Charity

Arnsberger hilft: Mit Spenden zwei Brunnen in Uganda gebaut

Vor dem Bohrgestänge halten Arndt Gaube (links) und sein Freund Boris Terwey die Neheimer Fahne, denn von Mitgliedern der Neheimer Schützenbruderschaft kamen 1700 Euro, um die 7500 Euro teure Trinkwasserbohrung in Uganda zu finanzieren.

Vor dem Bohrgestänge halten Arndt Gaube (links) und sein Freund Boris Terwey die Neheimer Fahne, denn von Mitgliedern der Neheimer Schützenbruderschaft kamen 1700 Euro, um die 7500 Euro teure Trinkwasserbohrung in Uganda zu finanzieren.

Foto: Privat

Arnsberg/Gulu.  Neheimer Schützenbruder Arndt Gaube setzt sich für sauberes Trinkwasser in Zentralafrika ein. Dorfbewohner werden vor Krankheiten bewahrt.

„Sauberes Trinkwasser ist für uns selbstverständlich, für die Landbevölkerung in Uganda ist es ein großes Problem. Durch Brunnenbau kann man aber den Menschen äußerst effektiv helfen“, beschreibt der 49-jährige Arnsberger Arndt Gaube seine Motivation, sich für Brunnenbau im zentralafrikanischen Staat Uganda einzusetzen. Den Impuls dafür setzte anfangs Gaubes Leidenschaft für außergewöhnlichen Rallye-Sport. Denn er nahm Anfang 2018 an der Charity-Rallye „Winter Baltic Sea Circle“ teil, bei dem jedes zweiköpfige Fahrerteam schon bei der Rallye-Anmeldung einen selbst auswählbaren, guten Zweck nennen muss, für den es Spenden sammeln will.

Zusammen mit seinem besten Freund und Rallye-Partner Boris Terwey aus München entschied sich Arndt Gaube, das Trinkwasser-Projekt der gemeinnützigen Hilfsorganisation „globalH2O“ zu unterstützen. Diese Non-Profit-Organisation baut bereits seit einigen Jahren mit Hilfe von Spenden Brunnen in Afrika. Die Seriosität und Zuverlässigkeit dieser Organisation konnte den beiden ein weiterer Freund, Ingo Faecks, bestätigen, der bereits vor fünf Jahren Brunnenbau durch „globalH2O“ unterstützt hatte. So lag die Idee nahe, „globalH2O“ erneut zu helfen, zumal in Uganda noch sehr viele Brunnen zu bohren sind, um flächendeckend den Bewohnern in den kleinen Hüttendörfern sauberes Trinkwasser bereitzustellen.

Gute Kontakte genutzt

Seine guten Kontakte, ein gut ausgebautes freundschaftliches Netzwerk, Spendenaufrufe über Facebook und ein eigener Blog verschafften Arndt Gaube und Boris Terwey dann die Möglichkeit, Spenden einzusammeln, die direkt 1:1 „globalH2O“ zugute kamen. „Die Resonanz war gewaltig. Es kamen insgesamt 9400 Euro zusammen, dies war sogar noch mehr als die erforderlichen 7500 Euro für den Bau eines einzelnen Brunnens“, berichtet Arndt Gaube, der in Wennigloh wohnt, in Alt-Arnberg als Bezirksdirektor der Signal-Iduna-Versicherung arbeitet und auch in Neheim sehr gute Kontakte hat. Denn von den 9400 Euro stammten allein rund 1700 Euro von Mitgliedern der Neheimer Schützenbruderschaft, in der Arndt Gaube Vorstandsmitglied ist und fürs Sponsoring zugunsten der Bruderschaft zuständig ist.

Großer Bedarf an Brunnen

Angesichts des großen Bedarfs an Brunnen in Uganda entschloss sich Gaubes Freund Ingo Faecks spontan zu einem zusätzlichen Spendenaufruf. Da er Anfang 2019 50 Jahre alt wurde, bat er seine Freunde im Vorfeld, nicht ihm etwas zu schenken, sondern mit einer Spende den Bau eines zweiten Brunnens zu finanzieren. „Denn für einen zweiten Brunnen fehlten ja noch 5600 Euro. Und auch dieses Geld kam zusammen, so dass wir schließlich den Bau von zwei Brunnen in Uganda finanzieren konnten“, erzählt Arndt Gaube.

Persönlich vor Ort gewesen

Um nun selbst zu sehen, dass auch tatsächlich zwei Brunnen im ländlichen Umfeld der ugandischen Großstadt Gulu gebaut werden, reisten Arndt Gaube mit Ehefrau Katrin, Boris Terwey mit Ehefrau Anita sowie Ingo Faecks mit Lebensgefährtin Anja Brandenstein im Februar 2019 zusammen nach Uganda. Dort lief alles nach Plan.

In wenigen Tagen waren die Brunnen gebaut, denn es musste ja nicht außerordentlich tief gebohrt werden. An der einen Bohrstelle befindet sich nun Wasser in einer Tiefe von 5,50 bis 28 Metern und im anderen Brunnen in einer Tiefe von 6,80 bis 55 Metern. „An einem Brunnen wird das Wasserreservoir für etwa 30 bis 40 Jahre und am anderen Brunnen für etwa 40 bis 60 Jahre halten“, meint Arndt Gaube. GlobalH2O hatte sich vor Ort um behördliche Genehmigungen gekümmert und dafür gesorgt, dass das Bohr-Equipment herangeschafft wird.

Wichtige Infrastruktur-Maßnahme

Die fundamentale Verbesserung der Lebensumstände, die mit dem Bau der beiden Brunnen verbunden ist, macht Arndt Gaube im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich: „Viele Hüttendorfbewohner, die ihr Wasser bisher aus verschlammten Wasserlöchern geholt haben, werden künftig nicht mehr erkranken. Auch werden viele Kinder und Jugendliche, die bisher tagaus, tagein mit Wasserholen beschäftigt waren, auch zur Schule gehen können.“ Herzergreifend sei daher die Dankbarkeit der Ugander gewesen. „Mit 7500 Euro für den Bau eines Brunnens hat sich das Leben von etwa 1000 Menschen, die hier mit Wasser versorgt werden, entscheidend verändert“, sagt Gaube und gibt gern den Dank der Dorfbewohner an alle Geldspender weiter.

Für Arndt Gaube ist es klar, dass dies nicht die letzten beiden Brunnen gewesen sein sollen, für die er sich eingesetzt hat. Mit seinem neuen Rallye-Partner Christian Hardes aus Witten will er 2020 wieder bei der „Winter Baltic Sea Circle“ starten und erneut Spenden für Brunnenbau in Uganda sammeln.

>> Zur Qualität des Trinkwassers

Die Qualität des Trinkwassers aus den beiden neuen Brunnen ist gut. Das Wasser wird im Erdinnern durch Quarzsand-Filter gut gereinigt. „Ich habe davon selbst sofort getrunken“, erzählt Arndt Gaube, der mit seinem Trunk aus dem Brunnen vor den Dorfbewohnern, die die Bohrung miterlebten, ein klares Vertrauenszeichen setzte.

Wer sich über Brunnenbau in ­Afrika näher informieren will, kann das im Internet tun: einfach auf globalh2o.org und betterplace.org klicken.

Näheres über die „Winter Baltic Sea Circle“ erfährt man online auf www.bsc-winter.superlative-adventure.com

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