CDU-Parteitag

Arnsberger und Sunderner Christdemokraten stehen hinter Merz

Friedrich Merz beim Kreisparteitag in Oeventrop – hier wurde er als Kandidat für die Wahl zum neuen CDU-Vorsitzenden nominiert. In Hamburg beim Bundesparteitag stellt sich heraus, ob der Rückenwind ausreicht.

Friedrich Merz beim Kreisparteitag in Oeventrop – hier wurde er als Kandidat für die Wahl zum neuen CDU-Vorsitzenden nominiert. In Hamburg beim Bundesparteitag stellt sich heraus, ob der Rückenwind ausreicht.

Foto: Ralf Rottmann

Arnsberg/Sundern.   In Friedrich Merz’ Heimat ist die Unterstützung für ihn als Kandidaten groß. So dürfen die Sauerländer beim Bundesparteitag mitbestimmen.

300 Kilometer liegen zwischen Arnsberg und Hamburg. Über diese Distanz hinweg verfolgen die CDU-Mitglieder gespannt, ob Friedrich Merz ausreichend Stimmen holen kann, um neuer Vorsitzender der deutschen Christdemokraten zu werden.

Der Lokalpatriotismus ist groß, der Rückenwind für den 63-Jährigen scheint seit dem Kreisparteitag in Oeventrop angehalten zu haben. Doch die Meinungen sind auch in Merz’ Heimat differenziert. Einige Sauerländer dürfen als Delegierte mitwählen, auch Merz selbst.

CDA-Chef hat nicht Qual der Wahl

Bernd Nückel ist eher froh, dass er nicht die Qual der Wahl hat. Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) im Hochsauerland täte sich schwer, sich für einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu entscheiden. „Inhaltlich steht der CDA auf den ersten Blick wohl Annegret Kramp-Karrenbauer näher, weil sie im sozialpolitischen Bereich eher dem linken Flügel zuzuordnen ist“, meint Nückel.

Andererseits habe man im Sauerland positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Merz gesammelt. Und seine Positionen seien abseits der Polarisierungen in der öffentlichen Debatte gar nicht so weit weg von den Ansinnen der CDA, meint Nückel.

Mitglieder loben Durchsetzungsstärke

Kritik an Merz gab es in der Vergangenheit oft, wenn es um seine wirtschaftlichen Beziehungen und sein Einkommen ging. Dafür bringt Willi Keggenhoff keinerlei Verständnis auf. „Wer Geld verdient hat, der hat auch etwas dafür getan“, sagt der Vorsitzende der Sunderner Senioren-Union. „Wir haben eine freie Marktwirtschaft und es steht jedem frei, etwas daraus zu machen.“

Wer sich unter den Vorsitzenden der verschiedenen christdemokratischen Organisationen in Arnsberg und Sundern umhört, dem wird ein Aspekt immer wieder genannt: Merz sei durchsetzungsstark, zeige klare Kante und spreche deutliche Worte. Diese Meinung vertritt auch der Vorsitzende der Jungen Union für den Raum Alt-Arnsberg, Janis Zimmermann. Er schätzt an Merz die Verbindung von politischer und wirtschaftlicher Erfahrung.

Mit der Zuversicht, dass Friedrich Merz der CDU wieder ein klares parteipolitisches Profil geben könne, begründet der Arnsberger CDU-Stadtverbandsvorsitzende Peter Blume seinen Wunsch, dass Friedrich Merz CDU-Vorsitzender werden möge. Unsere Zeitung erreichte Blume während seiner Fahrt nach Hamburg. Blume ist dort erster Ersatzdelegierter des CDU-Kreisverbandes Hochsauerland. Er kann im Saal die Debatte verfolgen, doch mitstimmen darf er nur dann, wenn ein Delegierten aus dem HSK ausfällt.

Erwartungen in der Frauen-Union

Auch die Vorsitzende der Frauen-Union der CDU Arnsberg, Christina Reuther, würde Friedrich Merz ihre Stimme geben, wenn sie mitstimmen dürfte. Sie schätzt an Merz die langjährige politische Erfahrung, gepaart mit wirtschaftlicher Betrachtungsweise, und darüber hinaus gepaart mit dörflicher Bürgernähe. Falls Merz zum CDU-Chef gewählt werden sollte, will die 35-jährige FU-Vorsitzende den 63-jährigen Merz an einem Versprechen messen. „Merz hat gesagt, dass er junge Politikerinnen unterstützen will“, so Christina Reuther.

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