Hallenberg. . Hallenberg ist ihre Ruheinsel vom Alltag, dort tanken sie regelmäßig auf und kümmern sich um den ihren Hof Hallenberg, den sie jahrelang restauriert und dafür letztes Jahr den NRW-Denkmalpflege-Preis erhalten haben. Jutta Pinzler und ihr Mann Jörg Schütte wohnen eigentlich in Köln, wo sie beide erfolgreiche Fernsehproduktionsfirmen haben. Für ihre aktuellste Dokumentation über Hintergründe der Weltgesundheitsorganisation WHO war Jutta Pinzler mit ihrer Co-Autorin Tatjana Mischke nun über ein Jahr lang weltweit unterwegs, um zu recherchieren und zu drehen. Heute Abend wird der 90-minütige Film „Die WHO – im Griff der Lobbyisten?“ zur besten Sendezeit auf Arte ausgestrahlt.

Hallenberg ist ihre Ruheinsel vom Alltag, dort tanken sie regelmäßig auf und kümmern sich um den ihren Hof Hallenberg, den sie jahrelang restauriert und dafür letztes Jahr den NRW-Denkmalpflege-Preis erhalten haben. Jutta Pinzler und ihr Mann Jörg Schütte wohnen eigentlich in Köln, wo sie beide erfolgreiche Fernsehproduktionsfirmen haben. Für ihre aktuellste Dokumentation über Hintergründe der Weltgesundheitsorganisation WHO war Jutta Pinzler mit ihrer Co-Autorin Tatjana Mischke nun über ein Jahr lang weltweit unterwegs, um zu recherchieren und zu drehen. Heute Abend wird der 90-minütige Film „Die WHO – im Griff der Lobbyisten?“ zur besten Sendezeit auf Arte ausgestrahlt.

Dreharbeiten mit Personenschutz

Für die Produktion war Jutta Pinzler mit ihrem Team u.a. auch in Tschernobyl, Argentinien, dem Kosovo, England, Frankreich oder der Schweiz unterwegs. Am nachhaltigsten beeindruckt hat sie die Situation der Menschen und Natur in Nigeria. Dort musste sie beim Drehen von bewaffneten Personenschützern begleitet werden. „Durch die Ölverschmutzungen im Nigerdelta sind dort viele Menschen krank, die gesundheitliche Versorgung ist eine Katastrophe“, sagt sie. Und die WHO setze sich dort nicht genug ein, genau wie z.B. in Tschernobyl. Selbst 30 Jahre nach dem Supergau seien viele Regionen in der Ukraine und Weißrussland nach wie vor verstrahlt, die Opfer in Vergessenheit geraten.

Der Vorwurf ihrer Dokumentation: Die WHO, deren Aufgabe es eigentlich ist, weltweit für das bestmögliche Gesundheitsniveau bei allen Menschen zu sorgen, handele mittlerweile oft zu Gunsten der Wirtschaft und weniger zum Wohl der Menschheit. Epidemien wie z.B. Ebola in Afrika würden schlecht und nicht transparent genug gemanagt, die Organisation hänge zu sehr von privaten Spendern ab.

Die beiden Autorinnen haben Hintergründe recherchiert: Die WHO ist unterfinanziert; viele Mitgliedsländer wollen scheinbar keine starke, unabhängige WHO.

Die Organisation sei auf private Geldgeber angewiesen. Einer der größten ist z.B. die Bill und Melinda Gates Foundation, die jedes Jahr mehr Geld als Deutschland, Frankreich oder England stifte, so Jutta Pinzler. Die Gates-Stiftung investiere jedoch auch in Aktien von Unternehmen, die die Gesundheit vieler Menschen schädige, wie die von Ölunternehmen oder Waffenherstellern. Ein klarer Widerspruch zu dem öffentlichen Bild des Wohltäters Gates, von dem die WHO so viel Geld bekommt, und ihrem Auftrag, allen Menschen das bestmögliche Gesundheitsniveau zu ermöglichen.

Tschernobyl- und Ebola-Opfer

Und noch ein weiteres wenig bekanntes Kapitel deckt der Film auf: Der Umgang der WHO mit Atomkraft und Uranmunition. Die beiden Autorinnen haben Experten befragt, die der WHO eine einseitige Sichtweise zugunsten der Atomindustrie vorwerfen, sie sei nicht an einer ehrlichen Aufarbeitung dieses Themas interessiert.

Der WHO fehle die Unabhängigkeit. Man verlasse sich in der Beurteilung der Supergaus auf die Atomindustrie. Der Sprecher einer Ärzteorganisation bringt es in der Dokumentation auf den Punkt: „Das ist, als ob man Phillip Morris die Aufarbeitung der gesundheitlichen Folgen von Tabakrauch überlassen würde.“