Frühe Hilfen

Arnsberger Netzwerk für junge Familien wächst

Christian Eckhoff (Familienbüro), Stephan Köster (Sparkasse Arnsberg-Sundern), Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Barbara Niedenführ (Netzwerk Frühe Hilfen) und Tatjana Schefers (Stadtmarketing, von links) zeigen die Inhalte des neuen Arnsberger Babypakets, das Eltern zur Geburt ihres Kindes geschenkt bekommen.

Christian Eckhoff (Familienbüro), Stephan Köster (Sparkasse Arnsberg-Sundern), Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Barbara Niedenführ (Netzwerk Frühe Hilfen) und Tatjana Schefers (Stadtmarketing, von links) zeigen die Inhalte des neuen Arnsberger Babypakets, das Eltern zur Geburt ihres Kindes geschenkt bekommen.

Foto: Katrin Clemens

Arnsberg.   Das Team der „Frühen Hilfen“ legt Babypaket und Informationsmaterial für werdende Eltern sowie junge Mütter und Väter neu auf.

Ein kleines Handtuch, ein Gutschein für die Stadtbibliothek und Informationsmaterial für Eltern: Das steckt im neuen Rucksack mit dem Aufdruck „Arnsberger Kind“. Ihn schenkt die Stadt allen Eltern bei der Anmeldung ihres Neugeborenen im Standesamt. Ziel des Geschenks ist es, Eltern mit dem Netzwerk „Frühe Hilfen“ in Kontakt zu bringen.

Entstanden ist das Netzwerk vor sieben Jahren, um Familien in der Stadt zu unterstützen. „Auf das, was im Netzwerk geschaffen worden ist, sind wir sehr stolz“, sagt Bürgermeister Ralf Paul Bittner.

Verunsicherung im Netz

Seit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes 2012 sind Kommunen verpflichtet, Eltern sowie werdende Mütter und Väter über örtliche Beratungs- und Hilfsangebote zu informieren. „Die Schwangerschaft ist eine besondere Phase und mit der Geburt ändert sich noch einmal ganz viel“, sagt Barbara Niedenführ vom städtischen Netzwerk „Frühe Hilfen“.

Der Informationsbedarf sei groß, ebenso aber auch die Verunsicherung, die oft eintrete, wenn Eltern im Internet auf teils widersprüchliche Informationen stießen. „Zum Thema Impfen zum Beispiel haben Eltern unterschiedliche Meinungen und im Internet kursieren verschiedene Informationen“, so Niedenführ. „Rein fachlich müssen wir aber eine einheitliche Aussage treffen.“ Das Netzwerk aus Hebammen, Frauen- und Kinderärzten, Jugendamt, Familienzentren, Bildungsträgern sowie Trägern, die Schwangerschaftsberatung anbieten und vielen mehr soll den Familien Orientierung und verlässliche Informationen liefern.

Zentrale Datenbank

Teil des Babypakets ist daher die neu aufgelegte Broschüre „Familienstart“ mit Kontaktadressen, Fotos von Arnsberger Hebammen, Gynäkologen und Mitarbeitern des Familienbüros, Antworten auf häufige Fragen, wichtigen Notrufnummern und Hinweisen auf Freizeitangebote.

Alle Angebote und Adressen sind auch in einer Online-Datenbank erfasst – sie ist unter „Familienstart online“ zu finden. Einen Schwangerschaftswegweiser und die Familienstart-Broschüren stellt die Stadt auch als Download bereit. „Wir merken, dass die Angebote die Hemmschwelle enorm senken“, resümiert Niedenführ sieben Jahre nach Start des Netzwerks.

Familienhebammen

38.000 Euro an Fördermitteln erhält die Stadt vom Bund pro Jahr für das Netzwerk, allerdings fließen mehr städtische Mittel hinein. In Arnsberg wird das Netzwerk nicht nur koordiniert, die Stadtverwaltung finanziert auch den Einsatz von Familienhebammen als Mittel der Prävention.

Die sogenannte gesundheitsorientierte Familienbegleitung richtet sich an Schwangere und Familien mit Kindern im Alter bis zu drei Jahren. Gedacht ist sie für Betroffene in schwierigen psycho-sozialen Lagen. Sie sollen in Fragen zur Pflege, Ernährung und Erziehung der Kinder unterstützt werden.

Lebenslagen im Fokus

Vernetzt ist das Team der „Frühen Hilfen“ aber zum Beispiel auch mit der Fachstelle „Zukunft Alter“. So soll zum Beispiel bald ein Mehrgenerationencafé entstehen, in dem sich Arnsberger aller Generationen austauschen können. „Wir wollen nicht in Fachbereichen, sondern in Lebensabschnitten denken“, sagt Christian Eckhoff vom Familienbüro. „Moderne Verwaltung zeichnet sich auch dadurch aus.“

Das Ziel sei es, innerhalb der Stadt so aufgestellt und vernetzt zu sein, dass Bürger in verschiedenen Lebenssituationen alle nötigen Informationen und Ansprechpartner gebündelt erreichen könnten und nicht von einem Zuständigkeitsbereich zum nächsten geschickt zu werden.

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