpersonal, Schülervertretung und Eltern beraten und entschlossen, aus Solidarität weiter auch im Unterricht Masken zu tragen - auch die Ausnahmen wurden gemeinsam festgelegt.

Beschreibung für Lüftungsmanagement

Gedanken macht sich auch der Schulträger. Klar sei aber auch, dass Gebäude die 40 Jahre oder noch älter sind alle ohne technische Belüftungsmöglichkeiten nach heutigem Erkenntnisstand gebaut wurden. Diese Gebäude würden sich auch bei größter Anstrengung nicht von jetzt auf gleich lüftungstechnisch nachrüsten lassen. „Als kurzfristige Lösung bleibt, das was in Sachen Lüftung immer empfohlen, aber manchmal eben nicht immer realisiert wird: Das Stoßlüften mehrmals am Tag“, so Michael John. Für Schulen (und auch für Kitas) wird daher in dieser Woche eine Beschreibung zusammengestellt, wie das Lüftungsmanagement realisiert werden soll.

Baulich-technische Lösungen zur Belüftung seien kurz- und mittelfristig nicht in Planung. John verweist darauf, dass es auf Landes- und Bundesebene allerdings Tests für technische mobile Lösungen gebe. „Gerne reagieren wir, wenn wir von Bundes- oder Landesseite hierzu neue Erkenntnisse bekommen“, so Michael John. Darüber hinaus überlegt die Stadt Arnsberg gerade, eventuell Geräte zur Messung der Luftqualität anzuschaffen, die dann den passenden Zeitpunkt für den Luftaustausch signalisieren könnten. Diese würden ja auch außerhalb von Coronazeiten Sinn machen, um „dicke Luft“ im Klassenzimmer zu vermeiden. Entscheidungen diesbezüglich seien allerdings noch nicht getroffen worden.

Abhilfe an Realschule Sundern

Auch die Stadt Sundern setzt ganz auf das Thema Stoßlüftung: „Wir sind in ständigem Austausch mit den Schulen“, so Martin Hustadt vom Fachbereich Schule in Sundern. Besondere Hinweise oder Wünsche der Schulleitungen mit Blick auf die kommende kältere Jahreszeit habe die Stadt aber noch nicht erhalten. In der Realschule laufen derzeit schon letzte Instandsetzungsarbeiten an einigen Fenstern, damit ausreichendes „Stoß-Lüften“ in jedem Klassenraum möglich ist.

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