Flüchtlinge

Arnsberg: Seebrücke setzt oranges Zeichen der Solidarität

Eva Hagedorny und Lea Spiller (von links) vom Fachdienst Integration der Caritas stellen zusammen mit Jörg Rostek von der Seebrücke Hochsauerland die Aktion auf der Klosterbrücke in Arnsberg vor.

Eva Hagedorny und Lea Spiller (von links) vom Fachdienst Integration der Caritas stellen zusammen mit Jörg Rostek von der Seebrücke Hochsauerland die Aktion auf der Klosterbrücke in Arnsberg vor.

Foto: Frank Albrecht

Arnsberg.  In Arnsberg rufen „Seebrücke“ und Caritas zur Solidarität mit Flüchtlingen auf. An der Aktion kann sich jeder beteiligen.

Ein orangefarbenes Tisch- oder Betttuch, ein T-Shirt oder auch das letzte Hemd – für Jörg Rostek von der Initiative „Seebrücke Hochsauerland“ ist es egal, Hauptsache die Farbe stimmt: „Orange ist die Farbe der Rettung“, sagt der Organisator der Veranstaltung am Freitag, 25. September, mit der auf das weltweite Leiden der Flüchtlinge auch in Arnsberg hingewiesen werden soll.

Von Eva Hagedorny und Lea Spiller vom Fachdienst Integration des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern bekommt er dabei Unterstützung. Gemeinsam will man die Diskussionen über Flüchtlinge in Griechenland und überall auf der Welt neu befeuern. Das Ziel der deutschlandweit aktiven Initiative „Seebrücke“ ist auch im Sauerland im Fokus.

Stoffe am Brückengeländer

„Wir wollen sichere Fluchtwege in Europa und Solidarität mit den Hilfeleistenden“, erklärt Jörg Rostek von der Seebrücke Hochsauerland. Es gehe darum, weltweit für die Menschen auf der Flucht sichere Häfen im übertragenen Sinne zu finden. Viele Städte in Europa seien auf dem Gebiet schon aktiv geworden. „Wir wollen aber nicht nur auf Freiwilligkeit setzen, sondern eine Erklärung zur Unterstützungsbereitschaft bei den Staaten erwirken.“

Das aktuelle Beispiel für die Seebrücke ist derzeit täglich in den Medien – die Not der Menschen nach dem Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Die Aktiven aus der Initiative Seebrücke wollen sich dazu in die Diskussion über Flüchtlinge einmischen und mitreden. „Keine Frage“, sagt Jörg Rostek, „wir sollten in Deutschland so viele Flüchtlinge aufnehmen wie möglich und nicht erst eine europäische Lösung abwarten!“

Moria: Großteil der Menschen weiter obdachlos
Moria- Großteil der Menschen weiter obdachlos

Die Aktion in Arnsberg solle ab dem 25. September auch die Menschen aus der Stadt einbinden und damit unter anderem gegen den Aufbau weiterer „Abschreckungslager“, so Rostek, wie auf Lesbos mobilisieren. Arnsberg müsse hier ein Zeichen setzen. Und dieses Zeichen hat die Farbe Orange. Alle Menschen aus der Stadt, die sich an der Aktion der Seebrücke zusammen mit der Caritas beteiligten möchten, sollten ihr persönliches Zeichen an der Klosterbrücke in Arnsberg anbringen.

„Wir haben die offizielle Genehmigung der Stadt“, so Rostek. Demnach könnten die Brückengeländer, beidseitig zum Anbringen der orangenen Tücher und Stoffe genutzt werden. Einzig die Nutzung der Gehwege und der ungestörte Ablauf des Verkehrs auf der Brücke müsse gewährleistet bleiben, Corona-Schutzbestimmungen inklusive.

Interkulturelle Wochen in Arnsberg

„Die Aktion schließt sich an eine Idee des Caritas-Verbandes an“, erklärt Eva Hagedorny vom Fachdienst Migration. Im Rahmen der „Interkulturellen Wochen“ in Arnsberg – vom 25. September bis zum 6. November – war genau so etwas geplant. Man wolle sichtbar über das Thema in der Stadt informieren und die erste Aktion der Seebrücke in Arnsberg unterstützen.

„Ich war selber Ende August auf Samos und habe gesehen, wie Menschen in den Flüchtlingslagern leben“, sagt Hagedorny. Und einen Teil ihrer Eindrücke hat sie in Form von Fotos mitgebracht. Die sollen an einem langen Band aufgehängt während der Aktion an der Brücke zu sehen sein. Mit der Aktion sieht die Mitarbeiterin der Caritas auch eine Aussage verbunden: „Es ist die Aufgabe Deutschlands und die Aufgabe der Stadt Arnsberg, den Menschen auf der Flucht zu helfen“, so Hagedorny.

Unterstützung zum Auftakt der Aktion am 25. September soll auch von den Arnsberger Pfadfindern vom Stamm Liebfrauen kommen. Wenn das Wetter mitspielt, lassen die Pfadfinder unterhalb der Klosterbrücke ihr großes Gruppen-Floß, genannt „Frau Schröder“ zu Wasser. Das Boot aus ehemaligen Pontons der Bundeswehr kann bis zu 30 Menschen auf dem Wasser tragen und symbolisiert eine Fluchtsituation, die im Mittelmeer alltäglich ist.

Als Ersatz für eine nicht mögliche Menschenkette oder Versammlung auf der Brücke sollen die orangenen Tücher dienen. Zum Auftakt der Aktion auf der Klosterbrücke werden neben den Akteuren und interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch Bürgermeister Ralf Paul Bittner sowie der Caritas-Geschäftsführer Christian Stockmann erwartet.

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