Kitas

Arnsberg: Wichtiges Projekt für Kinder und Integration

Caroline Wilfart (vorne) freut sich mit ihrer Tochter Charlotte über das tolle Bücherei-Angebot am Martin-Luther-Kindergarten, das an diesem Tag von Anika Willecke und Stefanie Block betreut wird.

Caroline Wilfart (vorne) freut sich mit ihrer Tochter Charlotte über das tolle Bücherei-Angebot am Martin-Luther-Kindergarten, das an diesem Tag von Anika Willecke und Stefanie Block betreut wird.

Foto: Frank Albrecht

Arnsberg.  Der ev. Martin-Luther-Kindergarten nimmt an dem Förderprogramm „Frühe Bildung – gleiche Chancen“ teil. Und das kommt bei Kindern und Eltern an.

Die Tische sind so niedrig, dass sie problemlos auch von Kindern erreicht werden können. Ihre Auslagen so spannend, dass sie den Lesenachwuchs begeistern.

Jeden Donnerstag hat die Open-Air-Bücherei am Evangelischen Martin-Luther-Kindergarten in Arnsberg geöffnet – auch in Zeiten von Corona. Kinderbücher und Spiele können an diesem Tag in der Woche ausgeliehen oder getauscht werden, alles im Zeichen der frühkindlichen Bildung. Die Idee ist nicht neu, aber sie kommt bei den Jüngsten gut an.

Neben den Kindern hat man aber auch die Eltern im Blick

Vor dem Gang in die Einrichtung ist ausführliches Stöbern mit den Eltern erlaubt und erwünscht. „Unsere Bücherei folgt der Idee und dem Anspruch von zwei Projekten“, erklären die Erzieherinnen Stefanie Block und Anika Willecke. Einerseits ist es das Förderprogramm „Frühe Bildung – gleiche Chancen“, dem das Büchereiprojekt gefolgt ist, andererseits stehe aber auch der sanfte Kita-Einstieg im Vordergrund.

Beides zusammen ist wie zugeschnitten auf die Kindergarten-Wirklichkeit am Martin-Luther-Kindergarten, denn beide Programme entstammen dem Bundesprogramm für Sprach-Kitas, zu denen sich die Einrichtung zählen darf. Neben den Kindern hat man aber auch die Eltern im Blick. Für diese wurden eigens passende Bücher zum Spracherwerb angeschafft.

Der Anteil der Kinder mit einem so genannten Migrationshintergrund ist hoch

Die fünfjährige Almaida ist mit ihrer Mutter wie jeden Tag zum Kindergarten gekommen und macht natürlich an der bunten Auswahl vor dem Kindergarten halt: Auf drei niedrigen und auch für sie gut einsehbaren Tischen liegt ein Teil der Bücher, bunte Spiele machen das Auswählen noch etwas schwieriger. Dabei gilt auch hier: Der frühe Vogel pickt den Wurm!

Von 8 bis 9 Uhr läuft das Büchereiprojekt vor dem Kindergarten und lädt zum Durchstöbern ein. Neben den Kinderbuchklassikern für ein Alter zwischen drei und sechs Jahren sind auch Lern-Bücher dabei, die das Sprachverstehen für die Jüngsten erleichtern.

Denn der Anteil der Kinder mit einem so genannten Migrationshintergrund ist hoch, gerade daher – so die Erzieherinnen – sei das Projekt sehr angebracht. Neben Büchern aus dem Bestand des Kindergartens werde auch immer wieder neuer Lesestoff angeschafft, finanziert aus Mitteln des Projektes zum Kita-Einstieg.

Zuhause gut die Heimatsprache sprechen, im Kindergarten auf Deutsch konzentrieren

„Die Idee dazu gibt es hier schon sei Mitte August“, beschreibt Stefanie Block. Den Wert der Bücher und vor allem des gemeinsamen Lesens muss man den Mitarbeiterinnen der Einrichtung hier nicht mehr erklären.

Bei den Eltern und ihren Kindern hat man das Interesse an Büchern auch in deren Heimatsprachen abgefragt, denn soviel ist klar: „Es ist besser, zuhause gut die Heimatsprache zu sprechen und sich dann im Kindergarten auf das Erlernen der deutschen Sprache zu konzentrieren“, erklärt die Fachkraft.

So haben beide Seiten etwas davon: die Eltern, die nicht selten des Deutschen noch nicht so mächtig sind, und die Kinder, die die deutsche Sprache viel schneller erlernen können.

Man folge damit einer Empfehlung von Experten, auch das Sprechen der Heimatsprachen zu fördern. Und die Mehrsprachigkeit der Kinder wirke sich auch sehr positiv auf das Sozialverhalten der Kinder aus, wissen die Erzieherinnen.

Das Büchereiprojekt will soziale Verbindungen über den Kindergarten hinaus knüpfen

Das Büchereiprojekt will soziale Verbindungen und Kontakte zudem über den Kindergarten hinaus knüpfen. „Wir laden auch die Kinder aus der Nachbarschaft ein, sich Bücher und Spiele auszuleihen“, sagt Erzieherin Block. Selbst bis zur Caritas in Arnsberg habe man Werbung für Idee und Projekt gemacht. Damit wolle man auch Kontakte zu den Kinder und ihren Familien bekommen, die noch keine Anbindung an die Kita haben.

„Für alle Kinder ist es auch wichtig, das ihnen der richtige Umgang mit Büchern vermittelt wird“, ergänzt Anika Willecke. Durch das Büchereiprojekt, bei dem die Kindern auch den Wert der Bücher für ihren persönlichen Spaß zu schätzen lernen, werde der angemessene Umgang mit den Büchern geschult. Das sei längst nicht bei allen Familien im Umkreis des Kindergartens ein Normalzustand, oft fehlten die finanziellen Mittel, Kinder in Berührung mit Büchern zu bringen.

Das Büchereiprojekt des Martin-Luther-Kindergartens wird gut angenommen

Das Büchereiprojekt wird gut angenommen und der Standort vor der Bücherei ist sichtbar gut gewählt. An die Tischen findet die Auseinandersetzung mit dem statt, was die Kinder beschäftigt. Die Inhalte sind mit Bedacht ausgewählt und wie in dem Buch „Prinz Seltsam“, in dem Inklusion kindgerecht vermittelt wird, gibt es auch weitere Bücher mit sozial-präventiven Inhalten.

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