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Arnsberg und Sundern: Familienfreundliche Firmen punkten

Ein Eltern-Kind-Büro im Unternehmen, wie es zum Beispiel die Funke-Mediengruppe stellt, kann im Betreuungsnotfall eine gute Möglichkeit für alle Seiten sein, viele Eltern wünschen sich aber auch die Möglichkeit zu Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten.

Ein Eltern-Kind-Büro im Unternehmen, wie es zum Beispiel die Funke-Mediengruppe stellt, kann im Betreuungsnotfall eine gute Möglichkeit für alle Seiten sein, viele Eltern wünschen sich aber auch die Möglichkeit zu Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten.

Foto: Lars Heidrich

Arnsberg/Sundern.  Homeoffice und flexible Arbeitszeiten: Damit sorgen Unternehmer für Familienfreundlichkeit und haben Vorteile in der Corona-Krise.

23 Unternehmen in Arnsberg und Sundern sind in den vergangenen Jahren als besonders familienfreundlich ausgezeichnet worden. Damit es noch mehr werden, läuft aktuell eine Online-Aktionswoche zur Familienfreundlichkeit in Unternehmen.

„Wir möchten aufzeigen, welche Vorteile eine familienbewusste Personalpolitik für Unternehmen darstellen können - und das muss nicht ein eigener Betriebskindergarten sein“, sagt Katja Cramer vom Kompetenzzentrum „Frau und Beruf“ im Hochsauerland. „Wir möchten mit vielen guten Beispielen und Informationen Mut machen sich für die Zertifikate in Südwestfalen zu bewerben.“

Unternehmer Christian Schulte hat sich bereits erfolgreich beworben und darf seinen „Hofladen Sauerland“ als familienfreundlich bezeichnen. In seinem Team gibt es viele Mütter und Väter, auch er selbst gehört dazu. Sie alle eint vor allem eines: „Der Wunsch nach flexibler Zeiteinteilung ist groß.“ Die Filialen müssten zu den Öffnungszeiten natürlich mit ausreichend Personal besetzt sein, darüber hinaus lasse sich aber vieles zeitlich flexibel und auch im Homeoffice erledigen, sagt Schulte, etwa die Betreuung des Online-Shops.

Der Geschäftsführer und seine Familie profitieren selbst von diesem Arbeitsmodell, aber auch als Unternehmer würde er immer wieder so entscheiden, sagt er: „Ein familienfreundliches Unternehmen zu sein ist auch nach außen hin ein positives Signal. In Zeiten des Fachkräftemangels müssen wir um Mitarbeiter werben, da muss das Gesamtpaket stimmen.“

Vorteile in der Coronakrise

Katja Cramer bestätigt seine Einschätzung auch mit Blick auf andere Branchen: „Aufgrund des demographischen Wandels rücken Fachkräftegewinnung und Fachkräftebindung für Unternehmen immer mehr in den Fokus - mit einer familienbewussten Personalpolitik können Unternehmen, insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen punkten - ebenfalls für die neuen Generationen „Y“ und „Z“ spielen bei der Jobsuche Aspekte wie Work-Life-Balance und Flexibilität am Arbeitsplatz eine größere Rolle als beispielsweise das Gehalt.“ Dieser Trend sei in den Unternehmen angekommen.

So auch bei „Schulte Lagertechnik“ in Sundern, das Familienunternehmen wurde 2019 ausgezeichnet. „Wir haben flexible Arbeitszeiten eingeführt und ermöglichen nach Absprache auch Homeoffice“, erklärt Geschäftsführerin Andrea Schulte. Aus Unternehmersicht habe das keine Nachteile, aber den Vorteil zufriedener Mitarbeiter.

Flexible Arbeitszeitmodelle seien das wichtigste Instrument, wenn es um Familienfreundlichkeit gehe, sagt Cramer. Und davon hätten die Unternehmen auch in der Coronakrise profitiert. Wo Homeoffice bereits üblich war, sei die Umstellung entsprechend einfacher erfolgt.

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