Gerichtsprozess

Arnsberger muss sechs Jahre und fünf Monate ins Gefängnis

Justitia

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Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Arnsberg  Nach einer erneuten Verurteilung wurden alte Strafaussetzungen zur Bewährung widerrufen. Dies summiert sich auf sechs Jahre und fünf Monate Knast

Wird ein Angeklagter von einem Gericht zu einer Haftstrafe verurteilt und diese zur Bewährung ausgesetzt, ist das in den meisten Fällen sinnvoll, denn der Gesetzgeber will gestrauchelten Menschen die Chance geben, sich zu bessern und der Sozialgemeinschaft wieder anzuschließen.

Nicht aber immer ist es für einen Angeklagten von Vorteil, Bewährung, bzw. sogar mehrfach Bewährung zu bekommen, weil, steht der Angeklagte diese Zeit nicht straffrei durch, sich die jeweils ausgesprochene Freiheitsstrafen summieren und dann bei einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung widerrufen werden und der Verurteilte daraufhin eine sehr lange Haft absitzen muss. So knüppeldick kam es jetzt für einen 30-jährigen Arnsberger, der nach drei offenen Bewährungsstrafen vom Schöffengericht verurteilt wurde, diese und die widerrufenen drei offenen Haftstrafen abzusitzen.

Dem arbeitslosen und unter Betreuung stehenden Angeklagten war von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, eine einfache und eine gefährliche Körperverletzung begangen und mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Die einfache Körperverletzung wurde eingestellt, weil das Opfer als Zeuge den Angeklagten vor Gericht nicht als den damaligen Schläger erkannte. „Der war das nicht. Der Schläger sah südländischer aus“, so der Geschädigte. Weiterhin ergab sich durch die Beweisaufnahme, dass die als gefährliche Körperverletzung angeklagte Tat lediglich eine einfache ergab.

Besitz von Drogen zugegeben

Diese räumte der Angeklagte ein, genau wie den Vorwurf des Besitzes und den Handel von und mit Drogen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung hatte die Polizei im Januar dieses Jahres 121 Gramm Marihuana und 315 Gramm Amphetamine gefunden. Bei einem Rechtsgespräch waren sich alle Parteien einig, dass hier eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung unumgänglich sei. Nicht nur dass der Angeklagte in seiner letzten Bewährungszeit erneut straffällig geworden war, er hat zudem 12 Vorstrafen auf seinem Konto. Die Frage war nur die Höhe der Strafe. Der Staatsanwalt beantragte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Genau so die Anwältin der Nebenklage, die das Opfer der Körperverletzung vertrat und auf dessen schwere Verletzungen hinwies. Der 52-Jährige hatte durch die Tritte des Angeklagten einen Nasenbeinbruch, ein Brillenhämatom und offene Gesichtswunden erlitten.

Der Angeklagte entschuldigte sich bei dem Geschädigten: „Es ist damals alles dumm gelaufen.“ Das Schöffengericht verurteilte den Arnsberger wegen einer einfachen vorsätzlichen Körperverletzung und wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten – ohne Bewährung. Es wurden die drei offenen Bewährungsstrafen von vier Jahren und sechs Monaten widerrufen. Das bedeutet: Der Angeklagte muss insgesamt für die Zeit von sechs Jahren und fünf Monaten hinter Gitter. Dort wird der Konsument von Betäubungsmitteln eine Anti-Drogentherapie antreten.

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