Kulturszene

Arnsberger Frauenensemble liest im Bildhaueratelier

Gertrud Raffenberg, Marita Griesenbrock, Gaby Hummert, Marlies Langhorst, Hanne Clauß und Ulrike Glässner (von links) freuen sich auf die szenische Lesung im Bildhaueratelier von Stephanie Schröter in Neheim.

Gertrud Raffenberg, Marita Griesenbrock, Gaby Hummert, Marlies Langhorst, Hanne Clauß und Ulrike Glässner (von links) freuen sich auf die szenische Lesung im Bildhaueratelier von Stephanie Schröter in Neheim.

Foto: Frank Albrecht

Besonderes Kulturerlebnis: An ungewöhnlichem Ort lesen die Frauen der Arnsberger Theatergruppe Texte von Karl Valentin.

Neheim. Das Arnsberger Frauenensemble bereitet sich derzeit auf seine nächste Veranstaltung vor. Wieder soll es eine szenische Lesung werden, an der sich fünf Frauen aus dem Ensemble beteiligen. Der Raum, den sie dazu gewählt haben, stellt sie aber vor eine besondere Herausforderung – ganz bewusst. Am Freitag, 27. September, um 19 Uhr hat das Programm mit Texten von Karl Valentin unter dem Titel „Du bleibst Da, und zwar sofort!“ im Bildhaueratelier von Stephanie Schröter im Neheimer Ohl seine Premiere.

Texte sollen Wirkung entfalten

„Wir sind in dieser Rolle zum ersten Mal hier und wollen das Experiment wagen“, sagt Regisseurin Marlies Langhorst vom Arnsberger Frauenensemble. Dabei sei die Suche nach einem geeigneten Raum auch finanziellen Gründen geschuldet, so die Regisseurin. Bewusst habe man nach einem Aufführungsort für die Lesungen gesucht, der mit geringen Kosten verbunden ist. Dabei sei man auf „das Bildhaueratelier“ von Stephanie Schröter gestoßen und habe noch ganz andere Reize im Raum entdeckt. „Es ist eine tolle Idee hier zu spielen“, erklärt Langhorst.

Das Stück ist in diesem Falle die besagte szenische Lesung der fünf Frauen mit den Texten von Karl Valentin. Insgesamt 26 Texte hat die Regisseurin dazu ausgewählt, das Repertoire des bayerischen Komikers gibt es her. In der rund 90-minütigen Lesung einschließlich einer Pause werden die Frauen des Ensembles die Texte alleine oder zu zweit lesen.

Noch wird auf jeder Probe im Atelier getüftelt, wie sich die Aufstellung mit dem Raum verträgt, der dem Ensemble immer mehr gefällt. „Es ist die Herausforderung, den Raum so zu füllen, dass er nicht verändert werden muss“, erklärt Regisseurin Langhorst. Vielmehr seien es die Texte, die ihre Wirkung im Raum entfalten sollen – so, dass es auch die Zuhörer spüren können. Eigens dafür hat sich das Ensemble auch ein Einheitskostüm – schwarze Overalls – angelegt.

Hohe Konzentration ist gefordert

So macht sich das Ensemble mit der staubigen Umgebung vertraut – im Atelier wird mit Stein gearbeitet – und will sich auf den Charme der Werkstatt einlassen: Stromversorgung hängt von der Decke herab, Spuren der letzten Bildhauerarbeiten sind an jeder Stelle zu finden.

Für die Lesung wollen sich die Frauen auch der Arbeitsblöcke bedienen, die in den Kursen bei Stephanie Schröter als Arbeitsflächen zum Bildhauen dienen. Diese sind beweglich und können je nach Notwendigkeit verschoben werden. Es ist ja eine szenische Lesung, ein gewisses Maß an Bewegung somit wichtiger Bestandteil. Von den Schauspielerinnen sei eine hohe Konzentration auf die Texte gefordert, darauf – so Langhorst – hätten sich alle Frauen aber eingelassen.

Unter anderem beinhalte das Programm lange Monologe sowie Gespräche in Stammtisch-Situationen. Schon früher waren Texte von Valentin im Programm des Ensembles, jetzt habe man sich entschieden, die gesamte Lesung damit zu bestücken.

Bayrisch angehaucht

Und obwohl keiner so richtig Dialekt sprechen kann, setzt man auf „angehauchtes Bayerisch“, das zum Inhalt auch den typischen Valentin vermitteln möchte. „Es wird humorig, aber trotzdem anspruchsvoll“, sagt Ensemble-Mitglied Gaby Hummert. Ziel sei es, bei den Zuhören auch eine gewisse Stimmung zu erzeugen.

„Wir wählen generell Texte für unsere Lesungen aus, die nicht überall zu hören sind“, so die Regisseurin. Und weil die Bewegung im Stück auf ein Minimum reduziert bleibt, müssten sich die Zuhörer einfach mehr vorstellen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben