Radverkehr

Arnsberg: Viele Radunfälle an Gleisquerung in Hüsten

So soll es an der Hüstener Kleinbahnstraße, Höhe Einmündung Mühlenberg sein: Radfahrer sollen die RLG-Schienen in diesem Winkel queren und nicht einfach geradeaus weiterfahren. Sonst bleiben Radfahrer in den Schienen hängen.  Deshalb wurde schon vor Jahren der Radweg an dieser Stelle verschwenkt.

So soll es an der Hüstener Kleinbahnstraße, Höhe Einmündung Mühlenberg sein: Radfahrer sollen die RLG-Schienen in diesem Winkel queren und nicht einfach geradeaus weiterfahren. Sonst bleiben Radfahrer in den Schienen hängen.  Deshalb wurde schon vor Jahren der Radweg an dieser Stelle verschwenkt.

Foto: Martin Schwarz

Hüsten.  Gleisquerung auf Hüstener Kleinbahnstraße bringt Radfahrer trotz Fahrwegmarkierung serienweise zu Fall. Bauliche Veränderung nicht möglich.

Es ist eine der ganz großen Schwachstellen des Radverkehrsnetzes in der Stadt Arnsberg. Dort, wo die RLG-Bahnschienen Straßen diagonal kreuzen, heißt es Aufpassen: In den vergangenen Wochen kam es an der Kleinbahnstraße in Hüsten gleich zu mehreren schweren Stürzen von Radfahrern mit zum Teil schlimmen Verletzungen.

Ein 57-jähriger Rennradfahrer aus Menden stürzte am Dienstag. Zwei Tage zuvor kam an der Gleisquerung eine 44-jährige Frau zu Fall. Beide mussten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Ebenso ein 59-jähriger Enser E-Bike-Fahrer, der dort im Juni die Kontrolle über sein Rad verlor.

Bekannte Unfallhäufungsstelle

Die Dunkelziffer ist deutlich höher: „Mehrfach in der Woche stürzen an dieser Stelle Radfahrer“, berichtet Anwohnerin Ingrid Zander. Aus ihrem Fenster schaut sie direkt auf die Gleisquerung. Besonders häufig kämen die Stürze in Fahrtrichtung Neheim vor. „Die Gefahrenstelle ist als Unfallhäufungsstelle bekannt“, weiß Elmar Kettler von der Pressestelle der Stadt Arnsberg.

Untätig ist die Stadt tatsächlich auch nicht geblieben, wenn auch die Gleisüberquerung bleiben muss: „In dem Bereich der Kleinbahnstraße, in dem der Radweg die Bahngleise kreuzt, ist eine bauliche Veränderung aufgrund des Platzmangels aber nicht möglich“, so Kettler. In der Vergangenheit sei die Stelle bereits durch eine klare Beschilderung sowie auffälliger Markierungen entschärft worden. „Die Radfahrer werden so auf die Gefahr hingewiesen und angehalten, dem rot markierten Verlauf des Radweges zu folgen“, so Kettler. Dieser soll die Radfahrer in einem Bogen über die Gleise leiten, damit das Rad möglichst im rechten Winkel die Schienen überquert. Offenbar aber klappt das nicht immer so gut - vor allem bei fehlender Ortskenntnis. „Wenn man den Schlenker über die Gleise macht, wird man oft von Autos gefährlich geschnitten“, verweist Peter Schmitz auf ein anderes Problem. Bereits vor 30 Jahren ist an dieser Stelle Veronika Poggel schwer gestürzt, wie sie uns auf unserer Facebookseite berichtet. „Wenn man jetzt der roten Markierung entlang fährt und gut aufpasst, lassen sich Stürze vermeiden“, sagt sie. Auch Rennradfahrer Henrik Feldmann glaubt, dass „Aufpassen“ reiche. Er fahre da zweimal täglich lang, ohne dass bislang etwas passiert sei.

Als es Markierungen wie heute noch nicht gab, stürzte auch Heidi Egidius als Jugendliche an dieser Stelle. „Mit dem Vorderrad in die Schiene. Da hast du keine Chance“, erzählt sie, „Lenkerstange in die Brust, Luft weg. Die Narben der Schürfwunden habe ich heute noch“. Auch Türgay Önbas spricht von einer „bösen Ecken“, an der sein Bruder gestürzt war und sich das Kreuzband gerissen habe.

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