Corona

Arnsberg: Waldgottesdienst jetzt vor der Festhalle

So sieht es normalerweise beim Waldgottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit aus. In Zeiten von Corona jedoch ein Unding.

So sieht es normalerweise beim Waldgottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit aus. In Zeiten von Corona jedoch ein Unding.

Foto: Friedhelm Ackermann/Archiv Heimatbund Arnsberg

Arnsberg.  Corona regiert weiter in traditionelle Abläufe hinein: Der Heimatbund gedenkt der Deutschen Einheit diesmal an anderer Stätte.

In diesem Jahr ist alles anders:

Statt - wie seit 2001 schon Tradition - den Waldgottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit am Hubertuspöstchen hoch auf dem Westenfelder Stoß zu feiern, lädt der veranstaltende Arnsberger Heimatbund in diesem Jahr zu einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst auf den Vorplatz der Festhalle Promenade ein.

Der Grund lässt sich in einem Wort erklären: Corona.

Werner Bühner: „Wir wollten kein unnötiges Risiko eingehen“

„Wir wollten kein unnötiges Risiko eingehen,“ sagt Heimatbund-Vorsitzender Werner Bühner zu dieser sicher nicht einfachen Entscheidung. Zwar ist die Ansteckungsgefahr in der freien Natur relativ gering, dennoch hätten sich die erforderlichen Hygienemaßnahmen beim Gottesdienst am Hubertus-Pöstchen kaum einhalten lassen.

„Denn in der Regel besuchen stets zwischen 150 und 200, manchmal sogar über 500 Personen aus Arnsberg und Sundern diese Gedenkveranstaltung.“ Auf dem Vorplatz der Festhalle dagegen, so Bühner, lasse sich ein derartig großer Open-Air-Gottesdienst - nicht der erste dort in Corona-Zeiten - sicher organisieren (Infobox). Diesmal erstmals als ökumenischer Gottesdienst.

Die Idee zu diesem besonderen Gedenken stammt von Pastor Michael Schmitt

Die Idee zu diesem ganz besonderen Gedenken der Wiedervereinigung stammt übrigens von Pastor Michael Schmitt, der - einst in Arnsberg und Sundern tätig - seine guten Kontakte zu den beiden Heimatbünden der Städte nutzte und diese 2001 für seinen Vorschlag gewinnen konnte.

Seitdem treffen sich Jahr für Jahr am Hubertuspöstchen die Menschen, um sich an dieses historische Ereignis zu erinnern. „Es ist dort ja auch eine ganz besondere, eine einmalige Atmosphäre.“

Der Westenfelder Stoß ist ein traditionsbehafteter Ort

„Und weil der Tag der Deutschen Einheit ein Feiertag ist,“ erläutert Werner Bühner vom federführenden Arnsberger Heimatbund, „ist das Gedenken auch eine tolle Möglichkeit für SGV-Abteilungen, dorthin zu wandern und an dem Waldgottesdienst teilzunehmen.“

Zumal der Westenfelder Stoß, an dem jeder Wanderer zwischen Arnsberg, Sundern und dem Hellefelder Raum seit Urzeiten vorbeikomme, ein traditionsbehafteter Ort sei.

Das Hubertuspöstchen hat eine besondere Geschichte

Auch das Hubertuspöstchen hat seine eigene Geschichte. Oder besser zwei, weiß Bühner.

Version 1: Ein Wanderer wurde 1864 von einem tollwütigen Tier gebissen und gelobte, sollte er von einem Arzt in Arnsberg geheilt werden, auf dem Westenfelder Stoß eine Hubertus-Figur aufstellen zu lassen, dem Schutzpatron der Jäger.

Version 2: Ein Mann soll dort in eine tiefe Wolfskuhle, die noch heute zu sehen ist, gestürzt sein und habe sich - zunächst - nicht mehr befreien können. Und auch er soll gelobt haben, eine Heiligenfigur zu errichten.

„Der Waldgottesdienst ist zugleich auch Brauchtumspflege“

„Daher ist der Waldgottesdienst zur Deutschen Einheit,“ findet der Heimatbund-Vorsitzende, „zugleich auch Brauchtumspflege.“ So habe zum Beispiel SGV-Urgestein Paul-Heinz Jochheim (†) in diesem Rahmen mitunter plattdeutsche Gedichte vorgetragen. Als ein Beitrag, diese Sprache lebendig zu halten.

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