Neheim. Eine Doppelausstellung in Neheim behandelt das Wirken von Paul Schneider und Franz Stock. Die Initiatoren wollen Jugendlichen Wissen vermitteln.

Nach der erfolgreichen Ausstellung über das Leben des Neheimer Priesters Franz Stock kommt nun eine weitere Ausstellung in die Region. Der evangelische Pfarrer Paul Schneider, auch „Prediger von Buchenwald“ genannt, erhält erstmals eine Ausstellung in der katholischen St.-Johannes-Kirche.

Das Besondere daran: Sowohl die Ausstellung über den katholischen Franz Stock als auch die Ausarbeitung über den evangelischen Paul Schneider werden parallel ausgestellt. In erster Linie geht es den Initiatoren um die ähnlichen Lebenswege der beiden Christen, die Konfession spielt dabei keine Rolle, es geht um den Menschen.

Wilhelm Friedrich Stahlhoff, einer der Initiatoren, erklärt: „Diese Lebenswege stehen trotz aller Unterschiede exemplarisch für viele Menschen, die Widerstand gegen das Naziregime leisteten.“ Man sei von den Leben der beiden Männer beeindruckt und hält es für wichtig, der jungen Generation das Wissen über die Geschichte zu vermitteln. „Zurzeit gibt es in unserem Land einen Rechtsruck, mit zunehmendem Rechtsextremismus und Intoleranz in Form von Antisemitismus und Antiislamismus“, so Stahlhoff. Deshalb hofft man im Franz Stock Komitee ab Samstag, 5. März, möglichst Schulklassen durch die Ausstellung zu führen.

Wanderausstellungen von Paul Schneider und Franz Stock in Neheim

Vor allem ist dies ein wichtiger Weg, da Umfragen zeigten, dass 75 Prozent der jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren gerne mehr über die Zeit des Nationalsozialismus wissen wollen. Es ginge dem Komitee darum, dass ehrende Gedenken an Menschen, die wegen ihres christlichen Glaubens durch totalitäre Regime ihr Leben ließen, unbedingt zu erhalten und weiterzuvermitteln.

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Doch wie gelangte die Paul- Schneider-Ausstellung in das Sauerland? Als der evangelische Pfarrer Erich Busse die Franz-Stock-Wanderausstellung vor drei Jahren auch in Dresden zur Schau stellte, setzte man sich die Organisatoren untereinander in Kontakt. „Pfarrer Erich Busse steht besonders für die Aussöhnung Polens und Deutschlands, regelmäßig hielt er sogar Predigten auf Polnisch. Er erzählte uns von der Paul Schneider Ausstellung, damals noch in Weimar“, sagt Stahlhoff. So organisierte man die Ausstellung, mit dem Ziel, diese auch im Sauerland bekannt zu machen.

Sie umfasst insgesamt 20 Schautafeln, allein drei davon handeln von Schneiders Zeit im Konzentrationslager Buchenwald. Zusätzlich wird ein Abbild der ökumenischen Ikone „Märtyrer des 20. Jahrhunderts“ gezeigt, das Original steht in der San Bartolomeo Kirche in Rom. Immerhin lobte auch der ehemalige Papst Johannes Paul II Schneiders Lebenswerk. Auch die Franz Stock Ausstellung kehrt zurück.

Bei der Eröffnung am 5. März wird neben dem katholischen Pfarrer Stephan Jung auch der evangelische Pfarrer Udo Arnoldi anwesend sein, damit stehe auch die Eröffnung ganz im Zeichen der Konfessionsüberwindung. „Natürlich haben wir mit Pfarrer Udo Arnoldi gesprochen und wir wurden uns schnell darüber einig, dass dies eine gute Sache ist, die wir gemeinsam unterstützen möchten“, so Stephan Jung. Drei Wochen lang kann die Ausstellung in der St.-Johannes-Kirche besucht werden, die Kirchentüren stehen jedem offen.