Fridays for Future

Neheim: AfD-Aktion lässt Klima-Demonstranten kalt

An der Klima-Demo in Neheim beteiligen sich etwa 300 Schüler.

An der Klima-Demo in Neheim beteiligen sich etwa 300 Schüler.

Foto: Katrin Clemens

Neheim.   Die Arnsberger Schüler starten in Neheim ihren „Fridays-for-Future“-Demonstrationszug durch die Innenstadt. Die AfD protestiert dagegen.

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„Wir sind hier, wir sind laut – weil ihr uns die Zukunft klaut!“: Das haben rund 300 Schüler in der Neheimer Innenstadt gerufen, um auf ihre Demonstration für mehr Klimaschutz aufmerksam zu machen. Jugendliche aus Arnsberg, aber auch aus umliegenden Städten waren dem Aufruf des Teams rund um Organisator Anton Eickel gefolgt.

Sie zogen am Freitagvormittag über die Apotheker- und die Hauptstraße und versammelten sich anschließend zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz. „Es ist ein großer Erfolg für uns, dass sich so viele Schüler auf den Weg gemacht haben, das ganze Sauerland ist vertreten“, so der 18-jährige Organisator.

Fridays for Future in Neheim

Fridays for Future in Neheim! Fast 300 Schüler demonstrieren für den Klimaschutz!
Fridays for Future in Neheim

In Reden und auf Plakaten forderten die Schüler unter anderem die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens, den Kohleausstieg, eine Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und sie riefen zur Müllvermeidung jedes Einzelnen auf, zum Beispiel durch den Verzicht auf Coffee-to-go-Becher und Plastiktüten. „Wir sind die Veränderung, die die Welt dringend braucht, wir sind ihre letzte Hoffnung“, mahnte Eickel in seiner Rede. Der Gegenwind der Kritiker mache die Demonstranten nur stärker, stellte er klar.

AfD baut Mahnwache auf

Kritik gab es unter anderem von Seiten der AfD. Sie hatte eine Mahnwache mit zehn Personen bei der Polizei angemeldet. „Es geht uns darum, auf die Schulpflicht hinzuweisen“, sagte Otto Strauß, stellvertretender Kreisvorsitzender. Die Schüler sollten sich besser sachlich im Unterricht mit dem Thema auseinandersetzen.

Provozieren wolle man niemanden, nur ein Statement setzen. So mussten auch die vorsorglich eingesetzten Polizeibeamten nicht eingreifen, Diskussionen zwischen Schülern und AfD-Mitgliedern liefen sachlich ab. NRW-weit, so die Polizei, sei es in Neheim der einzige AfD-Protest bei den 55 Veranstaltungen in NRW gewesen

Unter den Passanten waren die Meinungen zum Schulstreik unterschiedlich. Laura Klein und ihr zweijähriger Sohn Karl, der eine Kappe mit der Aufschrift „We are the Future“ trug, verfolgten die Demonstration durch die Fußgängerzone. „Ich finde es toll, dass sich auch in Neheim so viele Schüler an der Demo beteiligen“, sagte Klein. Ein anderer Passant hingegen fragte skeptisch, wie viele der Schüler sich im Alltag selbst umweltbewusst verhalten und wie viele außerhalb der Unterrichtszeit gekommen wären.

Rückendeckung für den Schulstreik als Mittel des „zivilen Ungehorsams“ bekamen die Schüler von Jan Ovelgönne (Grüne) und Christin Thielemann (Linke). „Wir haben keine andere Möglichkeit, als zu demonstrieren“, sagte ein Schüler. „Viele von uns sind noch nicht 18 und dürfen noch nicht wählen.“ Die Schüler kündigten an, weiter zu protestieren.

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