Aktiion Seebrücke

Arnsberg: Orange auf Klosterbrücke steht für Solidarität

Aktion Seebrücke in Arnsberg

Aktion Seebrücke in Arnsberg

Foto: Frank Albrecht

Arnsberg.  Die Aktion „Seebrücke“ versetzt die Klosterbrücke in Arnsberg in die Farbe Orange als Zeichen der Solidaritä mit Flüchtlingen.

Die Botschaft ist klar, ihre Zeichen sind deutlich und haben eine Farbe: orange. Am Freitag hat die bundesweit aktive Initiative „Seebrücke“ ihre Aktion auf der Klosterbrücke in Arnsberg gestartet. Im genehmigten Veranstaltungszeitraum kamen rund 60 Menschen zusammen, die sich mit einem passenden Tuch bei der Aktion einbringen wollten. Der Auftakt der Aktion Seebrücke, der auch mit dem Start der „Interkulturellen Woche“ des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern zusammen gefallen ist, wurde von den Arnsberger Pfadfindern begleitet.

Aktion der Pfadfinder

Vom Stamm „Liebfrauen“ wurde ein großes Schlauchboot für 30 Menschen auf den Ruhrwiesen aufgepumpt, das ein Fluchtmittel symbolisierte. „Es geht um die Aktion sichere Häfen in Deutschland“, erklärte Veranstalter Jörg Rostek von der Initiative „Seebrücke Hochsauerland“ bereits im Vorfeld der Aktion. Als sicherer Hafen werden die Städte und Gemeinden in Deutschland bezeichnet, die sich zur Aufnahme von geflüchteten Menschen in ihren Städten ausgesprochen hat. Längst dazu gehört auch die Stadt Arnsberg.

Beim Auftakt der Aktion am vergangenen Freitag standen Rostek und den Teilnehmern an der Aktion auf der Klosterbrücke die aktuellen Entwicklungen in den Flüchtlingslagern sehr nahe. Ab 15 Uhr nutzen engagierte Bürgerinnen und Bürger die Chance, ihre Solidarität mit der Aktion und ihren Aussagen zu zeigen. Sie knüpften orangefarbene Tücher an das Brückengeländer der Klosterbrücke. „Orange ist die Farbe der Flucht“, beschreibt Eva Hagedorny vom Fachdienst Integration des Caritas-Verbandes. Und so hingen an der Brücke während des Aktionszeitraums nicht nur Tücher, auch Rettungswesten und Sicherheitswesten – natürlich in Orange – fanden ihren Platz an der Brücke

Veranstalter Jörg Rostek von der Initiative „Seebrücke Hochsauerland“ hielt im Rahmen der Auftaktveranstaltung eine Ansprache an die Teilnehmer. Er beschrieb für alle noch einmal eindringlich die aktuelle Situation der geflüchteten Menschen, die unter dem Brand und den darauf gefolgten Zuständen im Flüchtlingslager „Moria“. „Viele Flüchtlinge sind obdachlos“, so Rostek, auch wenn bereits ein „Ersatzlager“ mit Zelten errichtet worden sei. In seiner Rede machte er jedoch deutlich: „Das Ersatzlager löst hier kein Problem“, so Rostek. Ihm und der Initiative gehe es um die Hintergründe, noch immer würden Menschen hier monate- oder jahrelang auf die Klärung ihres Asylstatus warten.

Viele Kinder betroffen

40 Prozent von ihnen seien Kindern, hat sich Rostek informiert. Und bei allen würden sich die Lebensumstände weiter verschlechtern, viele Menschen befänden sich schon seit vier Jahren im Lager.„Die Initiative Seebrücke geht auf die Städte zu und versucht, sie zu einer Aussage über die Aufnahme von Flüchtlingen zu überzeugen“, so Rostek. In der Ansprache an die Teilnehmer widerlegte Rostek auch die als Argument dagegen verbreitete Befürchtung, dass mit einer Hilfe für Geflüchtet vor Ort, noch mehr Menschen kommen könnten. „Die Türkei ist in dem Fall das beste Beispiel“, so Rostek. Die von Erdogan als Druckmittel gegen Europa angeordnete Öffnung der türkischen Grenzen hätten auch nicht zu einem vermehrten und unkontrollierten Überwechseln von Flüchtlingen nach Deutschland und Europa geführt.

Deutlich verwehrte sich Jörg Rostek zudem gegen die Verwendung von Wörtern wie „Empathie-Populismus“, die die Wirkung von Bildern auf Menschen und Entscheider negativ beschreiben. „Ich hätte mir noch mehr Teilnehmer gewünscht, es ist aber toll, dass die Stadt Arnsberg die Aktion unterstützt“, so die Stimme von Ruieya Katalane aus Neheim.

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