Wedinghausen

Arnsberg: Tumba ein Monument, das seinesgleichen sucht

Ein Blick in 800 Jahre Geschichte.

Ein Blick in 800 Jahre Geschichte.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Chefausgräber Wolfram Essling-Wintzer würdigt auch das Engagement des Arnsberger Heimatbundes.

Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erläuterten Mittwoch nochmals das, was unsere Zeitung bereits im Vorfeld berichtet hatte:

Die bei der Öffnung der Grafentumba in der Propsteikirche erneut freigelegten sterblichen Übereste von vermutlich Klostergründer Heinrich I., dessen Sohn Heinrich II. und Schwiegertochter Ermengardis werden nun einer DNA-Analyse unterzogen, um die endgültige Bestätigung zu bekommen, dass es sich tatsächlich um diese Personen handelt.

„800 Jahre Geschichte zum Anfassen“

In der Tumba wurde nach dem Entfernen des 1,6 Tonnen schweren Deckels das gefunden, was man sich erhofft hatte: drei Schädel sowie Knochen.

Dazu LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger: „Die Öffnung der Grafentumba war ein äußerst spannender Moment.“ Und vor allem seien die Knochen „deutlich besser erhalten als erwartet“. Zudem würde sich beim Blick in die Tumba „800 Jahre Geschichte zum Anfassen“ eröffnen.

Es könnte tatsächlich der Sarkophag Heinrich I. sein

Auch der verantwortliche Grabungsleiter, der Archäologe Wolfram Essling-Wintzer zeigte sich begeistert: „Bei der Tumba handelt es sich um ein Monument, das seinesgleichen sucht“. Er dankte übrigens dem Arnsberger Heimatbund für dessen großes Engagement rund um die Ausgrabungen in Wedinghausen.

Auch der im Inneren der Tumba befindliche Sarkophag sei etwas Besonderes, so Rüschoff-Parzinger: „In dieser Form kennen wir solche Sarkophage nur aus Bestattungen des Adels und des hohen Klerus. Von daher kann es sich bei diesem Kopfnischensarkophag tatsächlich um den Sarkophag von Heinrich I. handeln.“

Erste Tumba-Öffnung erfolgte schon um 1330

Nur wird von einem DNA-Abgleich mit den 1997 im St. Georgs Kloster in Stade gefundenen Gebeinen des Erzbischofs von Bremen, Gottfried von Arnsberg, weiterer Aufschluss erhofft

Insgesamt wurde die Tumba nun bereits zum fünften Mal geöffnet. Zum ersten Mal um 1330 in der Amtsperiode des Grafen Wilhelm von Arnsberg (1313 - 1338), als er eine Grablege nach Antwerpener Vorbild im Kapitelsaal errichtete. Die letzte Öffnung erfolgte nun in der vergangenen Woche. Es war die erste, die rein wissenschaftliche Ziele verfolgt.

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