1. FC Köln

Arnsberg: Theo Hilligsberg ist verrückt auf den 1. FC Köln

Theo Hilligsberg in FC-Kluft und viele Geißböcke.

Theo Hilligsberg in FC-Kluft und viele Geißböcke.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Wo das Fanblut überwiegend königsblau und schwarz-gelb ist, gibt es auch eine ganz besondere Enklave: in der Lasmecke.

„Jedem Jeck sing Papp­nas“ lautete vor einigen Jahren das Motto im Kölner Karneval. Im Sauerland würde man dies mit „Jeder hat seinen eigenen Fimmel“ übersetzen. Bei Theo Hilligsberg ist es allerdings kein Fimmel, sondern echte Liebe - zum 1. FC Köln. Allein der Gedanke an Geißbock Hennes beschert dem 69-jährigen Ur-Arnsberger Schmetterlinge im Bauch.

Im Gespräch mit dem ehemaligen Vermessungstechniker beim Amt für Agrarordnung lernt man einen charmanten und liebevollen FC-Fan kennen, der vor allem eines kann – über sich selbst lachen. „1963 wurde die Bundesliga gegründet, vom ersten Tag an war ich Anhänger des Kölner Vereins“, erzählt Theo Hilligsberg bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse seines Elternhauses an der Lasmecke.

Angesteckt von Tante Klärchen und Onkel Josef

Warum aber gerade Köln? „Tante Klärchen und Onkel Josef sowie zwei Cousinen und ein Vetter stammten aus der Rheinmetropole und waren schon vor dem Start der 1. Liga begeisterte Köln-Fans, das hat mich als Jugendlicher total angesteckt“, beschreibt Hilligsberg die Anfänge seiner „Fußballbegeisterung“.

Das erste Spiel habe er 1966 im Dortmunder Stadion Rote Erde besucht, die Begegnung endete 3:2 - für die Borussen.

Dabeisein ist alles

Aber egal. Dabeisein sei alles gewesen, auch wenn der 16-jährige Junge vom Spielverlauf nicht viel mitbekommen hat: „Ich konnte von meinem Stehplatz aus nicht viel sehen, denn vor mir standen nur große Leute“.

Der Start der Bundesliga bedeutete für den 1. FC Köln gleich den Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit sechs Punkten Vorsprung vor dem Meidericher SV (heute MSV Duisburg). In der Saison 1977/78 ein weiterer großer Erfolg: die Kölner wurden sowohl Deutscher Meister als auch Pokalsieger.

„Bei Tür konnten die Nachbarn das Spiel mitverfolgen

„Anfangs habe ich die Bundesligaspiele immer über den Rundfunk verfolgt“, erinnert sich Theo Hilligsberg noch an die Zeit ohne Fernsehen, Lizenzen und Kampf um Übertragungsrechte. Samstagsnachmittags habe der legendäre Sportreporter Kurt Brumme in der Hörfunksendung „Sport und Musik“ über die Spiele berichtet.

War mal ausnahmsweise niemand zuhause, habe die Mutter aufgepasst und einen Zettel mit dem Ergebnis auf den Küchentisch gelegt. Später habe man die Spiele im Fernsehen angeschaut, da sei es im Haus Hilligsberg schon mal hoch her gegangen. „Bei geöffneter Balkontür konnten die Nachbarn das Spiel mitverfolgen.“

„Da hat unser Wohnzimmer Kopf gestanden“

Besonders die vergangene Saison habe an den Nerven gezerrt, nach anfänglicher Sorge und einem Auf und Ab war der Aufstieg in die 1. Liga nach dem 4:0 gegen den SV Fürth gesichert. „An diesem Tag hat unser Wohnzimmer Kopf gestanden und gebebt“.

Im so genannten „Schützenzimmer“ - Theo Hilligsbergs zweite Leidenschaft ist das Schützenwesen -, finden sich unzählige Fotos von Spielern, Souvenirs und Eintrittskarten.

Jeden Morgen wird der Geißbock Hennes begrüßt

Und natürlich Kreationen aller sieben Nachkommen von Ur-Geißbock „Hennes I.“ - sowohl als Plüschtier als auch als Lampe. Apropos Lampe: Ein morgendliches Ritual im Hause Hilligsberg ist das Lesen des Sportteils der Tageszeitung zusammen mit einem beleuchteten Geißbock. Wahre Fanliebe also.

Im Stammtisch „Nordkurve“ wird heftig diskutiert

Nach einem strapaziösen Wochenende mit Bangen und Zittern um Tore und Punkte ist am Montag darauf, nicht wie beim Aschermittwoch, alles vorbei. Seit vielen Jahren trifft sich im Hotel „Zur Linde“ an der Ruhrstraße der Fußball-Stammtisch „Nordkurve“ zu einer „Nachbetrachtung“ der Ergebnisse.

Mittendrin der eingefleischte 1. FC Köln-Fan Theo Hilligsberg, der nach einem Heimspiel in Köln schon ganz raschelig auf den Briefträger wartet, der das begehrte Vereinsmagazin „Geißbock-Echo“ in seinem Wagen haben könnte.

Jetzt kann Theo Hilligsberg entspannt genießen

Und wenn „Hennes VIII.“ beim nächsten Spiel mit dem elektroangetriebenen „Hennes-Mobil“ zum Stadion gebracht wird und seinen Platz unterhalb der West-Tribüne eingenommen hat, wird er vielleicht Ausschau halten nach Theo, einem seiner treuesten Arnsberger Fans.

Der legt sich am Sonntag, 19. Mai, entspannt zurück. Denn egal, wie das Ergebnis gegen Magdeburg ausfällt, den Aufstieg haben die Kölner „Geißböcke“ auf jeden Fall in der Tasche.

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