Elektrozaun soll schützen

Arnsberg: Wildschweine verwüsten Golfplatz des GC Sauerland

Golfclub Sauerland: Massive Schäden durch Wildschweine in 2019.

Golfclub Sauerland: Massive Schäden durch Wildschweine in 2019.

Foto: privat

Herdringen.  Neuer Elektrozaun soll Golfplatz des GC Sauerland in Herdringen vor nächtlichen Besuchen der Schwarzkittel schützen. Massive Schäden in 2019.

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Der Golfclub Sauerland greift zum letzten Mittel: Der Sportverein reagierte auf massive Wildschweinschäden auf seinem rund 28 Hektar großen Gelände in Herdringen und ließ rund um die Fläche einen Elektrozaun aufstellen.

Das grunzende Schwarzwild soll auf diese Weise von den Golfbahnen ferngehalten werden.

„Die Wildschweine haben uns in diesem Jahr massiv beim Golfclub Sauerland auf Trab gehalten“, sagt Vereinssprecher Hubertus Kaiser, „über das ganze Jahr hinweg haben sie Schäden in erheblicher Größenordnung angerichtet“. Kaiser spricht von rund 10.000 Euro Kosten, die in den vergangenen Jahren durch die schadensbedingten Zusatzaufgaben der Platzarbeiter angefallen seien. Hinzu seien etliche ehrenamtliche Stunden von Mitgliedern gekommen.

Damit sollte jetzt Schluss sein: Die hohen Wildschweinschäden im Golfclub Sauerland erforderten eine Einzäunung des Golfplatzes. Damit war der GC aus Herdringen den Erfahrungen anderer Golfclubs mit ähnlichen Problemen gefolgt.

Die Situation hatte sich im vergangenen Jahr extrem verschlimmert: „In 2019 verursachten Wildschweine bei uns in noch nie dagewesenem Umfang fast täglich neue Schäden in Form von massiv aufgewühlten Rasenflächen“,so Hubertus Kaiser, „für die Golfer ist es ärgerlich und zunehmend frustrierend!“ Daher habe man sich zu der am Ende 10.000 Euro teuren Investition in einen Elektrozaun entschieden.

Die Umsetzung der Maßnahme jetzt sei allerdings etwas überraschend gekommen, „weil der Zaunbauer plötzlich Zeit hatte“. Daher seien Spaziergänger und Hundebesitzer vorher nicht gewarnt worden

Besuch in der Nacht

Die Situation auf dem Golfplatz war im vergangenen Jahr unerträglich: Bei den warmen Temperaturen streiften die Wildschweine offenbar fast jede Nacht in ganzen Rotten über den kurz geschnittenen Rasen und wühlten auf der Suche nach Futter große Flächen der Grasnabe um. „Diese Zerstörungen behindern den Sportbetrieb empfindlich und sind nur durch aufwändige Handarbeit immer wieder zu beseitigen“, erzählt Hubertus Kaiser. Oft sei dann schon am nächsten Morgen wieder alles aufgewühlt gewesen.

Auf den Kosten blieb der Golfclub hängen: Da das Gebiet des Golfplatzes nicht zu einer Jagd gehört, mussten Schäden in erheblicher Höhe komplett selbst getragen werden. „Auch der Abschuss einiger Tiere nach Erteilung einer temporären Sondererlaubnis durch die Jagdaufsichtsbehörde zeigte nicht die erhoffte Wirkung“, sagt Hubertus Kaiser. In kleinem Ausmaße hatte es Wildschweinschäden schon immer gegeben in den Wintermonaten. Seit zwei Jahren aber trat das Problem ganzjährig auf. „Vermutlich weil der Waldboden trocken und hart war“. In 2019 sei es „ganz schlimm“ mit „täglich neuen Stellen“ gewesen

Elektrozaun alternativlos

Der Elektrozaun war somit alternativlos: Dieser Zaun soll, auch nach Erfahrung anderer Golfclubs in der Umgebung, den Zugang der Wildschweine auf die Rasenflächen wirksam verhindern. Die Tatsache, dass der Elektrozaun einen geschlossenen Kreislauf haben muss, bringt auch einige Änderungen mit sich. So können die auf dem Gelände des Platzes verlaufenden „wilden“ Trampelpfade von Fußgängern nicht mehr begangen werden. „Das war aber wegen einer möglichen Verletzungsgefahr durch fliegende Golfbälle sowieso nie vorgesehen“, sagt Hubertus Kaiser. Der Golfclub bittet dennoch um Verständnis für diese Maßnahme – und bittet Fußgänger, besonders mit Kindern und Hunden, um entsprechende Vorsicht bei einer Annäherung an den Zaun.

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