Feier

Arnsberger Kindergarten hat eine bewegte Geschichte

Für das Sommerfest zum 120-jährigen Bestehen üben die Kindergartenkinder für eine Zirkusaufführung.    

Für das Sommerfest zum 120-jährigen Bestehen üben die Kindergartenkinder für eine Zirkusaufführung.    

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Kinder, Eltern und Mitarbeiter bereiten die große 120-Jahr-Feier des evangelischen Martin-Luther-Kindergartens in Arnsberg vor.

Nicht zu übersehen sind zurzeit die Vorbereitungen im Evangelischen Martin Luther-Kindergarten für das 120-jährige Jubiläum. Wer die Einrichtung an der Jahnstraße betritt, denkt eher an eine Theatergarderobe als an einen Kindergarten. Denn am kommenden Samstag wird der Geburtstag in der Muffrikaner Schützenhalle mit einem tollen Programm gefeiert.

Einrichtung war eine „Kinderverwahrschule“

Ein Blick zurück in die Geschichte des Kindergartens zeigt die Bemühungen um das Wohl von Kindern im ausgehenden 19. Jahrhundert. Der „Verein evangelischer Frauen und Jungfrauen“ startete im Jahr 1898 einen Aufruf zur „Anstellung einer Kleinkinderschul- und Gemeindeschwester“, nachdem Pfarrer Otto Patze im Presbyterium mit seinem Vorschlag zur Errichtung einer so genannten Kinderverwahrschule zwar auf Wohlwollen des Gremiums, nicht aber auf Bereitschaft zur Trägerschaft gestoßen war.

Ein Jahr später wurde dann Fräulein Laub als Kinderschwester eingestellt und die „Kleinkinderschule“ im Vereinshaus des Männer- und Jünglingsvereins an der Jahnstraße eröffnet. 53 Kinder besuchten anfangs die Einrichtung, und die Chronik berichtet, „daß das Experiment über Erwarten gut geglückt ist“.

1904 entsandte das Diakonissenhaus die Kleinkinderschwester Sophie Müller, die als „Tante Sophie“ 40 Jahre lang die Kinder liebevoll betreute. 1925 zog die Kleinkinderschule in das neu gebaute Schwesternhaus auf dem Nebengrundstück. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mussten Kinder und Betreuer in die Baracke der „Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt“ (N.S.V.) auf dem Schützenplatz Hellefelder Straße umziehen, Leiterin war in dieser Zeit die Kindergärtnerin Margret Bringmann.

Ein weiterer Umzug erfolgte 1950 in das neu gebaute Martin Luther-Haus, 1968 zogen die Kinder in ihr heutiges Domizil Jahnstraße 12.

Anerkennung als Familienzentrum

Vor knapp zehn Jahren wurde der ehemalige Jugendraum zum Schlafraum umgebaut und die erste Etage zu Büros und Besprechungsräumen umfunktioniert. Sechs Kinder unter drei Jahren konnten nach den Renovierungsarbeiten aufgenommen werden. Zwei weitere Meilensteine folgten: Im November 2015 wurde der Kindergarten nach dem „Evangelischen Gütesiegel BETA“ zertifiziert, 2016 erfolgte die Anerkennung als Familienzentrum.

Am kommenden Samstag wird das 120-jährige Jubiläum im Seufzertal kräftig gefeiert, Höhepunkt des Tages ist eine große Zirkusaufführung der Kinder mit dem Kinderzirkus „Pompitz“. „Die Vorbereitungen für diesen Geburtstag laufen seit einem Jahr, das ist wie bei einer Hochzeit“, freut sich Kindergarten-Leiterin Christiane Kerstin mit ihrem Team auf viele Besucher.

Das sollen nicht nur Papa und Mama, Opa und Oma oder Tante und Onkel sein. „Die ganze Bevölkerung ist eingeladen mit uns zu feiern, besonders die Kinder würden sich über viele Zuschauer bei der Zirkusvorführung freuen“, wirbt Christiane Kerstin für diesen Tag.

Proben für Zirkusvorstellung

Diese Woche steht ganz im Zeichen der Probenarbeit. Markus Pitz und Melina Schmitz vom Kinderzirkus „Pompitz“ übten mit den kleinen Akrobaten, Seiltänzern, Löwen, Tigern und Fakiren für den großen Auftritt in der Manege.

Unterstützt wird das Jubiläum von der Bürgerstiftung Arnsberg-Sundern, der Rut und Klaus Bahlsen-Stiftung und der Ev. Kirchengemeinde Arnsberg. Das KiGa-Team freut sich darüber besonders, denn ohne diese Hilfe sei eine solche Veranstaltung nicht zu stemmen.

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